Bronchitis

Bronchitis

Lesen Sie auch:

Synonyme im weiterem Sinne

Entzündung der Bronchien, COPD

Englisch: bronchtitis

Definition

Unter einer Bronchitis versteht man die Entzündung der Bronchien. D.h. der Atemwege innerhalb der Lungen. Dabei wird zwischen einer akuten und chronischen Entzündung der Bronchien unterschieden. Die schlechteste Prognose hat die sog. COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung/ Bronchitis), die nicht reversibel ist und einen deutlichen Einfluss auf Lebensqualität und Lebenserwartung hat.

Epidemiologie

Bronchitis

Die akute und chronische Bronchitis zählen zu den häufigsten Erkrankungen der unteren Atemwege.
Etwa 15% der Männer und 10% der Frauen leiden an einer chronischen Bronchitis. Die COPD ist in Deutschland mit Abstand die häufigste obstruktive Atemwegserkrankung. Es wird geschätzt, dass ca. 4% der Erwachsenen an einer COPD Grad 1- 4 erkrankt sind. Grad 0 bedeutet eine chronische Bronchitis die noch keiner Medikation bedarf, während Grad 4 eine sehr schlechte Prognose hat, auf eine Sauerstofflangzeittherapie und eine Lungentransplantation angewiesen ist.

Die Tendenz für die COPD steigt. Momentan sind deutlich mehr Männer als Frauen von einer chronisch obstruktiven Bronchitis betroffen. Weltweit ist die COPD gegenwärtig die vierthäufigste Todesursache. Die akute Bronchitis wird in über 90% der Fälle durch Viren verursacht und ist eine häufige Erkrankung von Kindern und Erwachsenen. Eine bakterielle akute Bronchitis ist hingegen sehr selten und tritt in nur ca. 10% der Fälle auf. Wesentlich häufiger ist eine bakterielle Superinfektion auf dem Boden einer viralen Infektion.

Diagnostik

Diagnostik einer Bronchitis

Zur grundlegenden Diagnostik einer Bronchitis zählt eine ausführliche Anamnese und die körperliche Untersuchung. Speziell natürlich die Überprüfung der Lungenfunktion. Die akute Bronchitis bietet das typische Bild einer viralen Infektion und führt häufig zu einem rauen Atemgeräusch. Sind ein Pfeifen oder Brummen zu hören, deutet dies auf eine Verengung der Luftwege (obstruktive Bronchitis) hin. Im Röntgenbild sieht man in der Regel keinerlei Verschattungen, solange keine Pneumonie vorliegt.
Bei Verdacht auf eine COPD ist die Frage nach inhalativen Noxen wie Zigarettenrauch oder Staubbelastung am Arbeitsplatz mitunter die wichtigste Frage. Weitere wichtige Anhaltspunkte für eine COPD sind familiäre Vorbelastung, andere Vorerkrankungen, Gewichtsverlust und die Anzahl der akuten Verschlimmerungen im letzten Jahr. Die Obstruktion der Lungen ist, wie oben beschrieben, anhand eines Pfeifens und Brummens zu hören. Durch

Bestimmung der Blutgase lässt sich das Ausmaß des Sauerstoffmangels im Körper messen. Sehr leise oder ein abgeschwächtes Atemgeräusch über bestimmten Lungenabschnitten deuten auf ein bestehendes Emphysem hin.
Um die genaue Diagnose der COPD bestätigen zu können ist eine Lungenfunktionsprüfung unumgänglich. Hierbei können die Atemminutenvolumina, das Ein- und Ausatemvolumen und das Restvolumen in der Lunge gemessen werden. Diese Volumina sind je nach Schwere und Ausmaß der COPD typisch verlängert oder verkürzt.
Zur erweiterten Diagnostik zählt der Sechsminutengehtest. Gesunde Menschen gehen in 6 Minuten eine Strecke von über 500m. Ab dem Schweregrad 3 der COPD verkürzt sich diese Strecke auf ca. 200m. Bei jüngeren Patienten ist es wichtig, den Alpha 1- Proteinaseinhibitor- Mangel zu überprüfen.
Ein Mangel an diesem Enzym führt ebenfalls zu klinischen Symptomen einer chronisch obstruktiven Bronchitis, hat jedoch eine völlig andere Ursache und ist durch Substitution des Enzyms relativ leicht zu therapieren.

