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Rippenbruch
Synonyme
Rippenbruch, Rippe, Rippenserienbruch, Rippenserienfraktur, Bruch der Rippe, Pneumothorax, Schmerzen, Lunge, Bauch, Rippenstückbruch, Rippenfraktur
Definition
Bei einem Rippenbruch (Rippenfraktur) handelt es sich um einen Bruch der Rippe im knöchernen oder knorpeligen Anteil. Von einem Rippenserienbruch (Rippenserienfraktur) spricht man, wenn mindestens drei oder mehr benachbarte Rippen einen Bruch aufweisen. Von einer Rippenstückbruch (Rippenstückfraktur) spricht man, wenn eine Rippe zweimal gebrochen ist, wenn sozusagen ein Stück Rippe herausgebrochen. In der Regel treten Rippenstückbrüche nur noch erheblichen äußerlichen Gewalteinbrüchen auf, wie Sie bei Verkehrsunfällen oder Fahrradstürzen unter hoher Geschwindigkeit vorkommen.
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Abbildung Brustkorb (Thorax)
- 1. Rippe
- 12. Rippe
- Brustbein / Sternum
- Rippen - Brustbein - Gelenk
Blau ist der Knorpelanteil der Rippe.
Hinweis
Für die anatomischen Grundlagen beachten Sie bitte unsere Themen Rippe und Brustkorb (Thorax).
Ursache
In der Regel entsteht ein Rippenbruch durch einen direkten Unfallmechanismus wie z.B. den Sturz auf den Brustkorb / Rippen. Bei bekannter Osteoporose kann es auch ohne Unfall zu einem Rippenbruch, z.B. durch ein kräftiges Husten kommen.
Bei starker Gewalteinwirkung wie bei Verkehrsunfällen oder Reitunfällen können gleich mehrere Rippen brechen.
Symptome
Typische Symptome bei einem Rippenbruch sind die lokalen Schmerzen, die sich bei der Atembewegung verstärken. Insbesondere das tiefe Einatmen und Husten verursachen Schmerzen direkt über dem Bruchbereich.
Schmerzbedingt kann es zu einer nur oberflächlichen Schonatmung oder Atemhemmung kommen, was sich insbesondere bei Älteren Patienten problematisch auf die Sauerstoffversorgung auswirken kann.
Besonders bei der Rippenserienfraktur kann es zu einer Atemhemmung kommen.
Sind mehrere nebeneinander liegende Rippen, ggf. auch mehrfach gebrochen (Rippenstückbruch) kann es zu einer sogenannten paradoxen Atmung oder inversen Atmung kommen. Hierbei zieht sich der Brustkorb - entgegen der natürlichen Bewegung – bei Einatmung (Inspiration) ein und beult sich bei Ausatmung entsprechend aus.
Brüche in der vorderen Brustkorbwand wirken sich stärker schwächend auf die Atmung auf, als rückseitig gelegene Frakturen, da hier die Rippe durch die Rückenmuskulatur zusätzlich stabilisiert wird.
Beim Rippenserienbruch müssen weitere Begleitverletzungen wie beispielsweise Verletzungen innere Bauchorgane abgeklärt werden.
Das größte Risiko beim Rippenbruch liegt in der Verletzung der Lunge des Herzens oder der Hauptschlagader (Aorta) durch die gebrochene Rippe. Hierdurch kann es zu massiven Blutungen in die Lunge (Hämatothorax)oder zum kollabieren (zusammenfallen) der Lunge (Pneumothorax) kommen.
Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auch unter:
Pneumothorax
In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um isolierte unverschobene Rippenfrakturen.
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Diagnostik
Die Diagnose eines Rippenbruchs wird durch das Röntgenbild gestellt. Hierfür muß der Brustkorb in zwei Ebenen geröntgt werden. Bei konkretem Anhalt für einen Bruch einer bestimmten Rippe kann eine Röntegenzielaufnahme (knöcherner Hemithorax) angefertigt werden.
