Inhalt:
AIDS
Synonyme im weiteren Sinne
Humanes - Immundefizienz - Virus, Immunerkrankung
Englisch: HIV, human- immunodeficiency virus
Definition
AIDS steht für eine Erkrankung namens (engl.) aquired immunodeficiency syndrome (erworbenes Immundefizienz - Syndrom), welche durch das ausgelöst wird.
Bei dem HI -Virus handelt es sich um einen RNA-Virus aus der Gruppe der Retroviren. Es befällt nur bestimmte Zellen, die dem Abwehrsystem / Immunsystem und dem Nervensystem angehören.
Zusammenfassung

- AIDS - Schleife
HIV ist ein RNA- Virus, welcher die Krankheit AIDS auslöst. HIV- positiv zu sein bedeutet nicht an AIDS erkrankt zu sein. AIDS ist die Bezeichnung für die ausgebrochene Krankheit.
Die Krankheit breitete sich von Afrika in die ganze Welt aus und nimmt noch heute zu. Es existieren 2 verschiedene HI- Viren. Die Ansteckung erfolgt meist auf sexuellem Wege, über infizierte Nadeln bei Drogenmissbrauch oder über infizierte Blutprodukte. Der HI- Virus befällt nur Zellen, die auf ihrer Oberfläche spezielle Merkmale (auch CD4- Zellen genannt) tragen. Diese Zellen gehören zum Abwehrsystem / immunsystem des Körpers, wodurch dieses stark geschwächt wird.
Die Krankheit wird in verschiedene Stadien eingeteilt, wobei erst das Endstadium als AIDS bezeichnet wird. Häufig kommt es zu Infektionen mit Erregern, welche für gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem meist völlig harmlos sind. Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis von Antikörpern gegen das Virus oder sogar durch direkten Virennachweis. Zur Therapie werden so genannte NRTI, NNRTI oder PI (siehe Therapie AIDS) eingesetzt.
Da die Erkrankung bis heute nicht heilbar ist und auch keine Impfung existiert, kommt der Prophylaxe eine besondere Bedeutung zu. Neben der Aufklärung der Risikogruppen über die Infektionswege, spielen die Benutzung von Kondomen („safe sex“) und die Eindämmung der Prostitution eine große Rolle.
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Epidemiologie
Die älteste gesicherte HIV-Infektion stammt aus Zaire 1959. Ab 1980 breitete sich der Virus von Zentralafrika über die Karibik in die USA aus. Von da aus kam die Krankheit nach Europa und in andere Regionen. Es erkrankten hauptsächlich homosexuelle Männer und i.v.- Drogenabhängige. Die Übertragung durch heterosexuellen Kontakt nimmt jedoch kontinuierlich zu.
Häufige Todesursache AIDS
AIDS zählt zu den 5 häufigsten infektiösen Todesursachen der Welt.
Erreger HIV

- HI - Virus (HIV)
Es gibt zwei Formen des HIV:
- HIV 1: Hierbei handelt es sich um den weltweit häufigsten Typ. Es existieren drei Untergruppen.
- HIV 2: Es existieren sechs Untergruppen, die überwiegend in Westafrika vorkommen.
In der Regel infiziert man sich mit einer dieser Gruppen, wobei auch Doppelinfektionen vorkommen können.
Das HI - Virus gehört zu der Gruppe der Retroviren und enthält RNS. Es besitzt die Fähigkeit mit Hilfe eines Enzyms seine RNS (RNA), worauf die genetische Information des Virus gespeichert ist, in DNS (DNA) umzuschreiben. Das Virus wirkt direkt schädigend auf Immunsystem und Nervensystem. Obwohl bei infizierten Personen Antikörper gebildet werden, kann das Virus nicht aus dem Körper eliminiert werden.
Infektionswege