Therapie

medikamentöse Therapie der Bronchitis durch einen Hustenlöser

Die akute Bronchitis kuriert sich innerhalb von 8- 10 Tagen selbst aus. Bei schmerzhaftem trockenem Husten können Codein- Präparate verabreicht werden, vor allem Nachts. So ermöglichen die Medikamente einen ruhigeren Schlaf. Dies ist mitunter die Beste Maßnahme, um sich schnell von einer Bronchitis zu erholen. Bei zu starker Schleimproduktion können Mittel zur Schleimlösung verabreicht werden. Oft reicht aber viel Flüssigkeit und Ruhe aus.

Die chronisch obstruktive Bronchitis benötigt jedoch eine weitaus umfassendere Therapie und ist nicht heilbar. Aus diesem Grund besteht die Therapie vorwiegend in der Behandlung der Symptome und darin, das Voranschreiten der COPD möglichst zu verlangsamen.
In erster Linie müssen deswegen dringend die inhalativen Noxen gemieden werden. Zudem werden je nach Schweregrad Medikamente zur Erweiterung der Bronchien verabreicht. Dies entweder als Dauertherapie oder als Akuttherapie, sollte es zu einer akuten Verschlechterung der Atemsituation kommen. Einige Patienten benötigen in akuten Anfällen zusätzlich eine Sauerstofftherapie.
Patienten mit einer COPD Grad 4 benötigen diesen dauerhaft. Zudem werden alle Patienten ab dem 2. Grad der COPD prophylaktisch mit Antibiotika behandelt. Grund hierfür ist die schlechte Lungenfunktion, die schnell zu einer Lungenentzündung führen kann. Diese kann für COPD Patienten lebensgefährlich werden. Zudem werden Patienten ab Grad 1 der COPD regelmäßig gegen Grippe und Pneumokokken geimpft, da auch hier die Abwehrmechanismen und Toleranz der Lunge im Vergleich zu gesunden deutlich reduziert sind.

Zusammenfassung

Während die akute Bronchitis ein häufiges und relativ unkompliziertes Krankheitsbild darstellt, bedeutet eine chronisch obstruktive Bronchitis einen sehr starken Einfluss auf Lebensqualität und Lebenserwartung.

Die akute Bronchitis kennzeichnet sich vor allem durch bellenden Husten und ein allgemeines Krankheitsgefühl und Unwohlsein. Da die akute Bronchitis in der Regel viral verursacht ist, gibt es keine adäquate Therapie.
Diese ist in der Regel auch nicht nötig. Die Krankheit limitiert sich von selbst. Die COPD hingegen ist eine ernst zu nehmende Erkrankung der Lungen. In der Regel sind inhalative Noxen wir Rauchen oder Staubbelastung Grund für die Entstehung einer COPD. Es kommt zu Umwandlungen des Lungenepithels, die nicht mehr reversibel sind. Entsprechend ist die COPD eine progressiv voranschreitende Lungenfunktionsstörung, deren Prognose vor allem mit der weiteren Exposition inhalativer Noxen zusammenhängt.
Durch einen Verzicht auf Rauchen oder andere schlechte Einflüsse auf die Lunge kann das Voranschreiten der Erkrankung gemildert werden. Auch weitere Begleiterkrankungen und der Allgemeinzustand des Patienten haben einen großen Einfluss auf die Prognose der chronisch obstruktiven Bronchitis.

--> Weiter zum Thema Symptome der Bronchitis


weitere Informationen zu diesem Thema

Weitere Informationen aus dem Gebiet der Lunge und Lungenerkrankungen:

Eine Übersicht aller Erkrankungen der Lunge erhalten Sie unter: Erkrankungen der Lunge

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012