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Drei- Tage- Fieber

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: Exanthema subitum, Roseola infantum, Sechste Krankheit

Englisch: exanthem subitum, sixth disease

Informationen zur Therapie der Erkrankung erhalten Sie unter: Therapie Drei Tage Fieber

Definition Drei-Tage-Fieber

Das Drei-Tage-Fieber ist eine häufige, durch Viren verursachte Infektionskrankheit und betrifft vor allem Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter.

Typischer Weise folgt auf mehrere Tage hohes Fieber ein kleinfleckiger Hautausschlag (Exanthem), der auftritt, sobald das Fieber sinkt.

Zusammenfassung

Zwischen dem 6. Lebensmonat und 3. Lebensjahr ist das Drei-Tage-Fieber die häufigste ansteckende Erkrankung mit einem Hautausschlag (Exanthem), die von einem Virus hervorgerufen wird.

Die „Sechste Krankheit“ (Ringelröteln werden als die „Fünfte Krankheit“ bezeichnet) zählt zu den ansteckenden Kinderkrankheiten, ist in ihrem Verlauf meist einfach und heilt von selbst aus (selbstlimitierend). Daher ist eine Behandlung mit Medikamenten nur zur Linderung der Symptome sinnvoll.

Zu Beginn des 3-Tage-Fiebers entwickeln die Kinder in der Regel hohes Fieber, das bis zu einer Woche lang über 39,5°C sein kann.

Das schnelle Ansteigen des Fiebers kann in 10-15% der Fälle einen Fieberkrampf auslösen. Anzeichen dafür, dass das Kind einen Fieberkrampf hat, sind Bewusstlosigkeit, das Zucken von Armen, Beinen oder Gesicht für 2-3 Minuten und die unkontrollierte Entleerung der Blase oder des Darms. In solchen Fällen soll ein Arzt gerufen werden.

Wenn das Fieber nach einigen Tagen zu sinken beginnt, erscheint beim erkrankten Kind der typische kleinfleckig-rote Hautausschlag (Exanthem), der über wenige Tage besteht und dann von selbst wieder verschwindet.

Nach Auftreten des Ausschlags ist das Kind in der Regel nicht mehr ansteckend.

Das Drei-Tage-Fieber dauert insgesamt etwa eine Woche und ist dann ausgestanden.


Formen des Drei-Tage-Fiebers

In den meisten Fällen nimmt die Erkrankung ihren typischen Verlauf mit hohem Fieber und darauf folgendem Ausschlag.

Es kann aber auch vorkommen, dass ein Kind über einige Tage hohes Fieber hat, welches durch eine Infektion mit dem Erreger des Drei-Tage-Fiebers (HHV-6) hervorgerufen wird, ohne danach den Hautausschlag zu bekommen („abortive Form“).

In 20% der Fälle kommt es überhaupt nicht zur Ausprägung von Krankheitsmerkmalen (asymptomatische Form), die Erkrankung verläuft „stumm“ ohne bemerkt zu werden.

Bei älteren Kinder kann das Drei-Tage-Fieber so ähnlich ausgeprägt sein wie die Mononukleose (Epstein-Barr-Virus, Pfeiffer’sches Drüsenfieber) mit Merkmalen einer Leberentzündung im Blut.

Epidemiologie / Vorkommen in der Bevölkerung

Am Drei-Tage-Fieber erkranken überwiegend Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren. Bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres hatten nahezu alle Kinder schon Kontakt mit dem Krankheitserreger.

Die Viren, welche die Krankheit hervorrufen (HHV-6, HHV-7), sind weltweit verbreitet und werden nur von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Die Ansteckung mit dem Drei-Tage-Fieber erfolgt über Tröpfcheninfektion, meist durch Husten, Niesen oder Speichel des erkrankten Kindes, der von anderen Kindern eingeatmet oder über die Hände aufgenommen wird.

Schon einige Tage vor dem Auftreten der Krankheitsmerkmale (Symptome) ist das Kind ansteckend, nach dem Erscheinen des Hautausschlags meist nicht mehr.

Ursachen

Die Erreger des Drei-Tage-Fiebers sind die Viren Humanes Herpes Virus 6 (HHV-6) oder seltener Humanes Herpes Virus 7 (HHV-7).

