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Bauchspeicheldrüsenkrebs

Hinweis

Alle hier gegebenen Informationen sind nur allgemeiner Natur, eine Tumortherapie gehört immer in die Hand eines erfahrenen Onkologen!!!

Synonyme

Pankreascarcinom (bzw. genauere Bezeichnung im engeren Sinne: duktales Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse), Pankreaskarzinom, Pankreaskrebs, Bauchspeicheldrüsentumor

Häufige Rechtschreibfehler: Panckreaskrebs, Pankriaskrebs, Pankrias Tumor

Englisch: pancreatic carcinoma

Definition

Dieser Tumor (duktales Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse) ist der mit Abstand häufigste Krebs der Bauchspeicheldrüse. Er gehört zur den bösartigen Neubildungen (Neoplasien). Gutartige Geschwulste (zu denen beispielsweise das seröse Zystadedom zählt) oder andere bösartige Formen (muzinöses Zystadenokarzinom, Azinuszellkarzinom) sind sehr selten und werden der Vollständigkeit halber erwähnt, werden in diesem Thema aber nicht besprochen.

Meistens tritt der Bauchspeicheldrüsenkrebs im vorderen Bereich, dem sog. Kopf der Bauchspeicheldrüse, auf (siehe Anatomie der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)).


Epidemiologie

In westlichen Industrienationen erkranken im Durchschnitt 10 von 100.000 Einwohnern pro Jahr. Dabei ist er in den USA weitaus häufiger als in Deutschland, der Schweiz oder Italien. Erkrankte sind in der Regel zwischen 65 und 85 Jahre alt. Nur sehr selten tritt er vor dem 40. Lebensjahr auf. Männer erkranken häufiger als Frauen.

Ursachen

Die genaue Ursache vom Bauchspeicheldrüsenkrebs ist unbekannt. Es konnten allerdings mehrere Risikofaktoren im Rahmen umfangreicher gesellschaftlicher (epidemiologischer) Studien nachgewiesen werden.

Dazu gehören:

Außerdem gibt es eine Reihe genetischer Erkrankungen, die mit Bauchspeicheldrüsenkrebs einhergehen (z. B. das Peutz – Jeghers - Syndrom, die hereditäre Pankreatitis, sowie das familiäre Pankreas-Karzinom).

Ähnlich wie andere Tumoren des Magen-Darm-Trakts ist die Entstehung (Pathogenese) auf dem Boden von Vorstufen gut erforscht. Nach einer Vorschädigung entstehen zunächst noch nicht verdrängend wachsende Neubildungen. Diese verlieren anschließend immer mehr die Ähnlichkeit mit ihrem Ursprungsgewebe und beginnen dazu, ins gesamte Organ einzuwachsen oder sogar die Organgrenzen zu überschreiten. Die Entwicklung bösartiger Geschwulste aus Vorstufen über gutartige Formen bis hin zu den sich zerstörerisch ausbreitenden Tumoren ist als Adenom – Karzinom - Sequenz bekannt.

Symptome

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht Beschwerden erst im fortgeschrittenen Stadium. Er macht sich durch eine schmerzlose Gelbsucht (Ikterus) bemerkbar, welche auf eine Verengung des Gallengangs (Ductus choledochus) zurückzuführen ist: Die Bauchspeicheldrüsenenzyme werden zur Nahrungsverdauung in den Dünndarm (Duodenum = Zwöffingerdarm) abgegeben. Auf dem Weg von Gallenblase und Leber durch den Bauchspeicheldrüsenkopf wird dieser Gang von außen durch das Tumorwachstum komprimiert und schließlich ganz zusammengedrückt. Die gebildete Galle kann nicht mehr abfließen, staut zurück im Gallenblase und Leber und tritt dort ins Blut über. Es kommt zur Gelbfärbung der weißen Augenhaut (Sklera).

Bei nicht rechtzeitiger Behandlung führt dieser sogenannte mechanische Ikterus (Gelbsucht) (durch Stauung der Gallengange) zu fortschreitender Schädigung der Leber, so dass diese ihre umfangreichen Aufgaben im Rahmen des Stoffwechsels nicht mehr erfüllen kann (Leberinsuffizienz).


