Inhalt:
Haut
Synonyme im weiteren Sinne
Hauterkrankung, Dermis, Epidermis, Muttermal, Dermatologie
Medizinisch: Cutis, Kutis
Englisch: skin
Allgemeines zur Haut
Die Haut des menschlichen Körpers hat eine Gesamtfläche von 1,5 bis 2 m2. Das Gesamtgewicht beträgt etwa 3,5 bis 10 kg.
Die Oberfläche zeigt ein individuell unterschiedliches Relief. Dieses Relief ist genetisch festgelegt. Man unterteilt die Haut in zwei verschiedene Arten. Zum Einen die unbehaarte Leistenhaut, welche sich an Hand- und Fußinnenflächen befindet.
Hier findet sich ein so genannter Papillarleistenverlauf, welcher die Leistenhaut unterteilt. So entstehen Fingerabdrücke, welche genetisch festgelegt und bei jedem Menschen individuell sind.
Die restliche Hautoberfläche ist durch Furchen in unregelmäßige Felder unterteilt. In diesen Furchen der so genannten Felderhaut liegen die Härchen.
Ebenso ist die Haut durch sensible Nerven (Gefühlsnerven) in so genannte Dermatome eingeteilt. Unter Dermatom versteht man das von einem Spinalnerven innervierte (versorgte) segmentales Hautgebiet. Spinalnerven treten aus dem Rückenmark aus und laufen in ihr Versorgungsgebiet. Jeder Spinalnerv besteht aus vielen afferenten (wegführenden) Nervenfasern, die über verschiednen periphere Nerven zur Haut gelangen.
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Dermatome

- Dermatome
Die Dermatome bilden den sensorischen Bereich einzelner Spinalnerven ab.
Unter einem sensorischen Bereich versteht man das Versorgungsgebiet eines Nerven mit Gefühl.
Dieses mit am nebenstehenden Bild gut verdeutlicht.
Rot ist das Versorgungsgebiet der Nerven der Halswirbelsäule, blau das Gebiet der Brustwirbelsäule.
Ein Ausfall / Schädigung führt zu einer Gefühlstörung der Haut genau in dem Gebiet des jeweilig abgebieldeten Nerven.
Zusammensetzung der Haut

- Hautschichten
Unsere Haut besteht aus zwei Schichten:
der Epidermis, der oberen Schicht, Oberhaut
der Dermis, der unteren Schicht, Lederhaut
Diese bestehen jeweils aus weiteren dünnen Schichten. Weiter darunter befindet sich das Unterhautfettgewebe.
Epidermis
Aufbau und Zellen
Die Epidermis, auch Oberhaut genannt, ist ein mehrschichtiges Gebilde, welches die Fähigkeit hat zu verhornen.
Sie besteht aus fünf verschiedenen histologisch (unter dem Mikroskop) sichtbaren Zellschichten. Die Epidermis ist an den unterschiedlichen Körperregionen unterschiedlich dick.
An Stellen, die viel beansprucht werden (Hände, Füße) ist sie dicker, an Stellen, die eher weniger belastet werden (Arme, Gesicht) ist sie eher dünn. Die Dicke variiert von 30 bis 300 Mikrometer. Als so genanntes Proliferationsgewebe (Proliferation bedeutet Vermehrung) unterliegt sie einer ständigen Erneuerung. In der Epidermis finden sich viele Nerven, jedoch keine Blutgefäße. Die Versorgung geschieht durch Diffusion (passver Transport) aus der Schicht darunter, der Dermis.
Die verschiedenen Schichten der Epidermis beinhalten auch verschiedene Arten von Zellen. Der Hauptbestandteil stellen jedoch die Keratinozyten (Hornzellen) dar. Diese Zellen durchwandern unter Veränderung ihrer Struktur die Epidermis zur Hautoberfläche. An der Oberfläche angekommen, werden sie als Hornschuppen abgeschilfert.
