Inhalt:
- Sprechzimmer
- Brustkrebsstadien
- Synonyme im weiteren Sinne
- Einleitung
- TNM-Klassifikation
- Lymphknoten
- Einteilung der Brustkrebsstadien
- Ausbreitungsuntersuchungen
- Info: Metastasierung
- Lymphknotenmetastasen
- Knochenmetastasen
- Lungenmetastasen
- Lebermetastasen
- Buch bestellen
- Banner Brustkrebsbuch
- zum Sprechzimmer
- Weitere Informationen zu diesem Thema
- Quiz Schwangerschaft
Brustkrebsstadien
Synonyme im weiteren Sinne
TNM-Klassifikation, Carcinoma in situ, Mammakarzinom, Knochenmetastasen, Lungenmetastasen, Lymphknotenmetastasen, Lebermetastasen
Lesen Sie auch:
Einleitung
Eine Brustkrebserkrankung kann zum Zeitpunkt der Diagnose unterschiedlich weit fortgeschritten sein, deshalb teilt man die Befunde in verschiedene Tumorstadien ein. Diese Stadieneinteilung wurde für die meisten Krebsarten vereinheitlicht; man spricht von der TNM-Klassifikation. Dabei werden immer die gleichen Faktoren berücksichtigt:
- T steht für die Tumorgröße
- N steht für Nodi (lateinisch=Knoten) und gibt an, ob es schon Tochtergeschwülste in den Lymphknoten gibt,
- M steht für Metastase - also Tochtergeschwulst - und gibt an, ob der Krebs schon in andere Organe z.B. die Leber vorgedrungen ist.
Jedem Buchstaben werden Zahlen zugeordnet z.B. für T die Zahlen 0 - 4 usw. Für verschiedene Tumorarten sind allerdings die Kriterien, wann ein Befund z.B. T1 oder T2 ist, unterschiedlich.
Zusätzlich kann jedem der großen Buchstaben ein kleines p voran gestellt werden. Das p steht für einen histopathologisch beurteilten Tumor, dass heißt, dass der Pathologe den ganzen Befund (nach operativer Entnahme) oder eine Biopsie beurteilt und anhand dessen eine Einordnung vorgenommen. Außerdem gibt es noch andere Buchstabenzusätze. Durch die untenstehende Tabelle wird die Einteilung noch einmal besser nachvollziehbar:
TNM-Klassifikation
T-Klasse:
| Definition Brustkrebsstadien: |
TX bzw. pTX | Der Befund kann nicht beurteilt werden, z.B. wegen einer schlechten Röntgenaufnahme |
T0 bzw. pT0 | Es gibt keinen Hinweis für einen Tumor |
Tis bzw. PTis | Es handelt sich um ein Carcinoma in situ oder einen Morbus Paget |
T1 bzw. pT1 a b c | Der Tumor ist kleiner als 2 cm Kleiner als 0,5 cm Zwischen 0,5 cm - 1cm groß Zwischen 1 cm - 2 cm |
T2 bzw. pT2 | Der Tumor ist größer als 2 cm aber nicht größer als 5 cm |
T3 bzw. pT3 | Der Tumor ist größer als 5 cm |
T4 bzw. pT4
a b c d | Der Tumor ist beliebig groß und hat sich in das umliegende Gewebe (nicht Brustgewebe) ausgebreitet z.B. Brustbein, Brustmuskel, Rippen usw. In die Brustwand eingewachsen In die Haut eingewachsen In Haut und Brustwand eingewachsen Der Brustkrebs geht mit einer Entzündung einher (Ausnahme M.Paget) |
Zur besseren Vorstellung kann man folgende Größenvergleiche zur Hand nehmen:
T1 = ungefähr kaffeebohnengroß
T2 = zwischen der Größe einer Weintraube und eines Pfirsichkerns
T3 = zwischen der Größe einer Feige und einer Aprikose
Lymphknoten
Die nachfolgende Beurteilung der Lymphknoten gründet sich auf bildgebende Verfahren und klinische Untersuchungen.
