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Akutes Abdomen
Englisch: acute abdomen, surgical abdomen
Synonyme
akuter Bauch
Einleitung
(akut = plötzlich einsetztend, von kurzer Dauer, vs chronisch; Abdomen = Bauchraum, Bauchhöhle)
Unter einem akuten Abdomen versteht man plötzlich einsetzende, zunehmend schwere Erkrankungen des Bauchraumes. Sie geht meist mit starken, plötzlich beginnenden Bauchschmerzen einher. Ohne entsprechende Behandlung gefährden sie den Patienten in seinen lebenswichtigen Parametern.
Das akute Abdomen selbst ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Reaktion des Körpers auf Veränderungen, die ihn vital bedrohen (lebensbedrohlich).
Zusammenfassung
Das akute Abdomen stellt einen Notfall dar. Es handelt sich allerdings nicht um eine eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr um eine Reaktion des Körpers auf Veränderungen, welche akut lebensbedrohlich erscheinen.
Als Ursache kommt eine große Vielzahl von Ereignissen in Frage. Diese reichen von der Blinddarmentzündung, über die Perforation (Durchlöcherung) von Hohlorganen (Magen-Darm-Trakt), bis zu Blutungen nach Traumen (Unfällen). Auch Entzündungen kommen in Frage.
Das Gefährliche beim akuten Abdomen ist, dass sich eine Entzündung der Bauchhöhle und des Bauchfells entwickeln kann, welche nur schwer unter Kontrolle zu bekommen ist und sich schnell eine Blutvergiftung mit Organversagen einstellt.
Zu den wichtigsten Symptomen zählen Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen.
Bei der Diagnosestellung ist neben dem Beschwerdebild, welches der Patient bietet, die Bildgebung von größter Bedeutung.
Ultraschall und Röntgen zählen hier zu den wichtigsten Verfahren. So lässt sich beispielsweise Flüssigkeit oder Luft im Bauchraum diagnostizieren. Sieht man so genannte freie Flüssigkeit könnte es sich um Blut handeln, so genannter freier Luft macht eine Perforation (Durchlöcherung) eines Hohlorgans wahrscheinlich.
Zur Prophylaxe gibt es keine Vorsichtsmaßnahmen. Man sollte die zu Grunde liegende Erkrankung vermeiden.
Ursachen
Zur Entstehung eines akuten Abdomens kann eine Vielzahl von Krankheitsbildern führen. Im Wesentlichen sind zu nennen:
- Darmverschluss (med. Ileus)
- Blutungen
- Perforation (Durchbruch von Hohlorganen)
- Traumen (Unfälle)
Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Blinddarmentzündung (ca. 50%)
- Darmverschluss / Darmlähmung (ca. 20%)
- Gallenblasenentzündung (ca. 10%)
- Durchbruch von Magen und / oder Zwölffingerdarm (ca. 7%)
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse (ca. 3%)
Symptome / Beschwerden
Als wichtigstes Symptom ist hier der Schmerz zu nennen. Treten diese plötzlich auf und sind äußerst heftig, kommen bei Perforationen (Durchbruch, z.B. Magendurchbruch / Darmdurchbruch) vor. Bei kolikartigen Schmerzen, die in wellenförmigen Schüben verlaufen, ist an eine Obstruktion (Verschluß, z.B. Ileus = Darmverschluß) zu denken.
