Epilepsie Symptome

Einleitung

Bei der Epilepsie unterscheidet man generalisierte von fokalen Anfällen. Letztere lassen sich weiter unterteilen in einfach fokale, komplex fokale und sekundär generalisierte Anfälle. Daneben existieren Sonderformen, welche Merkmale beider Anfallsformen aufweisen.

Wichtige Begriffe im Zusammenhang mit Epilepsien betreffen die Beschreibung der Anfälle. Hierzu zählen die Ausdrücke „tonisch“ und  „(myo-)klonisch“ .

„Tonisch“ bezieht sich auf die Muskeln und bezeichnet eine verkrampfende Anspannung. „Klonisch“ betrifft ebenfalls die Muskulatur und beschreibt das unwillkürliche rhythmische Zucken bestimmter Muskelgruppen.




Generalisierte Anfälle

Generalisierte Epilepsien sind dadurch gekennzeichnet, dass beide Hirnhälften beteiligt sind, was zu Störungen des Muskeltonus und des Bewusstseins führt.

Die Generalisation kann primär, also von Anfang an, oder sekundär entstehen. Letzteres bedeutet, dass die Entladungen in einem Herd beginnen und sich erst sekundär auf den Rest des Gehirns ausbreiten.

Beispiele generalisierter Anfälle (Epilepsie):

1. Grand-mal-Anfall:

typischer Ablauf: teilweiseBeginn mit Aura  beispielsweise Geruchsempfindungen oder déjà-vutonische Phase:  Hinfallen, Verkrampfung der Muskulatur, Puls- und Blutruckanstieg, Schwitzenklonische Phase: rhythmische Zuckungen des gesamten Körpers, teils Einnässen / Einstuhlen / vermehrter Speichelfluss / Zungenbisspostiktale Phase: kurzer komatöser Zustand, danach Aufwachen oder „Terminalschlaf“, Amnesie bezüglich des Anfalls

2. Absence

Diese Form tritt zwischen 6 und 10 Jahren auf. Typisch sind eine Störung des Bewusstseins mit starrem Blick und Automatismen wie zum Beispiel Blinzeln oder Zungenbewegungen. Auftreten kann das Ganze bis zu 100mal am Tag, ohne dass sich der Betroffene erinnern kann.

3. West-Syndrom / Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe

Im Alter von 3 bis 8 Monaten kommt es zu Muskelzuckungen mit Hebung von Armen und Beinen sowie Beugung von Kopf und Rumpf. Bei Verstärkung der Zuckungen werden die Arme vor der Brust gekreuzt.

4. Lennox-Gastaut-Syndrom

Dieses Syndrom findet sich bei 2- bis 8-Jährigen und umfasst begrenzte oder generalisierte Muselzuckungen. Oft treten zusätzlich tonische oder tonisch-klonische Anfälle auf.

Fokale Anfälle

1.Einfach fokal (Epilepsie):

keine Störung des Bewusstseins

Motorisch = Auftreten von klonischen oder tonischen Symptomen an einer bestimmten Körperregion (z. B. Hand)

Sensibel = Kribbeln, Schmerzen einer bestimmten Körperregion

Sensorisch = Symptome bezüglich des Sehens, Hörens, Riechens oder Geschmacks

Vegetativ = Missempfindungen an Magen der Herz, Herzrasen, Schwitzen

Psychisch = Sprechhemmung, Halluzinationen, Illusionen, kognitive Störungen

2. Komplex fokal

  • Störung des Bewusstseins
  • Häufig Aura
  • Automatismen
  • Vegetative Symptome
  • Sprachstörungen
  • Sekundär generalisiert
  • Siehe generalisierte Anfälle

Sonderformen

1. Rolando-Epilepsie:

Die Rolando-Epilepsie tritt im Kindesalter zwischen 3 und 12 Jahren auf. Kennzeichnend ist das Auftreten im Schlaf, welches sich als Speichelfluss, Hemmung des Sprechens und halbseitig im Gesicht vorkommenden Muskelzuckungen (Kloni), welche sich auf den restlichen Körper ausbreiten können (Generalisierung). Meist bildet sich diese Epilepsieform innerhalb von 2 Jahren von selbst zurück.

2. Aphasie-Epilepsie-Syndrom:

Das Aphasie-Epilepsie-Syndrom zählt ebenfalls zu den bei Kindern vorkommenden Anfallsformen. Zwischen 3 und 7 Jahren fallen die Patienten mit Sprechhemmung (Aphasie) und rhythmischen Muskelzuckungen (tonisch-klonisch) auf. Das Ganze tritt meist aus dem Schlaf heraus aus und bildet sich in der Regel bis zum Pubertätseintritt zurück.




Status epilepticus

Die Anfallsformen der Epilepsie können alle in einen Status epilepticus münden, welcher einen Notfall darstellt. Darunter versteht man mehr als 5 Minuten andauernde generalisierte tonisch-klonische Anfälle oder mehr als 20 Minuten lang anhaltende Absencen oder Anfälle ohne Zuckungen. Ebenfalls dazu zählen aufeinander folgende Anfälle, zwischen denen der Patient nicht erwacht und die im EEG dauerhaft vorhanden sind.

 

Weiterführende Informationen

Weitere informationen zum Thema Epilepsie, Diagnose und Therapie finden Sie unter:


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.12.2010