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Zahnimplantate
Einleitung
Die Implantation von körperfremden Material, sei es als Hüftgelenksersatz oder künstlichem Knie ist heute schon fast eine Routineoperation, insbesondere durch den immer höher werdenden Anteil älterer Menschen, bei denen Verschleißerscheinungen der Gelenke natürlich öfter auftreten.
Mehr und mehr werden auch in der Mundhöhle Implantate aus Metall oder Keramik als Zahnwurzelersatz/ Zahnersatz und Befestigungselemente für eine prothetische Versorgung eingesetzt. Heute sind sie deshalb ein fester Bestandteil der zahnärztlichen Therapie.
Historie
Das Einsetzen vo Zahnimplantat wurde erstmals in den 50er Jahren angewendet. Allerdings wurde die Implantologie erst 30 Jahre später von der zahnärztlichen Gesellschaft als nützliche und geprüfte Therapie anerkannt. Es waren zunächst die sogenannten Blattimplantate. Damit diese ins Kiefergelenk eingesetzt werden konnten, war das Schneiden großer Rinnen in den Knochen erforderlich. Heute werden diese Implantate deshalb nicht mehr verwendet. Die Forschung befasste sich vor allem mit der Entwicklung von geeigneten Werkstoffen. Diese sollten natürlich gewebeverträglich sein und eine feste Verbindung mit dem Kieferknochen erzielen. So gab es Implantate aus Keramik- Zirkoniumdioxyd, Titan und aus mit Keramik beschichtetem Titan. Auch die Formen und Oberflächen der Implantate wurden variiert, um eine möglichst innige Verbindung mit dem Knochen zu gewährleisten. Besonders die Oberflächen der Implantate wurden zur Vergrößerung der Fläche, teilweise durch Anätzen, immer wieder neu gestaltet, immer mit dem Ziel die Knochenanlagerung zu verbessern. Heute werden die Zahnimplantate fast ausschließlich aus reinem Titan gefertigt, da sich dieses Material als äußerst gut verträglich erwiesen hat. Inzwischen stehen für den implantologisch tätigen Zahnarzt viele unterschiedliche Implantationssysteme zur Verfügung, sodass er das für den einzelnen Fall notwendige Verfahren auswählen kann.
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Voraussetzungen für die Implantation
Wenn man sich entschlossen hat, die Retauration mit Zahnimplantaten durchführen zulassen, sollte man sich auf jeden Fall an einen Spezialisten für Implantologie wenden, um von seinen Erfahrungen zu profitieren. Dieser wird dann das individuelle Implantatsystem vorschlagen.
Vor Beginn einer prothetischen Versorgung mittels Implantaten steht die Planung der Behandlung, in der die Wünsche des Patienten und die Möglichkeiten sowie Vor-und Nachteile einer solchen Versorgung eines Restgebisses oder eines unbezahnten Kiefers erörtert werden, und welche Alternativen es gibt. Dabei spielt die finanzielle Frage auch eine nicht unerhebliche Rolle, denn bis heute geben die gesetzlichen Krankenkassen keinen Zuschuss für die Implantatbehandlung, sondern nur für die Suprakonstruktion.
Damit überhaupt ein Zahnimplantat gesetzt werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Es muss genügend fester Knochen vorhanden sein, damit der Zahnarzt das Implantat tief genug eingebracht werden kann. Der Unterkieferknochen ist stabiler als der Oberkieferknochen und stellt deshalb kein Risiko für ein Implantat dar. Das Röntgenbild zeigt, ob die Knochenverhältnisse. ausreichend sind. Ist dies nicht der Fall, muss auf ein Implantat verzichtet werden, oder aber der Knochen muss durch Einpflanzen von autologen d.h. körpereigenen Knochen verstärkt werden. Im Oberkiefer stellt die Kieferhöhle eine weitere Komplikation dar. Sie kann unterschiedliche Ausmaße haben und dadurch keinen Platz zum Setzen eines Implantats lassen.
Ein wichtiger Gesichtspunkt ist die Mundhygiene des Patienten. Die Haltbarkeit eines Implantats hängt wesentlich davon ab, ob der Patient in der Lage und Willens ist, eine sorgfältige Mundhygiene zu betreiben . Besonders bei fest sitzenden Versorgungen ist dies nicht immer einfach. Patienten, bei denen dies nicht zu erwarten ist, sollten keine Implantate bekommen.
