Inhalt:
Erysipel
Synonyme im weiteren Sinne
Wundrose, Gesichtsrose (bei Lokalisation im Gesicht)
Englisch: fire, rose, erysipelas
Definition
Das Erysipel ist eine häufige, akute Infektion (Entzündung) in den Lymphspalten der Haut. Diese Entzündung breitet sich über die Lymphgefäße aus. Verursacht wird es durch Bakterien (siehe unten). Eintrittspforte für diese Bakterien sind Verletzungen der Haut. Tiefe Risse (Rhagaden) oder andere Verletzungen können die Erreger einlassen.
Ursachen
Ein Erysipel wird durch Bakterien hervorgerufen. Diese Bakterien heißen Streptokokken.
Strepptokokkus pyogenes ist der häufigste Erreger. Selten können auch Staphylokokken (Staphylokokkus aureus = Staph. aureus) die Auslöser sein. Staph. aureus ist ein physiologisch auf der Haut vorkommender Keim. Er kommt also ganz natürlich und bei jedem Menschen beispielsweise in der Achselhöhle, der Stirn-Haar-Grenze oder im Nasenvorhof vor.
Das Erysipel kommt gehäuft bei immunschwachen Patienten vor, also besonders älteren und erkrankten Menschen sowie Menschen mit einer Immunschwäche (z.B. HIV-Infektion).
Symptome / Beschwerden
An der Eintrittspforte kommt es zu einer Schwellung, die rot ist und brennt. In der Regel ist diese Stelle auch überwärmt.
Diese Veränderungen der Haut sind immer scharf begrenzt und können auch mit einer Bläschenbildung einhergehen. Die Haut ist gespannt und glänzt. Neben den örtlich begrenzten Schmerzen kann auch ein Juckreiz bestehen.
Innerhalb von Stunden dehnt sich die Entzündung entlang der Lymphgefäße aus (flammenartig und unregelmäßig). Die Abheilung beginnt von zentral.
Meist tritt diese Erkrankung am Unterschenkel auf. Im Falle eines Gesichtbefalls, wo das Bindegewebe lockerer ist, kann eine eher diffuse Rötung und Schwellung ausgemacht werden. Die scharfe Begrenzung wie am Unterschenkel fehlt also.
Mit dem Beginn des Erysipels (Wundrose) oder manchmal auch davor kommt es zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit.
Eventuell sind noch kleine Verletzungen, welche als Eintrittspforte gedient haben könnten, erkennbar.
Komplikationen
Bei besonders schweren Krankheitsverläufen kann es zu Blasenbildung innerhalb des betroffenen Bereichs kommen.
Dieses nennt man medizinisch bullöses Erysipel ( bulla = Blase).
Liegen Einblutungen vor, so nennt man die Erkrankung hämorrhagisches Erysipel (Häm = roter Blutfarbstoff).
Als schwerste Form wird das gangränisierende Erysipel bezeichnet (Gangrän = durch Bakterien hervorgerufene Krankheit, die einzelne Körperteile „verfaulen“ lässt).
Eine weitere Komplikation ist die Rezidivneigung, d.h. es kommt immer wieder zu einem Erysipel.
Oft entstehen die Rezidive auch an der selben Stelle. Durch die Rezidive kann es zu Verklebungen der Lymphbahnen, und dadurch zu einem Lymphödeme, kommen.
Als Lymphödeme bezeichnet man die Schwellung, die hervorgerufen wird durch den Übertritt von Lymphflüssigkeit in das umliegende Gewebe.
Diagnose
Zur Diagnosestellung des Erysipel werden vor allem die Symptome und das Erscheinungsbild der Krankheit hinzugezogen.
Die typische Kombination von Schwellung, Rötung, Erwärmung und scharfer Begrenzung an den oben beschriebenen Prädilektionsstellen (vor allem Unterschenkel) lässt kaum eine andere Diagnose zu.
Auch bestimmte Laborwerte können hilfreich sein.
Meist sind die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) erhöht, die BSG (Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit) und das CRP (C-reaktive Protein) verlängert.
Alle drei sind Anzeichen einer Entzündung. Allerdings sind die Werte auch sehr unspezifisch. Sie sind auch bei andersartigen Entzündungen erhöht (z.B. Blinddarmentzündung oder auch grippale Infekte).
Hat man den Verdacht eines Erysipels sollte man die Suche nach der Eintrittspforte nicht außer Acht lassen.
Therapie
Die Behandlung erfolgt mit einem Antibiotikum, z.B. Penicillin, welches in schweren Fällen i.v. (über die Vene) 10-14 Tage lang gegeben wird.
Bei Penicillinallergie, welche die häufigste Allergie geben Antibiotika darstellt, kann auch Erythromycin gegeben werden.
Das Bein sollte ruhig gestellt und die betroffene Stelle gekühlt werden. Bei starken Schmerzen können bei Bedarf auch Schmerzmittel verabreicht werden.
Verlauf
Bei Menschen mit gestärktem Immunsystem und der entsprechenden Antibiotikabehandlung, heilt das Erysipel in der Regel gut ab.
Dennoch muss das Erysipel / Wundrose immer ernst genommen werden, da es schnell zu Komplikationen kommen an. Es besteht dann die Gefahr der Venenentzündung, oder gar der Blutvergiftung (Sepsis).
Wenn sich die Bakterien in die Tiefe ausbreiten, kann es zu einer lebensgefährlichen Phlegmone kommen. Eine Phlegmone ist eine Entzündung der tiefen Hautschichten, die sich über Muskeln und Sehnen ausbreiten kann.
Prophylaxe
Wichtig ist, dass Menschen die gefährdet sind an einem Erysipel zu erkranken, sich gut davor schützen.
Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächter Abwehr. Hierzu zählen beispielsweise alte Menschen, Diabetiker, aber auch Patienten, die an Durchblutungsstörungen leiden. Die Haut sollte sorgfältig gepflegt werden. So wird sie vor Verletzungen, wie kleinen Hautrissen, geschützt.
|
Häufig sind Erkrankungen die Folge eines zu schwachen Immunsystems.
Machen Sie mit bei unserem Selbstest Immunsystem und erhalten Sie Ihr persönliches Risikoprofil. Beantworten Sie dazu folgende 30 Fragen.
|
Weitere Informationen
Weiterführende Themen, die für Sie interessant sein könnten:
Alle Themen, die zum Bereich Innere Medizin veröffentlicht wurden, finden Sie unter:
Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!
Ihre Meinung ist uns wichtig!





