Burnout-Syndrom

Synonyme

  • Burn Out
  • Erschöpfung
  • Ausbrennen
  • Durchbrennen

Definition

Unter „Burn Out“ versteht man einen Zustand emotionaler und körperlicher Erschöpfung mit dem eine massive Antriebs- und Leistungsschwäche einhergeht. Oftmals ist das Burn Out-Syndrom Endstadium einer zuvor länger andauernden Überforderung oder Überarbeitung. Der Weg zum Burn Out dauert teilweise einige Jahre. Typischerweise entsteht ein Burn out-Syndrom aus einer Kombination von Pflichtbewusstsein, Motivation, Ehrgeiz und Perfektionismus gepaart mit anhaltendem Stress, starkem Leistungsdruck und/oder Überforderung.

Häufigkeit

Repräsentativen Studien zufolge leiden rund 7% aller Arbeitnehmer unter einer Burn out-Symptomatik. 20-30% aller Arbeitnehmer sind gefährdet.

Prinzipiell kann ein Burn out jeden treffen. Auch nicht arbeitende Menschen, beispielsweise Schüler, Rentner oder Arbeitslose, sind vom Burn out-Syndrom betroffen. Dennoch lassen sich in bestimmten Berufsgruppen (beispielsweise Lehrer, Manager, Krankenschwestern, Sozialarbeiter, Pfarrer, Ärzte) besonders hohe Krankenstände mit entsprechender Diagnose verzeichnen. Dabei ist allerdings nicht die Anzahl der Wochenarbeitsstunden ausschlaggebend, sondern vielmehr der Leistungsdruck, seelische Belastung, individuelle Faktoren sowie die Arbeitsbedingungen, die letztendlich zur völligen Erschöpfung führen.

Genaue Zahlen zu jährlichen Neuerkrankungen gibt es nicht, da das Burn out-Syndrom keine klar definierte Erkrankung, sondern ein Krankheitsbild mit vielfältigen und teilweise sehr unterschiedlichen Symptomen darstellt. Wissenschaftlich sind die jährlichen tatsächlichen Neuerkrankungen sehr schwer zu erfassen. Fest steht jedoch, dass die Zahl der Neuerkrankungen jährlich immer stärker zunimmt und sich das Burn out-Syndrom mittlerweile auf alle Berufsgruppen ausdehnt.

Ursachen

Als Ursache für ein Burn out wird ein jahrelanger Teufelskreis aus Überarbeitung und Überforderung angenommen. Während dieser chronischen Stressphase ensteht durch Wechselwirkung auf zwei Ebenen ein Burn out. Die erste Ebene ist gekennzeichnet durch externe Belastungsfaktoren, also lange Arbeitszeiten, ungünstige Arbeitszeiten, die den individuellen Biorhythmus vernachlässigen, Stress/Ärger/Konflikte mit Arbeitskollegen, Familienmitgliedern oder dem Partner, eine starke Hierarchiestruktur am Arbeitsplatz, hoher Leistungs- oder Zeitdruck, Angst um den Arbeitsplatz, wenig positives Feedback usw.

Nicht jeder, der unter solchen externen Belastungsfaktoren arbeitet oder lebt, wird zwangsläufig an Burn Out erkranken.

Hinzu kommen auf zweiter Ebene interne Persönlichkeitsfaktoren, wie beispielsweise Perfektionismus, hoher Ehrgeiz, unrealistische Erwartungen an den Beruf und sich selbst, die Schwierigkeit „nein“ zu sagen, den Hang das eigenen Regenerationsbedürfnis zu ignorieren, Misstrauen gegenüber den Fähigkeiten anderer und Überschätzung der eigenen Leistung.

Treffen die Faktoren beider Ebenen über einen längeren Zeitraum aufeinander, kann sich ein Teufelskreis aus Überarbeitung und Überforderung gepaart mit dem Wunsch alles richtig zu machen ergeben. Man kann sich ein Burn out-Syndrom sehr gut als Endpunkt einer Abwärtsspirale vorstellen. Am Ende steht dann der völlige Zusammenbruch.


Weitereführende Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012