- Ansteckungsweg
Für die Infektion mit HIV gibt es drei hauptsächliche Infektionswege:
Sexuell
Hier besteht das Risiko vor allem in ungeschütztem Geschlechtsverkehr besonders in den Risikogebieten. Laut Statistik ist jeder zweite homosexuelle Mann mit dem Virus infiziert. Bei den heterosexuellen Personen beträgt diese Häufigkeit etwa 20%.
Parenteral
Hier zählt der i.v.- Drogenmissbrauch zu den gefährlichsten
Ansteckungsarten, vor allem wenn so genanntes „needle sharing“ (Nadeltausch) betrieben wird-
Ansteckung über Blut(produkte) (z. Bsp. bei Transfusionen)
- Versehentliche Verletzungen im medizinischen Bereich (sehr selten)
Übertragung von der Mutter auf das Kind
Eine HIV - positive Mutter überträgt das Virus in 15 – 20% der Fälle auf ihr ungeborenes Kind. Mit Hilfe einer Chemoprophylaxe sinkt das Risiko auf unter 3%.
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Ursachen
Die Erkrankung AIDS wird durch das HI - Virus (HIV) hervorgerufen. Dieser Virus befällt vor allem Zellen des Immunsystems, die ganz bestimmte Oberflächenmerkmale (CD4) tragen. So wird das Immunsystem (Abwehrsystem) des Körpers geschädigt, indem die T- Helferzellen zerstört werden. Der Körper eines Infizierten verfügt also lediglich noch über ein sehr schwaches Immunsystem, wodurch die Betroffenen sehr anfällig für diverse Krankheiten sind.
Auch Zellen des Gehirns werden durch den Virus in Mitleidenschaft gezogen.
Symptome
Die HIV- Infektion kann in verschiedene Stadien eingeteilt werden. Die CDC (Center of Disease Control) der USA nimmt folgende Unterteilung vor:
| A | B | C |
|---|---|---|---|
Bereiche der T-Helferzellen (/μL) | Asymptomatisch/ akute HIV- Krankheit | Symptomatisch, aber nicht A oder C | AIDS |
> 500 | A1 | B1 | C1 |
200 - 499 | A2 | B2 | C2 |
< 200 | A3 | B3 | C3 |
(A, B und C bezeichnen die Kategorien.)
Kategorie A
Diese Kategorie zeichnet sich dadurch aus, dass etwa 30% der Patienten 3 bis 6 Wochen nach der Erstinfektion Zeichen einer Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) zeigen. Dazu gehören
- Fieber
- Lymphknotenschwellung
- Muskelschmerzen und
- eine vergrößerte Milz.
Der Suchtest nach HIV - Antikörpern ist in diesem Stadium noch negativ. Ein positives Ergebnis zeigt sich meist nach etwa 1 bis 3 Monaten nach der Ansteckung.
Kategorie B
Um die Krankheit in Kategorie B einteilen zu können, muss die Viruslast ansteigen (unter Viruslast bezeichnet man die nachweisbaren Viren im Blut) und die Anzahl der T-Helferzellen (spezielle weiße Blutkörperchen, die zum Immunsystem zählen) sinken.
Kategorie B ist gekennzeichnet durch verschiedene Erkrankungen, die durch den sich immer weiter entwickelnden Immundefekt bedingt sind, aber noch nicht unter Kategorie C fallen:
-
Temperaturen über 38,5°C oder chronischer Durchfall
- Blutungsneigung durch zu geringe Anzahl der Blutplättchen (ohne erkennbare Ursache)
- Weißliche, nicht abstreifbare Beläge am Zungenrand
- Herpes zoster (Gürtelrose)
- Pilzinfektionen (im Hals– oder Genitalbereich)
Kategorie C
Es gibt Krankheiten, die das Vollbild einer HIV-Infektion, also AIDS, charakterisieren und definieren. Hierzu zählen:
-
Wasting-Syndrome
Dies ist ein ungewollter Gewichtsverlust (über 10%) und chronischer Durchfall oder Fieber.
-
HIV-assozierte Enzephalopathie
Dies ist eine Infektion des Zentralnervensytems (ZNS). Zum ZNS gehört außer dem Gehirn auch das Rückenmark.
-
opportunistische Infektionen
Gesunde Menschen befallen diese Erreger fast nie. Auch bei HIV - positiven Menschen, die unter einer entsprechenden antiviralen Therapie stehen, befallen diese Erreger seltener. Bei unbehandelten HIV - positiven jedoch zeigen diese Erkrankungen einen komplizierte Verläufe und schwierige Behandelbarkeit.
Zu diesen Erkrankungen gehören:- Toxoplasmose
- Pilzinfekte (Pneumocystis carinii, Candida albicans, Kryptokokken)
- Bakterieninfekte (häufige Lungenentzündungen, atypische Mykobakterien)
- Virusinfektionen (CMV, Herpes zoster, Herpes simplex)
-
bösartige Tumoren
- Kaposi- Sarkom (blau-violette Flecken/ Knoten vor allem an den Spaltlinien der Haut)
- Non- Hodgkin- Lymphome (meist B- Zelltyp)
- Gebärmutterhalskrebs
- HIV bei Kindern
Kinder stecken sich hauptsächlich direkt bei der HIV - infizierten Mutter an. Diese Kinder sind meist Frühgeburten, leiden an deformierten Köpfen und ZNS - Schäden. Auch sie leiden an opportunistischen Infektionen, die gesunde Menschen sehr selten betreffen.
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Weitere Informationen zum Thema
Weitere Informationen zum Thema Aids, insbesondere zur Diagnose, Therapie, Prognose und Prophylaxe finden Sie auf unserer nächsten Seite Therapie Aids
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