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Durchblutungsstörungen
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Synonyme im weiteren Sinne
Perfusionsstörung
Englisch: circulatory disorder, impaired circulation, circulation disturbance, disturbance of (the) blood supply
Definition

- Durchblutungsstörungen
Als Durchblutungsstörungen bezeichnet man eine Behinderung vom Blutfluss, was dazu führt, dass das hinter der betroffenen Stelle gelegene Gewebe nicht genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.
Da Sauerstoff lebensnotwendig für jedes unserer Organe ist, wird die Leistungsfähigkeit durch eine Sauerstoff-Mangelversorgung immer mehr oder weniger herabgesetzt. Das Gehirn hält es nur wenige Minuten ohne Sauerstoff aus, die Niere oder die Leber können hingegen einige Stunden ohne Sauerstoff überleben, ohne bleibende Schäden zu erleiden.
Durchblutungsstörungen können dadurch zustande kommen, dass ein Gefäß verstopft oder auch nur verengt ist. Da die Gefäße mit zunehmendem Alter immer mehr an Elastizität einbüßen, ist es verständlich, dass sich Durchblutungsstörungen vornehmlich im höheren Alter entwickeln. Dazu kommen diverse Risikofaktoren, die sich auch mit zunehmendem Alter immer mehr bemerkbar machen.
Epidemiologie
Das Auftreten der Durchblutungsstörungen wird mit zunehmendem Lebensalter immer wahrscheinlicher. Bis zum 45. Lebensjahr leiden nur etwa 2% der Bevölkerung an einer Durchblutungsstörung, unter den 60 bis 70-Jährigen ist rund jeder Zehnte von diesem Krankheitsbild betroffen, wobei Männer ungefähr 4 mal so häufig erkranken wie Frauen des gleichen Alters. Diese Daten gelten allerdings nur für die westliche Welt, in anderen Ländern, vor allem in Entwicklungsländern, findet man weitaus weniger Betroffene, was vor allem auf den Lebensstil und die damit verbundenen Risikofaktoren zurückzuführen ist (siehe unten).
Ursachen
Für Durchblutungsstörungen gibt es sehr viele Ursachen, von denen nur die wichtigsten hier ausführlicher beschrieben werden.
Zu den Gründen zählen vor allem die Verengung oder der Verschluss von Arterien, was zustande kommen kann durch eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Gefäßverschlüsse (Embolien) oder Bildungen von Blutgerinnseln innerhalb der Arterie. Weitere Ursachen sind Entzündungen von Gefäßen (Vaskulitiden), Krämpfe in der Muskulatur der Blutgefäße (Gefäßspasmen), ein zu niedriger Blutdruck (arterielle Hypotonie) oder plötzlich auftretende Blutungen (zum Beispiel Hirnblutungen).
Der wohl häufigste Verursacher einer Durchblutungsstörung ist die Arterienverkalkung, die eine systemische Erkrankung darstellt. Mit steigendem Lebensalter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine Arterienverkalkung. Im Rahmen der Arteriosklerose (wörtlich übersetzt: bindegewebige Verhärtung der Arterien) kommt es zu Ablagerungen an der Gefäßinnenseite. Initial sind dafür wahrscheinlich kleine Verletzungen in der Gefäßwand verantwortlich. Als Reaktion auf diese Verletzungen schaltet der Körper das Abwehrsystem ein.
Daraufhin treten eine Reihe komplizierter biochemischer Prozesse in Kraft, die darin resultieren, dass sich Blutzellen, Blutfette, Bindegewebe und zum Teil auch Kalk in den Gefäßen ablagern. Diese Substanzen bezeichnet man häufig auch als „Plaques“. Prinzipiell können diese Ablagerungen überall im arteriellen System vorkommen. Da aber Strömungsverhältnisse eine Rolle in der Entstehung von Plaques spielen, findet man arteriosklerotische Verschlüsse bevorzugt dort, wo sich Gefäße aufzweigen und die gleichförmige Strömung behindert wird.
In der Regel entstehen Durchblutungsstörungen nicht von jetzt auf gleich. Die Ablagerungen wachsen mit der Zeit immer mehr, woraufhin der Durchmesser der Arterien folglich stetig abnimmt. Der Körper hat also viel Zeit, auf die Gefäßveränderungen zu reagieren. So kommt es dazu, dass zum einen kleinere Blutgefäße nun hauptsächlich die Blutversorgung übernehmen, die vorher eher eine untergeordnete Rolle gespielt haben und zum anderen bilden sich sogenannte Umgehungskreisläufe (Kollateralkreisläufe) um die betroffenen Gebiete aus. Deswegen zeigen sich Beschwerden oft auch erst, wenn die Arteriosklerose schon massiv vorangeschritten und der Blutfluss dadurch extrem eingeschränkt ist.
Eine Embolie kommt dadurch zustande, dass ein Gefäß plötzlich verstopft und zwar dadurch, dass ein Blutpfropf, der an einer ganz anderen, weiter entfernt liegenden Stelle im Gefäßsystem entstanden sein kann, verschleppt wird und sich in einem meist kleineren Gefäß verfängt und dieses verschließt. Meistens wird diese Embolie durch ein Blutgerinnsel (Thrombose) ausgelöst, sie kann aber auch durch die Versprengung von Tumorgewebe, Fruchtwasser oder sogar Luft entstehen.
Risikofaktoren
Risikofaktoren für die Entstehung von Durchblutungsstörungen sind Bluthochdruck, eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte (zum Beispiel bei Hypercholesterinämie und Hyperlipidämie), Bewegungsmangel und Rauchen. All diese Zustände sind leider heutzutage keine Seltenheiten, sondern fast schon die Regel unseres westlichen Lebensstils.
Diagnose