Sofortige oder konventionelle Implantation
Das sogenannte Sofortimplantat eignet sich nur bei einwurzeligen Zähnen. Weg weisend war das sogenannte Tübinger Sofortimplantat von Prof. Schulte, das allerdings ein Keramikimplantat war. Bei der Extraktion darf der Knochen nicht beschädigt werden, sodass eine glatte Alveole besteht, in die das Zahnimplantat eingesetzt werden kann. Zähne mit zwei oder drei Wurzeln sind für diese Art der Zahnimplantate nicht geeignet. Am sichersten ist das konventionelle Vorgehen, bei dem die Heilung des Knochens abgeschlossen ist. Der Nachteil ist jedoch, dass der Patient mehrere Monate warten muss, bis die abschließende Behandlung beginnen kann. Aber mit einer Interimsprothese ist diese Wartezeit gut zu überbrücken.
Eine weitere Frage ist, ob nach einer Implantation das Zahnimplantat gleich belastet werden kann. Es gibt heute Implantatsysteme, die eine sofortige Belastung versprechen. Ob die Kieferverhältnisse dazu geeignet sind, muss der Zahnarzt entscheiden. Auch hier gilt, dass ein Einwachsen des Implantats, die Osseointegration, über mehrere Monate die sicherste Methode ist, um eine innige Verbindung von Implantat und Knochen zu gewährleisten.
Indikationen
Zahnimplantate ersetzen die Zahnwurzel und dienen dem Ersatz verloren gegangener Zähne. Ist ein einzelner Zahn extrahiert worden, so kann ein Implantat die Basis für eine Krone sein. Als Alternative bietet sich eine Zahnbrücke an, aber dafür müssten zwei benachbarte Zähne beschliffen und ebenfalls überkront werden, ein Verlust an gesunder Zahnsubstanz, der durch das Implantat vermieden wird. Fehlen mehrere Zähne können Zahnimplantate ebenfalls die Pfeilerzähne ersetzen. Die Alternative wäre eine herausnehmbare Prothese. Wenn auch die letzten Zähne in der Zahnreihe fehlen ist eine Zahnbrücke nur mit Hilfe von Implantaten möglich. Bei einem zahnlosen Kiefer bietet sich in der Mehrzahl der Fälle eine Totalprothese an. Es gibt aber Patienten, deren Kieferverhältnisse so ungünstig sind, dass eine Prothese nicht richtig hält. Um die lästige Anwendung von Haftmitteln zu vermeiden, können Implantate für eine sichere Verankerung sorgen. Eine solche Versorgung ist auch dann notwendig, wenn der Patient nur einen fest sitzenden Ersatz wünscht. Allerdings ist es bei diesen Patienten nicht nur mit einem Implantat getan, sonder es müssen je nach Zustand des Kiefers mindestens sechs Implantate gesetzt werden.
Im Unterkiefer haben wir oft Schwierigkeiten, eine Totalprothese zum Halten zu bringen. Insbesondere dann, wenn der Kieferkamm schon stark abgesunken ist. Der Grund für den schlechten Halt der Totalprothese liegt an den Zungenbewegungen, an den Bewegungen der Kau- und Unterzungenmuskulatur. Hier sind Implantate oft die letzte Rettung .
