Abszess

Synonyme im weiterem Sinne


Eiteransammlung

Englisch: abscess

Lesen Sie auch:

Einleitung

Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung in einer nicht Vorgeformten Körperhöhle. Dieser entsteht durch entzündliche Einschmelzungen der Gewebshaut. Die entzündliche Reaktion wird dabei durch verschiedene Bakterien hervorgerufen, die oftmals Teil der normalen Hautflora sind, und durch Verletzungen in die Haut eindringen und dort entzündliche Reaktionen hervorrufen können. Durch die Eiteransammlung übt der Abszess Druck auf das umgebende Gewebe aus, und kann so zu Schmerzen führen. 

Ursache

Die Mehrzahl der Abszesse entsteht ohne offensichtliche Ursache. In der Regel sind Bakterien die auslösenden Faktoren eines Abszess. Oftmals können Gattungen des Staphylokokkus aureus aus dem Abszess isoliert werden. Aber auch Streptokokken, die zur normalen Hautflora gehören, können Entzündungsreaktionen und somit Abszesse hervorrufen. Die Erreger können durch kleinste Verletzungen in die Haut eindringen und zur Bildung eines Abszesses führen. Aber auch Operationen, Fremdkörper oder Spritzen können durch Eindringen von Erregern in die Haut zur Abszessbildung beitragen. Als Schutzmechanismus baut der Körper einen Schutzwall um den Abszess, um eine Ausbreitung der Erreger einzudämmen. Dieser Schutzwall besteht aus Granulationsgewebe, das zahlreiche Abwehrzellen enthält und wird als Abszessmembran bezeichnet.
Der Eiter innerhalb der Abszesshöhle besteht im wesentlichen aus abgestorbenen Zellen, Bakterien und Abwehrzellen (neutrophile Granulozyten). Neben diesen gewöhnlichen Abszessen gibt es noch die „kalten Abszesse“. Aus diesen können keine Erreger isoliert werden. Gründe für diese Abszessbildung sind noch nicht ausreichend erklärt.

Symptome

Der oberflächliche Abszess zeigt typische Hautreaktionen mit Rötung und Erwärmung der Haut über dem Abszess. Tiefere Abszesse können zunächst völlig symptomlos verlaufen, bis sie sich eröffnen und es zur Ausbreitung der Erreger im Körper kommt. Dann treten typische klinische Symptome mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl auf. Breiten sich die Erreger in der Blutbahn aus, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis), die mit sehr schwerem allgemeinem Krankheitsgefühl und hohem Fieber einhergeht. Die Sepsis kann unbehandelt tödlich verlaufen und ist deswegen eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung die möglichst schnell antibiotisch therapiert werden muss. Aufgrund dessen sollte ein Abszess immer frühzeitig behandelt werden. Deutliches Zeichen für eine dringende Behandlung sind Fieber, eine Größenzunahme des Abszesses, sowie deutliche Rötung und Schmerzen im Abszessbereich. 

Diagnostik

Da ein Abszess oftmals Schmerzen hervorruft, führt er den Betroffenen Patienten in der Regel schnell zum Arzt. Dieser kann einen Abszess leicht erkennen und von ähnlichen Hauterscheinungen abgrenzen. Da ein Abszess immer von einer deutlichen Rötung begleitet wird, unterscheidet er sich dadurch von Pickeln oder Furunkeln. Eine weitere wichtige Differenzierung zum Furunkel ist, dass diese immer an Haarwurzeln auftreten und somit durch einen Mediziner leicht unterschieden werden können. Außerdem wird ein Abszess oft von Schmerzen und eventuel auch von Fieber begleitet. Wichtigstes diagnostisches Zeichen ist somit die Klinik. Im Labor steigen die Entzündungswerte wie CRP und die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) an. Auch in den Bild gebenden Verfahren Ultraschall und Computertomographie lässt sich die Abszesshöhle darstellen. Nicht zuletzt wird durch Punktion des Abszesse die Eiteransammlung sichtbar, die im mikrobiologischen Labor typische Erreger zeigt.

Prognose

Abszesse heilen in der Regel sehr gut wieder aus, wenn die richtige Behandlung durchgeführt wird. So ist die gründliche Ausräumung und Erregerspezifische Antibiotikatherapie sehr wichtig, um den Abszess ausreichend behandeln zu können. Dennoch können einige Abszessformen gefährliche Komplikationen mit sich bringen. Umso wichtiger ist die spezifische Behandlung des Abszess.

Prophylaxe

Es ist schwer sich vor Abszessen zu schützen, da man die Entstehung oft nicht beeinflussen kann. Spritzenabszesse lassen sich durch ordnungsgemäße Desinfektion vor der Intervention vermeiden. Auch weitergeleitete Abszesse lassen sich durch sorgfältige und spezifische Therapie der Grunderkrankung vermeiden. Hierbei ist es besonders wichtig, dass die Infektionen der Pneumatisationsräume gut und ausreichend behandelt werden, da Hirnabszesse schwerwiegende Folgen mit sich bringen können und in einigen Fällen letal enden.

Zusammenfassung

Vor einere Abszessbildung ist niemand sicher. Es handelt sich beim Abszess um eine Infektion, die bei den meisten Menschen einmal im Leben vorkommt und in der Regel einfach und folgenlos therapiert werden kann. Da ein Abszess jedoch zu Blutvergiftungen oder Ausbreitung in andere Organe führen kann, sollte er immer sorgfältig und möglichst frühzeitig therapiert werden. Dadurch lassen sich Komplikationen und operative Eingriffe vermeiden. Außerdem sollte durch ausreichende Hygienische Maßnahmen und Desinfektion die Bildung vermeidbarer Abszesse verhindert werden. 


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.05.2012