Epilepsie

Synonyme im weiteren Sinne

  • Spastik
  • Grand mal Anfall
  • Epileptische Anfälle
  • Gelegenheitsanfall

Häufige Tippfehler: Epylepsie, Epilebsie

Englisch: epilepsy

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Definition

Unter Epilepsie versteht man verschiedene Symptome bezüglich der Muskulatur (motorisch), der Sinne (sensorisch), des Körpers (vegetativ) oder der Psyche (psychisch), welche infolge einer abnormen Erregungsbildung und Erregungsausbreitung der Nervenzellen des Gehirns mehr als einmal auftreten. Zusammengefasst werden diese Symptome als „Anfall“.

Dabei kann es je nach Epilepsie-Form beispielweise zu rhythmischen Zuckungen oder Verkrampfungen von Muskelgruppen, Schwitzen, Riechstörungen, Blutdruckanstieg, gesteigertem Speichelfluss, Einnässen, Kribbeln, Schmerzen oder Halluzinationen kommen.

Treten die genannten Symptome nur einmalig auf, wird der Anfall als „Gelegenheitsanfall“ klassifiziert; bei wiederholtem Vorkommen hingegen spricht man von „Epilepsie“.


Epidemiologie

5% der Bevölkerung erleiden einen Gelegenheitsanfall im Laufe ihres Lebens, also nach obiger Definition der Epilepsie einen im Leben. Bei doppelt so vielen lässt sich eine erhöhte Krampfbereitschaft im EEG (Elektroenzephalogramm) nachweisen.

In Europa und Nordamerika beträgt die Prävalenz 600 pro

100 000, die Inzidenz 40 bis 60 pro 100 000.

In mehr als zwei Drittel der Fälle manifestiert sich die Epilepsie vor dem 20. Lebensjahr, wobei ein Vererbungsrisiko von 4% besteht, wenn ein Elternteil ebenfalls an Epilepsie leidet. Bei zwei betroffenen Elternteilen erhöht sich das Risiko auf 25%.

Ursachen

  • Symptomatisch = nachweisbare Ursache, nämlich durch Veränderungen der Struktur des Gehirns (beispielsweise Narben, Entzündung, Tumor, Blutung, toxisch durch Alkohol)
  • Kryptogen = eine symptomatische Ursache wird angenommen, kann jedoch nicht bewiesen werden

  • Idiopathisch = keine nachweisbare oder vermutete Ursache

Bei mehr als 50% der Fälle ist die Ursache unbekannt.

Wie genau die Krampfanfälle letztlich entstehen, ist nicht genau bekannt. Fakt ist, dass die Nervenzelle im Gehirn eine gesteigerte Erregbarkeit besitzt, zum Beispiel in Folge von Alkohol- oder Medikamentenentzug, veränderten Konzentrationen bestimmter Mineralien oder Sauerstoffmangel.


Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu Symptomen,Diagnose und Therapie der Epilepsie finden Sie unter:

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 10.01.2013