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Arthroskopie

Synonyme

Spiegelung, Kniespiegelung, Schulterspiegelung, Schlüssellochchirurgie

Häufige Tippfehler: Artroskopie, Atroskopie, Athroskopie

Definition

Ein Arthroskop ist ein spezielles Endoskop. Es besteht aus einem optischen System von Stablinsen, einer Lichtquelle und meist einer Spül- und Absaugvorrichtung. Außerdem besitzt das Arthroskop Arbeitskanäle, durch die chirurgische Instrumente für kleine operative Eingriffe eingeführt werden können. Oft ist die Optik dieses Endoskops zur Arbeitserleichterung über eine Kamera mit einem Monitor verbunden. Der Arzt kann mit diesem Arthroskop also ähnlich wie mit einer Kamera direkt die Gelenkstrukturen betrachten.


Arthroskopie

Kniegelenksspiegelung

Was ist eine Arthroskopie?

Unter einer Arthroskopie versteht man die "Kniegelenkspiegelung", d.h. der Blick in das Innere des Knies mit Hilfe einer Optik.

Das Arthroskop besteht aus einem Rohr (Trokarhülse) und der Optik. Durch einen etwa 5 mm langen Hautschnitt unterhalb der Kniescheibe wird die Trokarhülse mit einer Spitze (Trokar) in das Gelenk vorgeführt. Der Trokar wird anschließend durch die Hülse hindurch wieder aus dem Gelenk herausgezogen. Durch die im Gelenk verbleibende Hülse wird dann die Optik in das Gelenk eingeführt. Zusätzlich werden an das Arthroskop zwei Schläuche angeschlossen. Durch einen Schlauch wird Flüssigkeit in das Gelenk eingebracht, der andere dient zum Absaugen der Flüssigkeit.

Für den operativen Eingriff ist ein zweiter Hautschnitt ebenfalls mit einer Länge von ca. 5 mm notwendig, durch den die kleinen Operationsinstrumente in das Gelenk eingebracht werden können.

Gelegentlich wird eine separate Zuleitung für Flüssigkeit, eine sogenannte Spülkanüle, durch einen dritten kleinen etwa 5 mm langen Hautschnitt oberhalb der Kniescheibe in das Gelenk eingeführt.

Die Optik
Die arthroskopische Optik besteht aus einem Linsensystem, einer Lichtquelle und einem Lichtleitkabel. Videokameras in kleinster Ausführung und mit weniger als 30 g Gewicht machen es möglich, das Innere des Gelenks aufzunehmen und über einen Bildschirm (Monitor) vergrößert wiederzugeben. Der Operateur muss deshalb nicht mehr durch das Arthroskop in das Gelenkinnere sehen, sondern kann mit Blick auf den Monitor arbeiten (Videoarthroskopie). Die Videotechnik ist aufwendiger. Sie hat jedoch den Vorteil, dass sich durch den größeren Abstand zwischen Operateur und Kniegelenk die Gefahr der Entzündung des Kniegelenks durch Keime stark verringert. Daneben erlaubt diese Technik, dass der Behandelte auf Wunsch die Operation mitverfolgen kann und dass Befund und Operation dokumentiert werden können.

Die Zuleitung von Flüssigkeit
Im Normalzustand ist der Gelenkinnenraum zwischen Gelenkkapsel und den knöchernen Strukturen nur ein schmaler Spalt. Er bietet somit wenig Platz für die Untersuchung und den operativen Eingriff. Für die Arthroskopie wird deshalb das Gelenk mit Flüssigkeit (zum Beispiel mit physiologischer Kochsalzlösung) oder in seltenen Fällen auch mit Gas aufgefüllt. Dies erlaubt eine gute Sicht auf die einzelnen Strukturen.

Spülung (Lavage)
Um dauerhaft gute Sichtverhältnisse zu erzielen, reicht die einmalige Auffüllung des Gelenks nicht aus. Meist muss das Gelenk während des Eingriffs kontinuierlich gespült werden. Es wird sozusagen unter Wasser, wie in einem Aquarium, operiert.

