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Bisphosphonat

Einleitung

Mit dem Begriff Nekrose bezeichnet man totes, abgestorbenes körpereigenes Gewebe.  Zu Nekrosen kommt es, durch verschiedene ursächliche Faktoren wie Röntgenbestrahlungen, Verletzungen, Infektionen oder medikamentöse Einflüsse. Allen gemeinsam ist jedoch, dass  die Blutzufuhr unterbrochen ist, so dass das Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird und deshalb abstirbt.


Was ist Bisphosphonat

Bisphosphonat ist die chemische Bezeichnung des Wirkstoffs in verschiedenen Medikamenten, die zur Behandlung vom Tumor vor allem im Kopfbereich aber auch an anderen Lokalisationen und vor allem zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt werden. Auch in der Frauenheilkunde finden sie bei Brustkrebs Verwendung  Sie werden als Tabletten eingenommen oder als Infusion verabreicht. Ihre Resorption, also die Aufnahme in den Körper ist jedoch nur sehr gering und bewegt sich in einem Bereich von 1 bis 10%. Der größte Teil davon wird am Knochen aktiv, der Rest wird ausgeschieden. Der Knochen unterliegt einem ständigen Auf- und Abbau. Bei der Osteoporose überwiegt der Abbau durch  die knochenabbauenden Zellen den Osteoklasten. Es kommt zum Calziumverlust und der Knochen wird porös. Es besteht Bruchgefahr und Schmerzen treten auf. Die Behandlung der Osteoporose mit Bisphosphonaten beruht auf der Hemmung der Osteoklastenaktivität.

Nebenwirkungen

Wie bei allen hochwirksamen Arzneimitteln, gibt es leider auch beim Bisphosphonat Nebenwirkungen. Wir nennen sie Nebenwirkungen, aber in Wirklichkeit sind es auch Wirkungen, die wir aber nicht haben wollen. Neben Unverträglichkeiten des Magens können auch Bisphosphonat bedingte Knochennekrosen  im Kieferbereich auftreten. Diese unerwünschte Nebenwirkung ist jedoch sehr selten. Es handelt sich dabei nicht um einen durch Bakterien verursachten Untergang des Knochengewebes, sondern um einen spontanen, aseptischen  Vorgang.

Symptome

Die Symptome sind  zum großen Teil schmerzlos. Weichteilschwellungen, Zahnlockerungen, frei liegender Kieferknochen oder auch langwierige Entzündungen des Zahnhalteapparates können Anzeichen dieser durch Bisphosphonat bedingten Knochennekrose sein. Warum es in seltenen Fällen zu solchen Krankheitsbildern kommt, ist noch nicht bekannt. Ob Zahnentfernungen oder die Behandlung des Zahnhalteapparates als Ursache infrage kommen, ist zweifelhaft. In jedem Fall sollten Arzt und Zahnarzt den Patienten zusammen betreuen.

Prophylaxe

Eine Prophylaxe ist bisher nicht bekannt. Individuelle Voraussetzungen des Patienten können ein Risiko darstellen. Deshalb sollte in jedem Fall  vor der Therapie mit Bisphosphonat eine Sanierung des Gebisses erfolgen. Dies umfasst die Behandlung kariöser Zähne ebenso wie die Beseitigung entzündlicher Prozesse in der Mundhöhle. Eine regelmäßige Vorstellung beim Zahnarzt wird empfohlen.


Therapie

Die Behandlung der Bisphosphat-assoziierten Knochennekrose ist schwierig und langwierig. Sie umfasst die Entfernung des untergegangenen, abgestorbenen Knochens und die Deckung des entstandenen Defektes.

Zusammenfassend

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Nekrosen des Kieferknochens, verursacht durch die Therapie mit Bisphosphonat eine seltene Komplikation darstellen. Die Ursache für das Auftreten ist noch weitgehend unklar. Die Symptome sind uncharakteristisch und zumeist schmerzlos. Die Therapie besteht in der Entfernung des untergegangenen Knochens und Wiederherstellung der Knochenstruktur. Die Prophylaxe besteht in der Sanierung der Zähne gefolgt von sorgfältiger Mundhygiene und Überwachung durch den Zahnarzt.