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Bauchspeicheldrüsen- entzündung
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Synonyme im weiteren Sinne
Medizinisch: Pankreatitis
Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Englisch: pancreatitis, inflammation of the pancreas
Definition Pankreatitis
(Pankreas = Bauchspeicheldrüse)
Unter einer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) versteht man eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
Die Bauchspeicheldrüsenentzündung kann mehrere Ursachen haben. Es kann sich um ein einmaliges Ergeignis handeln (akute Pankreatitis) oder wiederholt auftreten (chronische Pankreatitis).
Neben einer Erkrankung der Gallenwege spielt beispielsweise auch der Missbrauch von Alkohol eine bedeutende Rolle.
Zusammenfassung
Eine Bauchspeicheldrüsenentzündun, also eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, kann akut auftreten oder chronisch sein.
Meistens verursacht wird die Entzündung durch Gallensteine oder Alkohol (typischerweise nach "Saufgelage").
Symptome sind neben Übelkeit und Erbrechen auch gürtelförmige Schmerzen um den Bauch. Typisch sind Oberbauchschmerzen.
Gefährlich werden kann diese Bauchspeicheldrüsenentzündung weil Verdauungssäfte freigesetzt werden, die das umliegende Gewebe schädigen. Wenn beispielsweise der Ausführungsgang durch Gallensteine verlegt ist, staut sich das relativ aggressive Bauchspeicheldrüsensekret, was für die Verdauung gedacht ist, auf. Geht Rückstau bis zur Bauchspeicheldrüse zurück, wird diese angedaut (verdaut), was starke Schmerzen verursacht.
Die Diagnose der Bauchspeicheldrüsenentzündung erfolgt mit Hilfe der Symptome, der Blutwerte, aber auch durch Ultraschall.
Darstellung Pankreas und Gallenblase
- Gallenblase (grün)
- Bauchspeicheldrüsenkrebs (lila)
- Bauchspeicheldrüsengang (gelb)
- Pankreaskopf (blau)
- Pankreaskörper (Copus pancreaticus) (blau)
- Pankreasschwanz (blau)
- Gallengang (Ductus cysticus) (grün)
Verlauf
Der Verlauf einer akuten Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) verläuft in drei Phasen:
- Aufgrund einer Schwellung und absterbenden Gewebe der Bauchspeicheldrüse kommt es zu einem Anstieg der Pankreasenzyme, des Entzündungsparameters CRP und der weißen Blutkörperchen im Blut. Diese Veränderungen können anhand der Laborwerte diagnostiziert werden.
- Die zweite Phase besteht aus der Ausheilung.
- Falls sich die Bauchspeicheldrüse teilweise in absterbendes (nekrotisches) Gewebe umgebaut hat, ist eine Entzündung dieser Areale möglich.
In gravierenden Fällen ist sogar eine Blutvergiftung (Sepsis) möglich.
Symptome
Bei der Bauchspeicheldrüsenentzündung gibt es so genannte Leitsymptome:
- Oberbauchschmerzen und
- ein Anstieg von Pankreasenzymen im Blut und im Urin.
Leitsymptome sind für eine bestimmte Krankheit typische und in der Regel immer auftretende Beschwerden und Merkmale.
Bei der Mehrzahl der Patienten (90%) mit Bauchspeicheldrüsenentzündung ist ein akuter Beginn mit heftigsten Bauchschmerzen, die nach der Seite ausstrahlen können. Oft zieht der Schmerz sich wie ein Gürtel um den Körper.
Weitere Symptome der Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Übelkeit und Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch und Lähmungen des Darms (Ileus). Fieber, niedriger Blutdruck und Veränderungen im EKG sind ebenso zu beobachten.
Ist das leiden chronischer Natur kommt es oft zu Fettstühlen - das bedeutet Auscheidung von Fett, was durch mangelnde Bauchspeicheldrüsensekrete nicht durch den Darm aufgenommen werden konnte, Gewichtsabnahme und Durchfall.
Außerdem tritt eine Nahrungsintoleranz auf. Fettige Speisen werden also schlecht vertragen und führen zu Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen. Leitsymptom ist hier der immer wiederkehrende Schmerz, der nicht kolikartig ist, sondern über Stunden und Tage anhalten kann.
Komplikationen
Wie bei fast allen Erkrankungen kann es auch bei der Bauchspeicheldrüsenentzündung zu Komplikationen kommen. Hierzu zählen beispielsweise bakterielle Infektionen des narbig umgebauten Gewebes, Kreislaufschock, sowie umkapselte Eiteransammlungen im Pankreas (Bauchspeicheldrüse).
Diagnose
Die Diagnose der Bauchspeicheldrüsenentzündung wird anhand der Symptome und der Anamnese gestellt. Auch die Laborwerte und der Ultraschall sind von Bedeutung.
Bei der Blutuntersuchung ist ein Enzym spezifisch für die Bauchspeicheldrüse: die Lipase. Mit Hilfe dieses Enzyms kann das Fett besser vom Darm aufgenommen werden.
Wenn dieses Enzym im Blut ansteigt, kann man die Diagnose mit großer Wahrscheinlichkeit stellen.
Im Ultraschall lassen sich Steine, welche die Ausführungsgänge verlegen (Gallensteine), nachweisen. Auch die Schwellung der Bauchspeicheldrüse kann man im Ultraschall erkennen.
Wenn tatsächlich ein Stein den Ductus Choledochus (Ausführungsgang von Sekreten der Leber und Bauchspeicheldrüse) verlegt, steigen die Transaminasen (bestimmte Leberenzyme) im Blut an.
Prophylaxe
Die Prophylaxe der Bauchspeicheldrüsenentzündung besteht in der Beseitigung von Ursachen, z. Bsp.: Alkohol und bestimmte Medikamente vermeiden oder Gallensteine aus den Gallenwegen entfernen.
Bei immer wieder auftretenden Gallensteinen ist eine Entfernung der Gallenblase in Erwägung zu ziehen.
Das Risiko Gallensteine zu bilden, kann durch eine fettarme und ausgewogene Ernährung gesenkt werden.
Prognose
Der Verlauf einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung ist schwer vorhersehbar. Für die Prognose ist entscheidend, dass der Patient regelmäßig in kurzen Zeitabständen überwacht und kontrolliert wird.
Dies ist notwenig um eventuelle Komplikationen schnell zu erkennen und zu behandeln, oder besser sie ganz zu vermeiden.
Die Sterblichkeit bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Wenn sich das absterbende Gewebe infiziert ist die Prognose allgemein schlechter, als mit sterilem = nicht - infiziertem Gewebe.
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