Eileiterschwangerschaft

Synonyme

Tubenschwangerschaft, Tubargravidität, Tubarschwangerschaft, Graviditas tubaria

Englisch: tubal pregnancy

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Definition

Die Eileiterschwangerschaft ist die häufigste Form von Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter (Uterus). Abgekurzt wird diese Form von Schwangerschaft EUG genannt (Extrauterine Gravidität).
Meist liegt eine Strörung in der Durchgängigkeit der Eileitern vor (Verklebung) oder die Eileiterperistaltik ist gestört. Dadurch kann sich das Ei schon in dem Eileiter einnisten bevor es die Gebärmutter erreicht hat. Davon unabhängig, wo die befruchtete Eizelle sich befindet, nistet sie sich ein, sobald sie ein bestimmtes Entwicklungsstadium erreicht hat.

Das Ei kann sich

  • im Anfangsteil des Eileiters (ampulläre Eileiterschwangerschaft)
  • im mittleren Eileiterabschnitt (Isthmische Eileiterschwangerschaft) oder
  • im Gebärmuttereinteil des Eileiters (interstitielle Eileiterschwangerschaft) einnisten.

Epidemiologie

Von 100 Schwangerschaften liegt etwa eine außerhalb der Gebärmutter. Von 100  Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter (extrauterinen Graviditäten) sind 99 in den Eileitern lokalisiert.

Anatomie Gebärmutter / Eierstöcke

 

  1. Gebärmutterhöhle
  2. Zervix / Gebärmutterhals
  3. Scheide
  4. Tube/ Eileiter
  5. Ovar/ Eierstock
  6. Korpus / Körper
  7. Portio/ Muttermund

Ursache

  • Störung des Aufnamevermögens der Erweiterung (Ampulle) des Eileiters
  • Früher durchgefürhte Operationen im Bereich des Eileiters mit Vernarbungen bei der Abheilung des Gewebes als Folge. 
  • Entzündungen bzw. Vernarbungen, die als Folge von einer Entzündung entstanden sind. Auslöser für diese Entzündungen sind Genitalinfektionen, bei denen Erreger und Bakterien in die Eileiter gelangen.
  • Lokale Schäden an den Eileitern, beispielsweise durch Herden von atypisch lokalisierter Gebärmutterschleimhaut (Endometriose)
  • Empfängnisverhütung mit Hilfe einer Spirale (Intra-Uterin-Pessar). Diese Ursache ist abhänging von der Art der Spirale.
  • Künstliche Befruchtung
  • Unvollständiger Sterilisationsbehandlung

Symptome

Symptome der Eileiterschwangerschaft

Der klinische Verlauf ist sehr variabel. Die allermeiste Eileiterschwangerschaft geht aber frühzeitig zu Grunde und bleiben dadurch klinisch stumm. Auf Grund von Nährstoffmangel und Unterversorgung, des aus der befruchteten Eizelle neu entwickelter Oganismus (Embryo), durch die Eileiterschleimhaut, die hierfür nicht vorgesehenen ist, kommt es in vielen Fällen zu einem natürlichen Schwangerschaftsabbruch im Eileiter (Tubarabort). Ein natürlicher Abbruch kann auch noch später, im fortgeschrittenen Stadium, stattfinden .

Schmerzempfindungen, die uncharakterisch sind, treten etwa ab der 5. Schwangerschaftwoche (SSW) nach der letzten Regel (post menstruationem; p.m.)  auf. Häufig kommt es zu Blutungen, weil der Mutterkuchen (Plazenta) frühzeitig untergeht und die Hormonspiegeln daduch sinken, die normaleweise eine Blutung verhindern.
Das Wachstum der Frucht führt zunehmend zur Raumfördeung und später zur Perforation (Durchdringen) mit starkem, einseitigen Durchbruchschmerz (Rupturschmerz) im Unterleib und Blutungen in die Bauchhöhle (intraabdominelle Blutungen).
Diese Situation ist für die Mutter lebensbedrohlich. Als Folge kann es zu Kreislaufversagen und Schock kommen. Zur Ruptur kommt es oft zwischen den 5. und 8. Schwangerschafftwoche.

Die Symptomatik richtet sich nach dem Einnistungsort (Implanantionsort) der Eizelle. Die ampulläre Eileiterschwangerschaft führt meist zu einem Tubarabort, wo hingegen isthmische und interstitielle Eileiterschwangerschaft eher die Eileiterwand (Tubenwand) penetrieren und zur Ruptur führen.

Diagnose

Diagnose der Eileiterschwangerschaft

Bei einer Untersuchung der Scheide (vaginale Untersuchung) kann die Größe der Gebärmutter (Uterus) festgestellt werden. Bei einer Eileiterschwangerschaft ist die Gebärmutter kleiner als was sie eigentlich sein sollte, wenn die Schwangerschaft ganz normal verlaufen würde. Bei der Untersuchung ist es eventuell auch möglich die schmerzhafte Stelle zu tasten, wo das Ei im Eileiter sich eingenistet hat. Mit Hilfe von einer Ultraschall-Untersuchung, von der Scheide ausgehend, kann festgestellt werden, ob das Embryo sich in der Gebärmutter tatsächlich befindet oder nicht. Ist das nicht der Fall deutet das entweder darauf hin, dass die Schwangerschaft doch weniger fortgeschritten ist als erst gedacht und dass das Embryo deswegen zu klein ist, um mit dem Ultraschall zu erkennen. Alternativ deutet es auf einem Fehlgeburt (Abortus) hin. Es kann aber in dem Fall auch auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter hinweisen.

Im Blut kann auch das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin) gemessen werden. Alle zwei Tage verdoppelt sich die Konzentration dieses Hormon bei einer normalen Schwangerschaft im Blut. Stegit die Konzentration des hCG nicht wie normal und zeigt die Patientin dazu noch die entsprechende Symptome kann davon ausgegangen werden, dass es sich in diesem Fall um eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter handelt.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 10.07.2011