N-Klasse: | Definition Brustkrebsstadien: |
NX | Lymphknoten können nicht beurteilt werden |
N0 | Kein Hinweis auf Lymphknotenmetastasen |
N1 | Metastasen in Achsellymphknoten, die verschiebbar gegen das umliegende Gewebe sind. |
N2 | Metastasen in Achsellymphknoten, die untereinander oder mit anderen Strukturen verwachsen sind. |
N3 | Metastasen in Lymphknoten, die entlang der Arteria mammaria interna liegen, die die Brust mit Blut versorgt. |
Wird ein Befund operativ entfernt, erfolgt oft im gleichen Eingriff eine Entfernung der Lymphknoten, z.B. aus der Achsel. (Siehe hierzu Brustkrebsoperation) Es wird allgemein verlangt, dass bei einer Axilladissektion (Fachwort für eine Entfernung von Lymphknotengewebe aus der Achselhöhle) mindestens 10 Lymphknoten entfernt und der Untersuchung durch den Pathologen zugeführt werden. Die Einteilung unterscheidet sich zu der oben genannten bei pN1, hier kann der Pathologe weitere Abstufungen angeben.
pN1
a
b | Metastasen in beweglichen Lymphknoten aus der Achsel Nur Mikrometastasen, die kleiner als 0,2 cm sind Metastasen in Lymphknoten, von denen mindestens eine größer ist als 0,2 mm |
Einteilung der Brustkrebsstadien
Ausgehend von der TNM-Klassifikation wird dann eine Einteilung in verschiedene Stadien vorgenommen, hier nach Vorgaben der UICC (union internationale contre le cancer). Die einzelnen Stadien fassen TNM-Kombinationen zusammen, die eine ähnliche Prognose aufweisen:
Stadieneinteilung
Stadium | T-Klasse | N-Klasse | M-Klasse |
Stadium 0 | Tis | N0 | M0 |
Stadium I | T1 | N0 | M0 |
Stadium IIA | T1 Oder T2 | N1
N0 | M0
M0 |
Stadium IIB | T2 Oder T3 | N1
N0 | M0
M0 |
Stadium IIIA | T0 Oder T1 T2 T3 | N2
N2 N2 N1 und N2 | M0
M0 M0 M0 |
Stadium IIIB | T4 Oder Jedes T | N1 und N2
N3 | M0
M0 |
Stadium IV | Jedes T | Jedes N | M1 |
Ausbreitungsuntersuchungen
Ist die Diagnose einer Brustkrebserkrankung erfolgt, wird immer nach möglichen Tochtergeschwülsten (Metastasen) gefahndet. Werden Tochtergeschwülste entdeckt, hat das Einfluss auf die weitere Therapieplanung und die Prognose insgesamt, deshalb ist das Auffinden von großer Bedeutung.
Metastasen weisen auf eine fortgeschrittene Krebserkrankung hin. Daher sind oft bereits Allgemeinsymptome vorhanden wie Leistungsminderung, Schmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwäche, eventuell Fieber und Atemnot. Umso größer ein Tumor ist, umso wahrscheinlicher haben sich im Körper schon Tochtergeschwülste in anderen Organen gebildet.
Allerdings kann das Mammakarzinom (Brustkrebs) auch schon in einem sehr frühen Stadium, wenn der Tumor noch klein ist, Metastasen bilden. Abhängig ist das von der biologischen Beschaffenheit der Tumorzellen und der Art des Tumors (siehe hierzu unter Brustkrebsarten).
|
Jährlich erkranken 50.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Der Ausgang dieser Erkrankung kann tödlich enden. |
Info: Metastasierung
Ein 5 mm großer Knoten zeigt in 10 % der Fälle, ein 20 mm großer Knoten in 50 % der Fälle eine Bildung von Tochtergeschwülsten an.