Die Bezeichnung der Zellen (Keratinozyten) während der Durchwanderung korreliert mit der Schicht in der sie sich befindet:
Basalzelle (Regenerationsschicht)
Stachelzelle (Stachelschicht)
Körnerzelle (Körnerschicht)
Hornzelle (Hornschicht)
Die Dauer einer solchen Durchwanderung beträgt normalerweise etwa 5 bis 7 Wochen. Die Keratinozyten sind zur Dermis hin durch Hemidesmosomen an der Basalmembran verankert. So wird ihr Halt gesichert.
Ein weiterer Bestandteil der Haut sind unter anderem die Melanozyten. Diese großen hellen Zellen enthalten Melanosomen, in denen Melanin synthetisiert und gespeichert wird.
Melanin ist das Hautpigment, das der haut die eigentliche braune Farbe gibt.
Das Melanin wir dann an die benachbarten Keratinozyten abgegeben. Melanin ist ein Pigment, das beispielsweise die Bräunung der haut hervorruft.
Auch Langerhans- Zellen befinden sich in der Epidermis. Sie spielen eine wesentliche Rolle bei Allergien. Für besonders Interessierte: Die Langerhans- Zellen sind für die Allergie vom Typ IV (z. Bsp. allergisches Kontaktekzem) verantwortlich.
T- Lymphozyten haben eine immunologische Funktion und kommen vereinzelt in der Epidermis, vor allem jedoch in der Dermis vor. Sie kooperieren mit den Langerhans- Zellen.
Merkel- Zellen finden sich in der innersten Schicht der Epidermis. Sie vermitteln die Tastempfindung.
Verbindungszone zwischen Dermis und Epidermis
Die beiden Schichten der Haut (Kutis) sind eng miteinander verbunden. Für diese Verbindung sorgen unter anderem so genannte Reteleisten.
Eine Basalmembran (dünne Trennschicht) zwischen den Schichten kontrolliert den Austausch von Zellen und Molekülen. Sie besteht aus 2 Schichten. Jeweils eine dieser Schichten ist mit Hilfe von Verankerungsfilamenten mit der nächst gelegenen Hautschicht verbunden. Die innere Schicht ist mit der Dermis und die äußere Schicht mit der außen gelegenen Epidermis verbunden.
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Dermis
Der zweite Teil der Cutis (Haut), die Dermis, auch Lederhaut genannt, ist das Bindegewebe unter der Epidermis und erstreckt sich in die Tiefe bis zum subkutanen Fett (subkutan = unter der Kutis / Haut). Hauptkomponenten sind Zellen und Bindegewebsfasern, die in eine gallertartige Grundsubstanz eingebettet sind.
Es handelt sich hierbei um Kollagenfasern, elastische Fasern und Retikulinfasern. Hierdurch ist die Reißfestigkeit und reversible (wiederherstellbare) Verformbarkeit der Haut gesichert.
Die Dermis ist in zwei Schichten unterteilt:
- Die Papillarschicht (Stratum papillare), die an der Epidermis anliegt und
- die Geflechtschicht (Stratum reticulare), welche direkt an die Unterhaut angrenzt. In der Geflechtschicht entspringen Haarfollikel und Schweißdrüsen.
In der Dermis befinden sich auch Geflechte aus Gefäßen (Gefäßplexus). Sie dienen der Versorgung der Haut mit Nährstoffen und der Temperaturregulation.
Subkutis - Unterhautgewebe
Dieses so genannte Unterhautgwebe schließt sich an das Stratum reticulare der Dermis an. Es besteht aus lockerem Binde- und subkutanem Fettgewebe.
Funktionen der Haut
Die Haut (Cutis) übernimmt für unseren Körper zwei wichtige Funktionen.