Kontraindikationen
Es gibt einige Aspekte, nach denen es sinnvoller ist, herkömmliche Alternativen zu einer Implantatversorgung zu bevorzugen. Wenn der Kieferknochen zu stark abgebaut ist und eine Augmentation, ein Auffüllen mit eigenem Knochen nicht gewünscht wird, ist eine Versorgung mit Implantaten nicht möglich. Auch Medikamente, die den Knochenstoffwechsel stören, wie Bisphosphonate, oder die Behandlung mit Zytostatika und Kortison stellen die Verwendung von Implantaten infrage. Auch bei starken Rauchern muss man prüfen, ob Implantate gesetzt werden sollen. Natürlich sollten Patienten mit einer schlechten Mundhygiene von einer Implantatversorgung ausgenommen werden
Behandlungsablauf
Sind die vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen, kann mit der Zahnimplantation begonnen werden. Der kleine chirurgische operative Eingriff wird meistens in Lokalanästhesie durchgeführt. Aufwändiger ist der Eingriff, wenn ein Knochenaufbau notwendig ist. Sind mehrere Implantate zu setzen und ist der Patient sehr ängstlich, kann auch in Vollnarkose gearbeitet werden. Zunächst wird mit einem kleinen Schnitt die Schleimhaut durchtrennt und dann mit einem für das verwendete Zahnimplantat angepassten Bohrer das Lager für das Implantat bereitet. Dieses wird eingesetzt und die Schleimhaut wieder verschlossen. Danach kann es zu nur geringen Schmerzen kommen, die aber mit Schmerztabletten zu beseitigen sind. Durch Kühlung unmittelbar nach der Operation sind Schwellungen zu vermeiden. Danach muss die Osseointegration abgewartet werden, was 3 bis 6 Monate dauern kann. Eine Interimsprothese überbrückt die Zeit. Ist das Implantat eingeheilt, kann mit der Anfertigung der Suprakonstruktion begonnen werden Entweder mit einer fest sitzenden Brückenkonstruktion oder aber mit einer herausnehmbaren Prothese, die mit Halteelementen an den Implantaten verankert ist.
Für die Haltbarkeit von Implantaten ist es sehr wichtig, dass die Suprakonstruktion statisch einwandfrei ist, da bei ungleichmäßiger Belastung, sich die Implantate mit der Zeit lockern können und die Implantation somit zum Misserfolg wird. Deshalb mussen bei einer solchen Behandlung Zahnarzt und Zahntechniker eng zusammen arbeiten.
Nachsorge
Für den Erhalt des Zahnimplantats ist eine professionelle und häusliche Pflege unerlässlich. Der Patient muss die Implantate sehr sorgfältig von bakteriellen Belägen frei halten, denn es besteht dir Gefahr, dass sonst Bakterien zwischen Schleimhaut und Zahnimplantat eindringen und eine Periimplantitis, ähnlich der Parodontitis erzeugen, die unbehandelt letztendlich zur Lockerung und Verlust des Implantats führt. Die Bakterien können umso leichter eindringen, weil der Schleimhautabschluss im Gegensatz zum natürlichen Abschluss narbig ist.
Lebensdauer von Implantaten
Es gibt unterschiedliche Angaben über die Lebensdauer von Implantaten, sie reichen von 10 Jahren bis lebenslänglich. Die Haltbarkeit von Zahnimplantaten hängt wesentlich von 3 Faktoren ab. Der Osseointegration, also der Verbindung des Implantats mit dem Kieferknochen, der Konstruktion der darauf befestigten Zahnbrücke oder Prothese, die eine gleichmäßige Verteilung des Kaudrucks auf die Implantate gewährleisten und der sorgfältigen Reinigung der Implantate. Wenn diese 3 Voraussetzungen gegeben sind, dürfte das Implantat für lange Zeit seine Funktion erfüllen.
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Wann Brücke, wann ein Implantat?
Brücken können nur angefertigt werden, wenn noch mindestens 2 Pfeilerzähne vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall, kann der fehlende Pfeilerzahn durch ein Implantat ersetzt werden.
Kosten / Preise
Grundsätzlich werden die Kosten für Zahnmplantate von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Die Höhe der Kosten richtet sich nach der Zahl der Implantate und dem verwendetem Implantatsystem.
In jedem Fall ist des Setzen eines Implantats teurer als die Anfertigung einer Zahnkrone.
Bei privat Versicherten sollte im Vorfeld immer eine Kostenübernahme Anfrage gestellt werden, damit nicht im nachhinein Probleme mit der Kostenübernahme entstehen.
Zusammenfassung
Implantate ersetzen die Wurzeln der natürlichen Zähne. Sie dienen der Befestigung von Brücken und Prothesen. Zahnimplantate sollten immer von einem erfahrenen Implantologen eingesetzt werden, dem eine Vielzahl unterschiedlicher Implantatsysteme zur Verfügung steht. Zur Zeit ist reines Titan der verträglichste Werkstoff. Es werden sofort belastbare Implantatsysteme und solche konventioneller Art angeboten. Wichtig ist die feste Verankerung im Knochen und die sorgfältige Planung der Suprakonstruktion. Wegen der besonderen anatomischen Verhältnisse an der Übergangsstelle zwischen Implantat und Schleimhaut ist eine sorgfältige Reinigung für den Erhalt des Implantats unbedingt erforderlich.
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