Beim Bruch der Rippe kann der Knochen einen Lungenflügel verletzen. Als Folge daraus kann der betroffene Lungenflügel in sich zusammenfallen. Dieser Lungenteil kann nicht mehr an dem Gasaustausch teilnehmen. In der Regel reicht der andere Lungenflügel aus, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Zum Ausschluß eines Pneumothorax (kollabierter Lungenflügel) kann gezielt eine Röntgenuntersuchung in Ausatmung (Exspiration) durchgeführt werden.
Einzelne unverschobene Rippenbrüche können teilweise erst nach Tagen erkannt werden. Hierbei empfiehlt es sich bei gleichbleibenden Beschwerden eine Röntgenkontrollaufnahme (Vergleichsaufnahme) durchzuführen.
Zum Ausschluß von weiteren Verletzungen von inneren Organen kann eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) durchgeführt werden. Hierbei kann festgestellt werden, ob sich Flüssigkeit in der Lunge befindet, z.B. als Folge einer Lungenblutung (Pleuraerguß) oder Milz, Leber und / oder Niere verletzt wurden.
Andere Ursachen für Schmerzen im Rippenbereich kann ein Bruch oder Prellung des Brustbeins sein.
Bei Verdacht auf eine Herzverletzung, bzw. bei einer vorliegenden Rippenserienfraktur sollte ein EKG geschrieben werden.
Bei einer Rippenserienfraktur kann ggf. zur Gesamtbeurteilung eine Computertomographie (CT) sinnvoll sein.
Therapie
Der unverschobene Rippenbruch kann konservativ unter Gabe von Schmerzmedikamenten wie z.B. Ibuprofen oder Tramadol oder Novalgin gut behandelt werden. Bei bestehenden Reizhusten sollte dieser ebenfalls medikamentös gedämpft werden. Hierfür kommen z.B. Paracodein – Tropfen in Frage.
Bei einer Rippenserienfraktur sollte der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen werden, um zu Überprüfen das die Sauerstoffversorgung sichergestellt ist.
Bei einer Schonatmung muß darauf geachtet werden, daß sich keine Infektionen über die verminderte Beatmung bilden.
Ist die Lunge geringgradig kollabiert (Mantelpneumothorax) müssen in regelmäßigen Abständen Röntgenkontrollen durchgeführt werden, um die Verbesserung des Befundes zu dokumentieren.
Ist ein Lungenflügel (Pneumothorax) kollabiert, muß dieser kurzfristig wieder entfaltet werden. Hierzu wird von außen ein kleiner Schlauch (Drainage) in die Lunge, genauer gesagt, in das Rippenfell eingebracht. Über einen Unterdruck (25 – 30 cm H20), der an die Saugdrainge (Schlach) angebracht wird, kann nun die fehlerhaft in das Rippenfell eingebrachte Luft wieder absagen und die Lunge entfalten.
Hierbei handelt es sich um einen kleinen operativen Eingriff.
Abbildung Brustkorb (Thorax) im CT
- Schlüsselbein (Clavicula)
- Brustbein (Sternum)
- Rippen (Costae)
Nachbehandlung
Eine Röntgenkontrollaufnahme ist in der Regel nicht notwendig.
Insbesondere bei älteren Patienten sollte ein Atemtraining durchgeführt werden, da durch die schmerzbedingte Schonatmung es zu Minderbelüftungen von Lungenanteilen (Hypoventilation) oder einem Kollaps von kleinen Lungenanteilen (Atelektase) kommen kann.
Prognose
Rippenfraktur verheilen in den meisten Fällen auch bei Stückbrüchen oder Serienfrakturen problemlos wieder zusammen.
Unterhalb jeder Rippe verläuft ein Gefäß – Nervenbündel. Bei Verletzung des Nerven können Schmerzen im Bereich der Rippe, eine sogenannte Intercostalneuralgie resultieren.
Weiterführende Informationen
Folgende Themen könnten weiterhin von Interesse für Sie sein:
- RippenRippen
- Brustkorb
- Thorax
- Dicofenac
- Ibuprofen
- Tramal
- Valoron
- Wirbelbruch
- Handgelenkbruch
- Schlüsselbeinbruch
Weitere orthopädische und unfallchirurgische Themen finden Sie unter Orthopädie A-Z.
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