Zum einen hat sie eine Abwehr- und Schutzfunktion, zum anderen ist sie für die Reizaufnahme verantwortlich. Sie hat die Funktion schädliche Einwirkungen abzuwehren und physiologisch notwendige Austauschfunktionen (Wärmeaustausch) und Sinneseindrücke zu ermöglichen. Die Schutzfunktionen sind sehr vielfältig.
Schutz- und Abwehrfunktionen
- Schutz vor mechanischen Einwirkungen
Wird der Haut verliehen durch ihre Zugfestigkeit, Dehnbarkeit und Elastizität - Schutz vor chemischen Noxen und mikrobiellen Eindringlingen
Der spezielle Aufbau der Körnerschicht und der Hautoberflächenfilm (z. Bsp. Fettgehalt, pH 5,7, sog. Säureschutzmantel) bilden eine Barriere für oben genanntes. Falls doch Erreger oder Moleküle in die Haut eindringen sollten, lösen sie immunologische Abwehrmechanismen aus. - Schutz vor Austrocknung
Die Wasserverdunstung bei einem Menschen ohne Epidermis würde 20l pro Tag betragen. - Schutz gegen Strahlennoxen
Der Strahlenschutz der Haut funktioniert indem sie Licht reflektiert und absorbiert. - Immunreaktionen
Haben Noxen doch einmal die Schutzbarriere der Haut überwunden, kann die Haut eine Immunreaktion auslösen. - Temperaturregulation
Eine Regulation der Temperatur erfolgt reaktiv durch die Durchblutung und Schweißbildung. Bei Hitze werden die Blutgefäße der Haut weit gestellt und es tritt Wasser an die Hautoberfläche aus.
Reizaufnahme
Merkel - Zellen sind Sinnesrezeptoren in der Epidermis und werden als Rezeptoren für Berührung (Mechanorezeptoren) angesehen.
In der Dermis liegen zahlreich Nerven und Nervenendigungen.
Freie Nervenendigungen leiten
- Schmerz
- Juckreiz und
- Temperatur.
Hierbei wird zwischen Kälte- und Wärmerezeptoren unterschieden.
Vater - Paccini - Körperchen sind Mechanorezeptoren für Druck und Vibration. Sie liegen tief in der Dermis oder im tiefen Fettgewebe der Hand- und Fußinnenflächen.
Meißner - Tastkörperchen sind Berührungsrezeptoren und liegen im Bindegewebe der Papillarschicht der Dermis. Sie liegen ebenfalls hauptsächlich an den Hand- und Fußinnenflächen.
Abhängig von der Lokalisation dieser Tastkörperchen, haben diese auch ein unterschiedliches Zeitverhalten. Einige mit sehr schneller bis hin zu langsamer Adaptation (Anpassung / Gewöhnung).
Wichtige Hauterkrankungen
Wichtige Hauterkrankungen, die Sie bereits bei uns finden können:
- Gürtelrose
Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine virale Erkrankung, die auf eine Windpockenerkrankung in der Kindheit zurückführen lasst.
Mehr zum Thema finden Sie unter: Gürtelrose - Neurodermitis
Die Neurodermitis wird umgangsprachlich auch als atopisches Ekzem bezeichnet. Mehr zu diesem Thema finden Sie unter Neurodermitis. - Psoriasis
Die Psoriasis wird umgangssprachlich auch als Schuppenflechte bezeichent. Mehr zu diesem Thema finden Sie unter Psoriasis. - Melanom
Bei einem Melanom handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Haut. Der Tumor geht von den Pigmentzellen, den sogenannten Melanozyten aus. Mehr zu diesem Thema finden Sie unter Melanom. - Herpes
Beim Herpes handelt es sich um eine virale Erkrankung. Der Herpes - Virus befällt Gefühlsnerven, besonders der Lippe. Beim Immunschwäche kommt die Erkrankung zum Ausbruch.
Mehr zu diesem Thema finden Sie unter Herpes
Eine Liste alle Themen zur Dermatologie, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter:
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