Anatomie Bauspeicheldrüse und Galle

  1. Gallenblase (grün)
  2. Bauchspeicheldrüsen- tumor (lila)
  3. Bauchspeicheldrüsengan g (gelb)
  4. Pankreaskopf (blau)
  5. Pankreaskörper (Copus pancreaticus) (blau)
  6. Pankreasschwanz (blau)
  7. Gallengang (Ductus cysticus) (grün)

Weitere häufige Symptome sind dumpfe Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können und Gewichtsverlust. Dieser ist durch eine Verwertungsstörung der Nahrung (Maldigestion) bedingt: Neben dem Gallengang kann auch der ebenfalls innerhalb der Drüse verlaufende Bauchspeicheldrüsengang (Ductus pancreaticus) komprimiert werden, so dass die für den Aufschluss der Nahrung benötigten, von der Bauchspeicheldrüse gebildeten und in den Bauchspeicheldrüsengang abgegebenen Enzyme nicht mehr an ihren Wirkort im Dünndarm gelangen. Dieses Symptom geht mit einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse einher und wird daher auch als sekundär obstruktive Pankreatitis (also verschließende Entzündung der Bauchspeicheldrüse) bezeichnet. Gelegentlich tritt auch eine schmerzhafte, aber nicht gefährliche Entzündung der oberflächlichen Beinvenen (eine so genannte Thrombophlebitis) auf.

Histologie

Tumoren der Bauchspeicheldrüse gehen von den Gangepithelien, das heißt Oberflächenzellen der Bauchspeicheldrüsengänge, aus (siehe Anatomie). Der Tumor bildt drüsenähnliche Gebilde, die auch Schleim produzieren können und breitet sich diffus im gesamten Organ aus. Weil die Pankreas nicht von einer schützenden, bindegewebigen Kapsel umgeben ist, wächst der Tumor schnell über die Bauchspeicheldrüse hinaus und befällt umliegende Strukturen. Dies (u.a.) erklärt die überaus schlechte Prognose des Bauchspeicheldrüsenkrebs (s.u.). Das Risiko für Absiedlungen (Metastasen), die auf dem Blutweg in andere Organe verschleppt werden, ist groß, da der Tumor zum Einwachsen in Gefäße neigt.

Besonders häufig sind Absiedlungen in

zu finden.

Diagnose

Bei Verdacht durch die beschriebenen Symptome erfolgt die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Bauchspeicheldrüse (Feinnadelpunktion). Das atypische Aussehen der Tumorzellen erlaubt die eindeutige Feststellung unter dem Mikroskop (histopathologische Diagnose). Bei der Probenentnahme ist besondere Vorsicht geboten, da dabei die Gefahr besteht, dass das Gewebe nicht aus der Geschwulst sondern versehentlich aus dem umliegenden, „nur“ entzündlich veränderten Organanteil stammt. In erster Linie ist aber für eine späte Diagnose des Bauchspeicheldrüsenkrebses der lange beschwerdelose Verlauf, nicht eine Fehlerkennung verantwortlich.
Weitere diagnostische Möglichkeiten sind:

Im Blut können vom Tumor produzierte Eiweiße - nachgewiesen werden. (so genannte Tumormarker, diese sind für einen bestimmten Tumor einigermaßen spezifisch: Die vorallem bei Bauchspeicheldrüsenkrebs verwendeten werden CEA und CA 19-9 genannt. Das Finden neuer Marker für verschiedene Tumoren ist Gegenstand aktueller Forschung.).

Therapie

Siehe unten.

Prognose

Die Prognose ist sehr schlecht. Durch späten Diagnosezeitpunkt (die Tumoren sind dann meist schon einige Zentimeter groß) sind nur noch 10 bis 15% operabel. Nur wenige Patienten überleben länger als 5 Jahre. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs spricht schlecht auf Chemotherapie an. Deswegen ist bei einer vergleichsweise geringen Erkrankungshäufigkeit (etwa 3% aller Krebserkrankungen) die Sterblichkeit hoch: Unter den Krebstodesfällen ist dieser Tumor der fünfthäufigste.


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