Mit der Spülung können zum Beispiel auch Überreste zerfallener Zellen (Zelldetritus) sowie kleine Knorpelstückchen entfernt werden. Dies kann bereits eine Schmerzreduktion bewirken.

Operationsinstrumente:
Die arthroskopische Chirurgie vom Meniskusschaden wird zum einen mechanisch und/ oder motorbetrieben mit speziell für die Arthroskopie entwickelten kleinsten Operationsinstrumenten durchgeführt, die das Tasten, Schneiden, Stanzen, Greifen und Saugen ermöglichen.

Zum andern können von erfahrenen Operateuren auch Laser-Strahlen zur Entfernung von Meniskusgewebe eingesetzt werden. Eine Studie von 1996 kam zu dem Ergebnis, dass - hinsichtlich der Funktionalität des Kniegelenks nach der Operation - die aufwendige Laserarthroskopie der mechanischen Arthroskopie nicht überlegen ist.
Von führenden Experten ist die Laserchirurgie wegen der Gefährlichkeit bei der Behandlung von Knorpelschäden und wegen des größeren Zeitaufwands inzwischen weitgehend verlassen worden.


Vorbereitung auf die arthroskopische Operation

Die Arthroskopie kann in Vollnarkose, in Regionalnarkose (Peridural-/Epidural- oder Spinalanästhesie) und in selteneren Fällen auch in Lokalnarkose (Lokalanästhesie) durchgeführt werden.

Viele Operateure bevorzugen die Allgemeinnarkose aus folgenden Gründen:

Ähnliches gilt für die Spinal- oder Epiduralanästhesie. Zusätzlich kann der Behandelte hier die Operation mitverfolgen. Oft ist ein problemloses Nachhausegehen nach einigen Stunden hier jedoch nicht möglich. Bei der Spinalanästhesie besteht daneben das Risiko eines länger anhaltenden heftigen Kopfschmerzes.

Die Lokalanästhesie ist mit einem verhältnismäßig geringen Risiko verbunden. Angst oder leichte Schmerzen können jedoch dazu führen, dass sich die Muskulatur verkrampft. Dadurch kann der Chirurg den Gelenkspalt nicht ausreichend für die Arbeit mit den Instrumenten öffnen. Die Folge davon ist eine unzureichende Sicht in das Gelenk. Damit verbunden ist die Gefahr, den empfindlichen Knorpel zu verletzen.

Kontraindikationen

Gegenanzeigen für eine Arthroskopie:
Liegt eine Gegenanzeige zur der hierfür erforderlichen Narkose (siehe Vorbereitung) vor, dann kann die Arthroskopie nicht durchgeführt werden. Auch Embolie- und Thromboseneigung können eine Gegenanzeige darstellen. Gerinnungsstörungen können nach der Arthroskopie zum Bluterguss im Knie führen und müssen deshalb vor der Untersuchung geklärt werden.

Eine absolute Gegenanzeige für die Arthroskopie, als Behandlung der Wahl, besteht dann, wenn örtliche (lokale) oder allgemeine (generalisierte) Infektionen vorliegen. Ebenso verbietet eine erhöhte Infektanfälligkeit, zum Beispiel unter Cortison oder bei immunsuppressiver Therapie, eine Gelenkinspektion.

Ablauf einer Arthroskopie

Durchführung der Arthroskopie:
Um dem Operateur während der Arthroskopie immer eine optimale Sicht zu ermöglichen, kann eine Blutsperre-Manschette in der Mitte des Oberschenkels befestigt werden. Mit der Manschette kann entweder in Blutsperre oder, nach vorherigem Auswickeln bzw. nach Auslaufenlassen des Beines durch Hochhalten, in Blutleere operiert werden. Bei Verdacht auf eine arterielle Durchblutungsstörung (zum Beispiel bei Rauchern, Diabetikern) wird auf eine Blutsperre verzichtet.