Verglichen mit anderen Krebsarten findet die Metastasierung beim Brustkrebs schon relativ früh statt. Bei Brustkrebs können Tochtergeschwülste lymphogen sowie hämatogen streuen.
Lymphogen bedeutet, dass die Tumorzellen über die Lymphbahnen in Lymphknoten gelangen und dort neue Knoten bilden.
Hämatogen bedeutet, dass die Tumorzellen über die Blutbahn in verschiedene Organe gelangen und dort Knoten bilden.
Brustkrebs metastasiert lymphogen zuerst in die Lymphknoten der Achsel und/oder des Brustbeins.
Nicht alle Organe im Körper werden mit der gleichen Wahrscheinlichkeit von Tochtergeschwülsten befallen. Für jede Krebsart ist dies unterschiedlich, bei Darmkrebs finden sich z.B. am häufigsten Tochtergeschwülste in der Leber. Brustkrebszellen finden sich am häufigsten in den:
- Knochen (Wirbelsäule, Rippen, Becken, Schädel),
- in der Lunge, auf dem Rippenfell (Pleura) und
- in der Leber.
Auch die Haut und das Gehirn können befallen werden.
Lymphknotenmetastasen
Lymphknotenmetastasen spielen eine besondere Rolle. Sie sind der wichtigste Faktor für eine Prognose beim Mammakarzinom und treten eigentlich immer vor hämatogenen Metastasen auf.
Lymphknotenmetastasen können sich durch Schwellung oder Knoten in der Achsel oder am Brustbein bemerkbar machen.
Um festzustellen, ob der Tumor schon in die Lymphknoten metastasiert ist, nutzt man heute neben anderen Methoden häufig die Sentinellymphknoten-Technik, die unter dem Thema Brustkrebsoperation ausführlich dargestellt wird.
Knochenmetastasen
In einem Viertel aller Fälle, in denen sich Tochtergeschwülste gebildet haben, entdeckt man die ersten Metastasen im Knochen, wo sie sich durch Schmerzen bemerkbar machen.
Um Metastasen im Knochen aufzuspüren, nutzt man die sogenannte Knochenszintigraphie. Bei einer Knochenszintigraphie wird dem Patienten vor der Untersuchung eine radioaktive Flüssigkeit gespritzt. Die Stoffe, die in der Flüssigkeit enthalten sind, haben die Eigenschaft, sich an solchen Stellen im Knochen einzulagern, an denen Umbauprozesse stattfinden und von dort ein schwaches radioaktives Signal auszusenden. Normalerweise finden überall im Knochen ständig Umbauprozesse in einem bestimmten Maß statt. Bei einer Knochenmetastase, aber auch bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma sind diese Prozesse aber an umschriebenen Stellen gesteigert: An diesen Stellen kann sich dann besonders viel von der radioaktiv markierten Flüssigkeit sammeln und so mit einem speziellen Röntgengerät sichtbar gemacht werden.
Von den in der Knochenszintigraphie verdächtigten Stellen wird dann ein Röntgenbild gemacht, das genauere Auskunft darüber liefert, ob eine Metastase vorliegt oder z. B. "nur" ein entzündlicher Prozess. Knochenmetastasen lassen sich aber auch mit Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie
Lungenmetastasen
Relativ häufig treten Metastasen auch in der Lunge auf. Symptome, die auf das Vorliegen von Metastasen in der Lunge hinweisen können, sind z.B. Kurzatmigkeit, chronischer Husten und rasche Ermüdung.
Meistens sind diese Symptome eher schwach ausgeprägt, denn der Tumor muss sehr viel Lungengewebe angegriffen haben, bevor er sich auf diese Weise bemerkbar macht.
Ob Lungenmetastasen vorhanden sind, wird meistens durch Röntgenaufnahmen festgestellt. Um die genaue Lage von Metastasen herauszufinden, kann eine bestimmte Form der Computertomographie (Dünnschicht-Spiral-CT) oder eine Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) zusätzlich sinnvoll sein.
