Arcoxia

Erklärung / Definition

Strukturformel Arcoxia

Arcoxia gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatikern (NSAR). Es besitzt neben guter schmerlindernder, auch entzündungshemmende Potenz.

Handelsname / Hersteller

Arcoxia 60 mg
Arcoxia 90 mg
Arcoxia 120 mg

von MSD SHARP & DOHME GMBH.

Chemischer Name

5-Chlor-6′-methyl- 3-[4-(methylsulfonyl)phenyl]- 2,3′-bipyridin

Wirkstoff: Etoricoxib

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete von Arcoxia® sind:

Wirkung

Alle NSAR´s hemmen ein körpereigenes Enzym, die sogenannte Cyclooxygenase. Dieses Enzym ist entscheidend an der Bildung von Prostaglandienen beteiligt. Man differenziert zwei Klassen dieser Cycolooxygenase (COX-1 und COX-2).
Prostaglandiene sind sogenannte Schmerzmediatoren, die Funktionen wie:

 

  • Schmerzen
  • Entzündung
  • Fieber

regulieren. Prostaglandiene beeinflussen ebenfalls die Blutgerinnung. Arcoxia ist ein Vertreter einer relativ neuen Klasse von entzündungshemmenden Medikamenten.Es ist ein selektiver Cyclooxygenase 2 (COX-2) Hemmer. Hierunter versteht man allerdings nur eine überwiegend die COX-2 hemmende Wirkung, die für Schmerzen und Schwellung zuständig ist, während sie die COX-1, die u.a. für den Magenschutz reguliert, nur gering hemmen.

Zusammenfassend sind die COX-2 Hemmer ein guter Ansatz selektiver zu therapieren, abzuwarten bleibt, ob für diese selektive Therapie nicht ein erhöhtes Nebenwikungsrisiko (Herzinfarkt und Schlaganfall im besonderen) Erkauf wird.


Dosierung

Arcoxia gibt in der Dosierung mit 60, 90 und 120 mg.
Als Einnahmeempfehlung gibt der Hersteller eine einmal tägliche Einnahme an.

Die Tageshöchstdosis liegt bei 120 mg pro Tag (hier liegen allerdings Einschränkungen in der Indikation und Dauer vor, z.B. Gichtanfall 120 mg Arcoxia für 8 Tage maximal).

Nebenwirkung

Bei der Auflistung beschränken wir uns auf die häufigsten Nebenwirkungen. Da jeder Mensch individuell auf in Medikament reagiert, können natürlich nichterwähnte Nebenwirkungen auftreten.

Allergische Reaktionen:

  • Hautausschlag (Rötung, Jucken)
  • Blutdruckabfall
  • Schock

Magen-Darm-Beschwerden
In einigen Fällen verursacht Arcoxia eine Magenschleimhautentzündung. Dabei wird die Magenschleimhautentzündung durch die direkte Aufnahme von Arcoxia über den Magen ausgelöst.

Schwindel

Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme)

Tinitus

Psychische Beschwerden:

Laborveränderungen (Laborwerte)

  • Erhöhung der Leberenzyme im Blut
  • Verminderung der roten Blutkörperchen

Herzkreislaufbeschwerden

 

Hinweis

Arcoxia gehört zur Gruppe der neuen COX-2 Hemmern, also auch zur Gruppe der Vioxx angehörte, eine Medikament, das wegen Nebenwirkungen im Herz-Kreislaufbereich am 30. September 2004 vom Markt genommen wurde. Solche Nebenwirkungen sind derzeit für Arcoxia in diesem Ausmaß nicht bekannt.

Wechselwirkung

Gerinnungshemmer:

Arcoxia® sollte nicht mit gleichzeitig mit gerinnungshemmenden Präparaten oder Präparaten der gleichen Wirkstoffklasse (z.B. Diclofenac / Indometacin / Piroxicam / Ibuprofen) gegeben werden.
Insbesondere bei der gleichzeitigen Gabe von Marcumar® sollte berücksichtigt werden, das sich die blutverdünnende Wirkung von Marcumar® verstärkt.

Die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten (ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika) kann abgeschwächt werden.


Kontraindikation

Sie dürfen kein Arcoxia® einnehmen, wenn Sie:

  • schwanger sind oder werden (siehe auch unser Thema Schwangerschaft)
  • stillen (beachten Sie auch unser Thema Stillen)
  • bereits einmal allergisch auf einen der Bestandteile von Arcoxia® reagiert haben
  • bereits einmal allergisch auf ein Medikament aus der Arzneimittelgruppe „Sulfonamide“ (werden u.a. als Antibiotika bei Blasenentzündungen eingesetzt) reagiert haben.
  • nach der Einnahme von Aspirin® oder anderen nicht-steroidalen entzündungshemmenden Wirkstoffen (NSAR) wie beispielsweise Ibuprofen allergische Reaktionen wie Hautausschläge, Schwellungen, Juckreiz oder Atemnot aufgetreten sind
  • an entzündliche Darmerkrankungen leiden(z.B. Morbus Crohn)
  • ein Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür (Ulkus) haben
  • schwere Störung von Leber und Niere haben
  • eine sehr schwere Herzschwäche (dekompensierte Herzinsuffizienz) haben

Disclaimer / Haftungsausschluss

Bitte beachten Sie, dass wir in allen unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.
Alle Angaben stellen nur Auszüge dar, daher können wichtige Informationen nicht genannt sein.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Medikamente nie selbständig und ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu COX 2 Hemmer:

 

 

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012