Für die Operation nimmt der Behandelte die Rückenlage mit herabhängenden Beinen ein. Zunächst wird das Knie mit einer Spezialflüssigkeit desinfiziert und anschließend keimfrei (steril) abgedeckt. Anschließend wird das Bein in einem Beinhalter, der das Aufklappen des jeweiligen Gelenkspaltes erlaubt, fixiert.

Durch eine Kanüle wird zunächst das Gelenk mit steriler Flüssigkeit aufgefüllt, damit sich der Gelenkraum entfaltet. Diese Gelenkentfaltung ist sowohl für die Sicht auf das Gelenkinnere als auch für den chirurgischen Eingriff erforderlich.

Anschließend wird die Optik durch einen Hautschnitt unterhalb der Kniescheibe in das Gelenkinnere eingeführt und – soweit vorhanden – mit einer Videokamera verbunden.


Beendigung der Arthroskopie

Beendigung der arthroskopischen Operation:
Nach Beendigung der arthroskopischen Operation wird die Flüssigkeit abgesaugt. Die für die Operation benötigten kleinen Öffnungen werden vernäht. Ein keimfreier (steriler) Verband wird angelegt. Anschließend wird die Narkose beendet.

Aus Sicherheitsgründen ist ein Aufenthalt von ca. zwei Stunden im Aufwachraum erforderlich. Anschließend kann sich die/ der Behandelte, nach Möglichkeit in Begleitung von Angehörigen, nach Hause fahren lassen.

Nachbehandlung

Wie ist die Nachbehandlung arthroskopischer Operationen?
In der Regel werden am Tag nach der Operation und eine Woche nach der Operation Kontrolluntersuchungen durchgeführt.

Es kann notwendig sein, das Kniegelenk für einige Zeit durch die Benutzung von Unterarmstützen beim Gehen zu entlasten. Das operierte Bein soll dabei nur unter Bodenkontakt "mitlaufen". Die Notwendigkeit und Dauer einer derartigen Entlastungsphase ist von der durchgeführten Maßnahme abhängig. Die/ der Behandelte bekommt deshalb genaue Verhaltensregeln bezüglich Schonung und Belastungsfähigkeit des operierten Gelenks von der behandelnden Ärztin/ dem behandelnden Arzt.

Verschiedene Behandlungsverfahren, wie beispielsweise Krankengymnastik und Elektrotherapie ergänzen die Gelenkentlastung

Komplikationen

Mögliche Komplikationen:
Grundsätzlich ist die Arthroskopie mit einem nur geringen lebensbedrohenden Risiko verbunden. Vereinzelt wurde über Todesfälle berichtet, die durch Gasembolien oder durch einen septischen Schock nach Infektion verursacht wurden. Insgesamt ist die Lungenembolie die häufigste Todesursache nach einer Arthroskopie. Das Risiko an einer Arthroskopie zu versterben liegt bei 1:9000 und ist vergleichbar mit dem Risiko das mit der Röntgenkontrastmittelgabe (1:10.000) verbunden ist. Eine Studie aus Nord Amerika gibt ein noch geringeres Risiko (1:25.000 bis 1:100.000) an.

Neben lebensbedrohlichen gibt es eine Reihe schwerer und minder schwerer Komplikationen, die während oder nach der arthroskopischen Operation auftreten können.

Folgende Tabelle zeigt mögliche Komplikationen während einer Arthroskopie im Überblick: 

 

Komplikationen während der Operation

Komplikationen nach der arthroskopischen Operation aus Patientensicht

Nach der Operation kann es zu eitrigen oder blutigen Flüssigkeitsansammlungen im Gelenk (Erguss) kommen. Weitere Komplikationen können Wundinfektionen und Gelenkentzündungen durch Bakterien (septische Arthritiden), eine tiefe Beinvenenthrombose oder - selten - eine Lungenembolie sein. Über die Häufigkeit der genannten und gegebenenfalls weiterer Komplikationen liegen nur wenig zuverlässige Angaben vor.

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