Lebermetastasen
Der dritthäufigste Ort für Metastasen ist die Leber. Sie machen sich dort häufig erst spät und schleichend bemerkbar.
Die Symptome entstehen dadurch, dass der Tumor zunehmend Raum beansprucht und gesundes, funktionstüchtiges Lebergewebe zerstört. Die Leber kann das bis zu einem späten Zeitpunkt kompensieren. Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Störungen im Magen-Darm-Bereich oder Fieber können mögliche Symptome sein, treten bei Brustkrebs allerdings auch häufig auf, wenn keine Lebermetastasen vorliegen.
Die Leber ist von einer festen Kapsel umgeben, deshalb kann es durch einen sich ausdehnenden Tumor zur Spannung dieser Kapsel kommen, was wiederum Schmerzen im rechten Oberbauch auslöst. Werden die Gallenwege durch Tochtergeschwülste eingeengt oder verschlossen, kann eine Gelbsucht (Ikterus) auftreten, die sich, der Name deutet darauf hin, als erstes durch eine leichte Gelbfärbung der Augäpfel bemerkbar macht. Funktionsstörungen der Leber (Siehe auch Funktion der Leber) lassen sich häufig durch einen Bluttest nachweisen. Ob als Ursache für eine solche Funktionsstörung dann Metastasen verantwortlich sind, kann durch eine Ultraschalluntersuchung, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie festgestellt werden.
Buch bestellen
Benötigen Sie ausführliche Informationen zu diesem Thema?
An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass zu diesem Thema ein ausführliches Buch verfasst wurde.
Erfahren Sie Heilungschancen, konservative und operative Maßnahmen, sowie Risiken besser einzuschätzen. Lernen Sie den richtigen Umgang mit der Erkrankung Bustkrebs und werden Sie zum kompetenten Gesprächspartner für Ihren Arzt.
Abbildung kann abweichen
zum Shop
Buch "Brustkrebs"
Wissen verbessert Ihre Heilungschancen.
Dieses Buch Informiert über alle konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten des Brustkrebs mit Vor- und Nachteilen einfach und laienverständlich beschrieben.
Autor: Dr. med Nicolas GumpertAls "PDF" oder "Printversion" erhältlich.
__________________________________________________
Verfügbarkeit: sofort lieferbar
Preis: schon ab 12.90 €*
__________________________________________________
*inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten
|
Online - Sprechzimmer: Thema Brustkrebs
Werden Sie Teil einer großen Gesundheits - Community und diskutieren Sie mit Experten und Betroffenen zum Thema Brustkrebs. |
|
Weitere Informationen zu diesem Thema
- Hauptthema Brustkrebs
- Brustkrebsarten
- Brustkrebserkennung
- Mammographie
- Brustkrebs Gewebeprobe
- Brustkrebsrisiko
- Brustkrebs: Metastase
- Brustkrebs: Therapie
- Brustkrebs: Bestrahlung
- Brustkrebs Chemotherapie
- Brustkrebs: Operation
- Brustkrebs: Alternative Therapie
- Brustkrebs: Nachsorge
- Gutartige Brusttumore
Eine Übersicht aller Themen der Gynäkologie finden Sie unter: Gynäkologie A-Z
|
Jährlich erkranken 50.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Der Ausgang dieser Erkrankung kann tödlich enden. |
|
Wie gut ist Ihre allgemeine Kenntnis zum Thema Schwangerschaft, Geburt und Verhütung?
Beantworten Sie dazu folgende 30 Fragen aus allen Bereichen der Gynäkologie, und erhalten Sie Ihr persönliches Ergebnis. Hier gelangen Sie direkt zum Quiz Gynäkologie oder machen Sie mit bei unserem großen Quiz Verhütungund Quiz Sexualität |
Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!
Ihre Meinung ist uns wichtig!







