Blutarmut

Lesen Sie auch:

Synonyme

Anämie, Blutmangel, Bleichsucht
englisch: anemia

Definition

Die Blutarmut ist ein häufiges Symptom. Man versteht unter einer Blutarmut eine Verminderung der Anzahl roter Blutkörperchen (Erythrozyten), des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) und/oder des zellulären Bestandteiles des Blutes (Hämatokrits). Der Hämatokrit beschreibt den Anteil der Blutzellen am gesamten Blutvolumen in Prozent.
Die Erythrozyten werden im Knochenmark gebildet und haben eine Lebensdauer von etwa 120 Tagen. Ihr Durchmesser beträgt ca. 7,5 µm, sie sind rund, auf beiden Seiten eingedellt und verformbar. Die Blutbildung dauert bei den roten Blutkörperchen (Erythropoese) etwa 5 – 7 Tage. Der Abbau erfolgt regelhaft in der Milz.

Einteilung der Blutarmut

Die Einteilung der Blutarmut erfolgt nach:

  • dem Volumen der roten Blutkörperchen: makrozytär, normozytär, mikrozytär
  • dem Hämoglobingehalt (Protein, welches den Sauerstoff transportiert und Eisen enthält): hypochrom, normochrom, hyperchrom
  • der Ursache: Blutverlust, Synthesestörung, vermehrter Abbau (Hämolyse)
  • dem Knochenmarkbefund

Formen der Blutarmut

Man kann die Blutarmut in verschiedenen Formen einteilen:

Im jeweiligen Thema erfahren Sie mehr über Diagnose, Ursache und spezifischer Therapie.


Allgemeine Therapie

Die Therapie richtet sich nach den verschieden Ursachen der Blutarmut.

  • Substitution von Eisen, Vitaminen, Intrinsic Faktor, etc.
  • Blutungsquelle beheben (z.B. Behandlung von Tumoren und Geschwüren)
  • Infektionen behandeln
  • Abstinenz von auslösenden Faktoren wie Chemikalien, Pestizide, bestimmter Medikamente, u.a.
  • Gabe von Fremdblut (Transfusion)

Die Therapie hängt jedoch entscheidend von der Form der Blutarmut ab, daher finden Sie spezifische Therapien direkt unter den Formen der Anämie.

Prognose der Blutarmut

Auch die Prognose der Blutarmut ist abhängig von der Ursache und Mitarbeit (Compliance) des Patienten. Die Spannweite reicht von der vorübergehenden Substitution (von z.B. Eisen) bis zu lebenslangen Gabe von Vitaminen. Bestimmte Formen unbehandelt sogar tödlich verlaufen.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012