- Diagnose der Durchblutungsstörungen
Eine erste Verdachtsdiagnose der Durchblutungsstörungen lässt sich meistens schon anhand der typischen Symptome stellen. Es gibt allerdings eine ganze Reihe von Untersuchungsmethoden, die diesen Verdacht absichern können und den genauen Schweregrad der Erkrankung ermitteln.
Sehr banal, aber auch sehr aussagekräftig, ist die vergleichende Blutdruckmessung der beiden Körperhälften. Ist der Blutdruck am rechten Arm zum Beispiel erheblich niedriger als am linken, deutet dies sehr stark auf eine Gefäßveränderung der rechten Extremität hin. Man kann auch die Blutdruckwerte an beiden Oberarmen und beiden Fußknöcheln bestimmen und diese dann miteinander vergleichen. Liegt das Verhältnis der gemessenen Drücke unter einem bestimmten Wert, spricht dies ebenfalls für eine Durchblutungsstörung.
Darüber hinaus kann eine sogenannte Angiographie hilfreich sein. Bei dieser Untersuchung wird dem Patienten ein Röntgen - Kontrastmittel in eine Schlagader injiziert (Achtung: vorher muss unbedingt eine Kontrastmittelallergie ausgeschlossen werden!). Auf dem Röntgenbild heben sich dann die mit Kontrastmittel gefüllten Gefäßinnenräume deutlich von ihrer Umgebung ab. Mithilfe dieser Methode kann die Lokalisation eines Verschlusses recht genau bestimmt werden.
Außerdem gibt es noch die sogenannten Provokationstests, die vor allem bei der Diagnostik der pAVK zum Einsatz kommen. Der Arzt kann den Betroffenen zum Beispiel bitten, eine bestimmte Strecke zu gehen und dann anhand der zurückgelegten Schritte ohne Schmerzen den Schweregrad der Erkrankung herausfinden.
Prophylaxe
Um eine Durchblutungsstörung zu vermeiden, sollte man sich auf jeden Fall gesund und ausgewogen ernähren und darauf achten, dass man sich genügend bewegt. In Kombination stellen diese zwei Maßnahmen dann auch die wichtigsten Angriffspunkte dar, um ein eventuell bestehendes Übergewicht abzubauen. Außerdem sollte man mit dem Rauchen aufhören oder am besten gar nicht erst anfangen und eventuell bestehende Grunderkrankungen, die mit einer Durchblutungsstörung assoziiert sind (wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck), behandeln beziehungsweise behandeln lassen.
Prognose
Die Prognose der Durchblutungsstörungen ist je nach Ausmaß und Lokalisation sehr variabel. Es kommt vor allem darauf an, ob eine Möglichkeit besteht, die zugrunde liegende Krankheit vollständig zu heilen oder nicht. Gefäßschäden, die durch eine Arteriosklerose zustande gekommen sind, lassen sich zum Beispiel nie wieder zurückbilden, man kann nur versuchen, ein weiteres Fortschreiten zu unterbinden. Wenn die Erkrankung jedoch nicht gestoppt wird, kann es zu den lebensbedrohlichen Komplikationen eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls kommen. Wenn sich die Durchblutungsstörungen in einer Extremität (Arme oder Beine) in einem stark fortgeschrittenen Stadium befindet, kann manchmal eine Amputation notwendig sein. Dies lässt sich allerdings in der Regel durch entsprechende vorbeugende Maßnahmen vermeiden.
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Zusammenfassung

- Durchblutungsstörungen
Durchblutungsstörungen können akut oder chronisch vorkommen. Sie können ganz plötzlich entstehen oder sich auf dem Boden einer anderen zugrunde liegenden Krankheit (Diabetes, Hypercholesterinämie) bilden. Eine Durchblutungsstörung kann an praktisch jeder Stelle des Körpers auftreten und symptomatisch werden. Obwohl sich aus diesen unterschiedlichen Faktoren ein sehr heterogenes Krankheitsbild ergibt, lassen sich doch viele Gemeinsamkeiten feststellen.
Resultat der Durchblutungsstörungen ist immer die verminderte Versorgung mit Sauerstoff des durch das verengte/verschlossene Gefäß versorgten Organs, egal ob dies das Herz, das Gehirn oder die Muskulatur ist. Diese Mangelversorgung macht sich durch eine Funktionsbeeinträchtigung und meistens auch durch Schmerzen bemerkbar. Je nach betroffenem Gebiet schließt sich natürlich eine spezifische Behandlung an. Eine positive Auswirkung auf alle Arten der Durchblutungsstörung hat allerdings die Reduktion von Risikofaktoren, zu denen hierzulande besonders das Rauchen, der Bewegungsmangel, Bluthochdruck, ungesunde Ernährung mit resultierendem Übergewicht oder die Volkskrankheit Diabetes mellitus zählen. Wenn man also allgemein aktiv etwas für seinen Körper und seine Gesundheit tut, kann man die Möglichkeit der Entstehung einer Durchblutungsstörung zwar nie ganz ausschließen, das Risiko jedoch deutlich herabsetzen.
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