Obwohl sie zur selben Familie wie das bekanntere Herpes Simplex Virus (HSV) gehören, verursachen sie weder den allgemein bekannten Lippenherpes noch Genitalherpes.

Wenn sich ein Kind über Tröpfcheninfektion mit dem Drei-Tage-Fieber ansteckt, kommt es im Körper zu einer Vermehrung der Erregerzellen in den Speicheldrüsen und nach einigen Tagen (Inkubationszeit) zu einem übertreten der Viren ins Blut, der Verteilung im Körper und dadurch dem Auftreten der Krankheitsmerkmale (Symptome).

Wie alle Herpes-Viren können auch HHV-6 und HHV-7 lebenslang im Körper bleiben (persistieren) und bei einer Schwächung der Abwehrkräfte (z.B. Immunsuppression) wieder aktiv werden (Reaktivierung). Dies führt zu einem erneuten Auftreten von Symptomen, ohne dass man sich wieder bei jemandem angesteckt hätte.

Eine wiederholte Ansteckung mit dem Drei-Tage-Fieber als Erwachsener kann zwar vorkommen, ist aber nicht üblich, da man davon ausgeht, dass die durchgemachte Erkrankung in der Kindheit einen lebenslangen Schutz (Immunität) zur Folge hat.

Symptome des Drei-Tage-Fiebers

Nach der Aufnahme des Virus in den Körper über Tröpfcheninfektion dauert es etwa 5-10 Tage, bis die Erkrankung beim Kind ausbricht (Inkubationszeit).

Zuerst bekommt das Kind hohes Fieber mit Temperaturen bis zu 40°C, das über 3 bis 5 Tage andauert. Das Kind fühlt sich während dessen abgeschlagen und sehr krank, es kann nervös und reizbar erscheinen. In dieser Phase der Krankheit kann es zu Fieberkrämpfen kommen; auch Kopfschmerzen, Husten, und eine Schwellung der Halslymphknoten können auftreten. Weiter sind eine Entzündung der Schleimhäute (Enanthem), das Anschwellen der Augenlider (Lidödem) oder eine Darmentzündung (Enteritis) mit Bauchschmerzen nicht seltene Begleiterscheinungen.

Bei einem schweren Krankheitsverlauf des Drei-Tage-Fiebers kann es in sehr seltenen Fällen zu einer Lungenentzündung (Pneumonie), noch seltener zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) kommen.

Nach bis zu einer Woche endet das hohe Fieber oft abrupt und es erscheint kurz darauf („subito“) ein Hautausschlag (Exanthem) aus kleinen roten Flecken, die teilweise zu größeren Flecken „zusammenlaufen“ können.

In der Regel betrifft dieser nicht juckende Ausschlag v.a. den Rumpf und die Arme und Beine (Extremitäten), während das Gesicht meist ausgespart bleibt. Das Kind gilt nach Auftreten des Ausschlags nicht mehr als ansteckend. Nach 1-3 Tagen ist der Ausschlag beim Drei-Tage-Fieber meist verschwunden. Die Krankheit ist dann ausgestanden, das Kind ist wieder gesund.

Diagnose

Das Drei-Tage-Fieber kann vom Kinderarzt leicht an seinem typischen Verlauf von Fieber und darauffolgendem Hautausschlag (Exanthem) erkannt werden.

Ein Merkmal der roten Flecken des Exanthema subitum ist, dass sie verblassen, wenn man mit dem Finger auf sie drückt, und dass sie nicht jucken.

Durch diese Besonderheiten ist es nicht schwer, das Drei-Tage-Fieber von anderen Kinderkrankheiten mit Hautausschlag zu unterscheiden (z.B. Masern, Röteln, Windpocken, Ringelröteln).

Somit ist eine Laboruntersuchung des Blutes im Normalfall nicht notwendig.

Ist der Ausschlag noch nicht erschienen und das hohe Fieber dauert noch an, kann der Arzt aber verschiedene Tests durchführen, um zu sehen, ob das Fieber nicht durch eine andere Infektion hervorgerufen wird.

In Besonderen fällen lässt sich das Drei-Tage-Fieber mittels einer Bestimmung von Antikörpern im Blut beweisen.


Therapie des Drei-Tage-Fiebers

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