Des Weiteren leiden die Patientenunter
die sich in bestimmte Hautgebiete projizieren. Der Patient weist eine so genannte Abwehrspannung auf: der Bauch ist bretthart. Die Bauchmuskulatur verspannt sich. Dieses Thema könnte Sie auch interessieren: Cholera
Differentialdiagnose
Je nach Schmerzlokalisation kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Die Einteilung erfolgt in Quadranten. Bei Schmerzen (vor allem) im rechten Oberbauch kommen beispielsweise folgende Erkrankungen in Frage:
- Erkrankungen, die Leber und/ oder Gallenblase betreffen
- Gallensteine
- Gallenblasenentzündung
- Gestaute Leber
- Erkrankungen, die Niere betreffend
- Nierensteine
- Gestaute / entzündete Niere
- aber auch Lunge oder Darm können erkrankt sein
Ist der linke Oberbauch betroffen, so können folgende Erkrankungen Auslöser sein:
- auch hier Leber, Lunge und Darm
- zusätzlich noch Milz und Bauchspeicheldrüse
- Milzinfarkt, Milzriss
- Bauchspeicheldrüsenentzündung
Im rechten und linken Unterbauch kommen vor allem
- Darmerkrankungen und
- Erkrankungen im Urogenitalsystem in Betracht
Diagnose

- Die Möglichkeit der Computertomographie zur Diagnose des akuten Abdomen
Die Diagnose gestaltet sich entsprechend der vielen möglichen Krankheitsbilder aufwendig und nicht ganz einfach. Jedoch muss sie schnell und dringlich erfolgen.
Neben der klinischen Untersuchung des Patienten und einem Blutbild, sind vor allem bildgebende Maßnahmen wichtig.
In der Regel wird ein Ultraschall gemacht und ein Röntgenbild des Bauches angefertigt. Im Ultraschall lässt sich Flüssigkeit (z. Bsp. Blut) erkennen oder veränderte Organe darstellen. Im Röntgenbild, welches in Seitenlage angefertigt wird, lässt sich Luft darstellen, die austritt, falls ein Hohlorgan perforiert sein sollte.
Eine Computertomographie (CT) kann die Diagnostik vereinfachen. Auch die Untersuchung des Urins gehört zur Diagnostik. Gegebenenfalls kann auch eine Gastroskopie (Magenspiegelung) durchgeführt werden.
Therapie
Je nach Ursache richtet sich auch die Therapie in eine bestimmte Richtung aus. Ziel ist es in jedem Fall die Funktionalität der betroffenen Organsysteme wiederherzustellen (Organversagen verhindern) und ein Überleben des Patienten zu sichern.
Möglicherweise muss mit einer Einschränkung der Lebensqualität gerechnet werden. Es können zunächst allgemeine Maßnahmen wie beispielsweise Volumenersatz (Blut und/oder Flüssigkeit) und das legen einer Magensonde ergriffen werden. Auch die Gabe von Sauerstoff ist eine der Sofortmaßnahmen. Mindestens zwei venöse Zugänge sollen die Gabe von Medikamenten und Volumen sichern
Alle Vitalparameter (Blutdruck, Herzfrequenz und Atemfrequenz, Sauerstoffgehalt im Blut) müssen per Monitor im Blick gehalten werden und eventuell in physiologische Bahnen gelenkt werden. Normalerweise wird bei Vorliegen eines akuten Abdomens operiert. Antibiotikagabe gehört ebenfalls zu den Therapieoptionen.
Prophylaxe
Eine Prophylaxe des akuten Abdomens ist nicht so einfach möglich. Da sehr viele Pathologien als Auslöser in Frage kommen können, gilt es theoretische all diese zu verhindern.
Aber wie verhindert man eine Blinddarmentzündung? Perforationen bei bekannter Vorerkrankung hingegen lassen sich durch rechtzeitige therapeutische Maßnahmen eher vermeiden.
Auch Gallensteinleiden sind möglicherweise durch ausgewogene Ernährung zu vermeiden. Eine allgemeine Aussage über die Prophylaxe des akuten Abdomens lässt sich nicht treffen.
Prognose
Die Prognose des akuten Abdomens ist abhängig von der genauen Ursache. Fest steht jedoch, dass das akute Abdomen einen Notfall darstellt und sofortiger Handlungsbedarf besteht.
Der Arzt kämpft ja nach Ausmaß und Dauer der bereits bestehenden Beschwerden möglicherweise um das Leben des Patienten.
Ein Milzriss nach einem Unfall ist wohl schwieriger in den Griff zu bekommen, als eine Blinddarmentzündung. Es lässt sich also auch hier keine allgemeine Aussage treffen.
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