Erythrozyten

Einleitung

Abbildung der Erythrozyten im Blutkreislauf

Die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) sind flache, kernlose Scheiben mit einer Größe von etwa 8 Mikrometer und Hauptvertreter im Blut von Wirbeltieren. Ihre bikonkave Form (an den Rändern breiter als in der Mitte) und Größe ermöglicht optimale Flusseigenschaften in engen Kapillaren. Im Inneren des eingedellten Zentrums befindet sich der rote Blutfarbstoff Hämoglobin. Die Gesamtoberfläche aller Erythrozyten im menschlichen Körper entspricht ca. der eines Fußballfeldes. Die Erythrozyten bestehen zu 60% aus Wasser und 40% aus Eiweiß. Der Eiweißanteil besteht zu 32% aus Hämoglobin. (Globin und Hämochromogen, an dem Sauerstoff locker angelagert werden kann) Die Lebensdauer der Erythrozyten beträgt ca. 4 Monate.




Werte der Erythrozyten

In einem Kubikzentimeter (mm3) befinden sich rund 5 Millionen Erythrozyten. Dies entsprechen beim Mann rund 4,5 – 6 Milliarden pro ml. und bei der Frau ca. 4- 5,5 Milliarden pro Milliliter. Die Gesamtzahl der im Blut vorhandenen Erythrozyten beträgt ca. 25 bis 30 Billionen. Die Lebensdauer beträgt ca. 120 Tage, die Neuproduktion beträgt ca. 1% pro Tag. Die Entwicklungszeit beträgt in etwa 7 Tage.

Bildungsort

Ist zu wenig Sauerstoff im Gewebe vorhanden (Hypoxie) wird das Hormon Erythropoetin (EPO) aus dem Nierengewebe freigesetzt. Dieses Hormon bewirkt eine Neubildung roter Blutzellen im Knochenmark.  Der Bildungsort der Erythrozyten ist das rote Knochenmark (Röhrenknochen, Brustbein, Wirbel). Pro Minute werden ca. 160 Millionen Erythrozyten neu gebildet, dies entspricht ca. 1 Liter Blut pro Monat. Erythropietin kann synthetischer hergestellt werden und wird im Doping angewandt.

Abbau

Die Erythrozyten werden in Leber und Milz aber auch anderen Gewebe (siehe bei einem Bluterguss) abgebaut. Ein Mangel an Hämoglobin, unabhängig vom Erythrozytenmangel führt zur Verringerung der Sauerstofftransportkapazität und wird als Anämie bezeichnet.

Funktion

Die Erythrozyten übernehmen eine Transportfunktion des Sauerstoffs

Die Erythrozyten können als eine Art Transportbehälter für Hämoglobin betrachtet werden. Die Hauptaufgabe des Hämoglobins besteht im Transport des Sauerstoffs durch Anbindung von O2 am Eisenatom. Das mit Sauerstoff angereicherte Blut wird über den arteriellen Kreislauf zum Erfolgsorgan transportiert. Von dort an gelangt das Kohlenstoffdioxidreiche Blut durch den venösen Kreislauf zurück.  Für den Rücktransport des CO2 ist das Hämoglobin jedoch nur zu einem Teil verantwortlich. Der Gasaustausch erfolgt in der Lunge.




Erkrankungen

Mögliche Erkrankungen auf Basis der Erythrozyten

  • Anämie (Blutarmut): Dabei ist die Anzahl der roten Blutkörperchen vermindert, meist bedingt durch Eisenmangel.
  • Polyglobulie: Dabei ist die Anzahl der roten Blutkörperchen erhöht. Die Folge ist dickflüssiges Blut und erhöhte Thrombosegefahr.
  • Hämolyse: Dabei handelt es sich um den verstärkten Abbau der roten Blutkörperchen und führt zur Gelbsucht.
  • Favismus: Dabei handelt es sich um ein Mangel des Enzyms Glukose- 6- phosphat- Dehydrogenase und führt bei der Einnahme mancher Medikamente zum Platzen der roten Blutkörperchen.
  • Sphärozytose: Die Erythrozyten sind kugelförmig.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.11.2010