Fettige Haut

Synonyme im weiterem Sinne


fette Haut, Seborrhoea

Medizinisch: Seborrhö

Englisch: oily skin

Lesen Sie auch:

Einleitung

Man unterscheidet drei verschiedene Hauttypen:

fettige Haut

Die meisten Leute haben allerdings vor allem im Gesicht eine sogenannte Mischhaut, die sich aus mehreren der Hauttypen zusammensetzt. Es ist außerdem nicht ungewöhnlich, dass an verschiedenen Stellen des Körpers unterschiedliche Hauttypen vorkommen, dass also zum Beispiel jemand mit ansonsten trockener Haut eine fettige Gesichtshaut hat. Fettige Haut ist gekennzeichnet durch ein robustes, öligeres Erscheinungsbild mit großen, sichtbaren Poren. Am häufigsten findet man fettige Haut auf der Kopfhaut, an der Stirn und im restlichen Gesicht, nicht selten aber auch im Bereich von Brust oder Rücken.
Zu einer fettigen Haut kommt es dadurch, dass die Talgdrüsen in der Haut zu viel Körperfett, also Talg, produzieren. Ihre Funktion besteht normalerweise darin, die Haut durch das abgesonderte Fett zu schützen, wenn die Absonderung die üblichen 1 bis 2 g pro Tag jedoch überschreitet, ist die Haut zu fettig.

Epidemiologie

Die fettige Haut selbst ist keine Erkrankung, sondern eine Normvariante oder das Symptom einer anderen Krankheit.

Da die gewöhnliche Akne (Acne vulgaris) immer auch mit fettiger Haut einhergeht und während der Pubertät bei fast allen Jugendlichen auftritt, zählt die fettige Haut zumindest vorübergehend zu den häufigsten Hautveränderungen, die es gibt. Die Hauptzeit, in der man an fettiger Haut leidet, liegt um das 25. Lebensjahr. Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig betroffen, wobei sie sich bei Frauen durch kosmetische Maßnahmen oder auch durch die Anti-Babypille in der Regel besser in den Griff bekommen lässt.

Symptome

Symptome der fettigen Haut

Bei einer fettigen Haut ist die oberste Hautschicht (Hornschicht) verdickt (Hyperkeratose). Dadurch erweitern sich die Hautporen. Diese erweiterten Poren neigen zur Verstopfung, vor allem im Bereich der sogenannten T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) und im Dekolleté, an Schultern und am Rücken. Es entstehen die typischen Symptome: Pickel und (entzündliche oder nicht-entzündliche) Mitesser (Komedonen). Außerdem glänzt die Haut, sie wirkt ölig und häufig auch schlecht durchblutet und dadurch blass; im Hautbild findet man nur wenig Linien und Fältchen.

Das seborrhoische Ekzem (eine entzündliche Hauterkrankung), das dadurch entsteht, dass sich bestimmte Pilze in talgdrüsenreichen, fettigen Hautregionen besonders gut und schnell vermehren können, ist gekennzeichnet durch blumenblattförmige gelblich-rote Herde, die mit Schuppen bedeckt sind.

Besonders wenn die Kopfhaut ebenfalls betroffen ist, neigen Betroffene auch zu schnell fettenden Haaren.

Diagnose

Die Diagnose der fettigen Haut ist in der Regel eine Blickdiagnose, die anhand des Erscheinungsbildes nicht schwer fällt. Fettige Haut im Alter zwischen 10 und 18 Jahren mit vielen Pickeln und Mitessern deutet stark auf eine Akne hin. Bei einer uneindeutigen Diagnose sollte eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt werden, vor allem, um eine andere Krankheit oder Stoffwechselstörung auszuschließen.

Wenn Pickel oder Pusteln vorhanden sind, kann man von diesen einen Abstrich nehmen, um darin möglicherweise Erreger nachzuweisen.

Weitere, sich anschließende Untersuchungen können Blutuntersuchungen, ein Ultraschall der Eierstöcke, eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) sein.

Prophylaxe

Zum aktiven Vorbeugen gegen fettige Haut gibt es leider so gut wie keine Möglichkeiten, da sie aus einer Veranlagung heraus entsteht. Man kann nur im Allgemeinen darauf achten, seine Haut keinen zu starken chemischen, thermischen oder mechanischen Belastungen auszusetzen und „hautfeindliche“ Genussmittel wie Alkohol, koffeinhaltige Getränke und Tabak zu meiden.

Zusammenfassung

Da fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens einmal in unterschiedlichem Ausmaß vom Problem der fettigen Haut betroffen ist, ist es wichtig zu wissen, wie man mit ihr umzugehen hat. Die Therapie richtet sich natürlich ganz individuell nach der Ursache und dem Schweregrad. Prinzipiell sollten fetthaltige Salben und Kosmetika vermieden werden und ein besonderes Augenmerk der regelmäßigen, intensiven Reinigung gelten.

Jugendlichen, die während der Pubertät mit fettiger Haut zu kämpfen haben, kann man beruhigend sagen, dass sich diese spätestens ab dem 25. Lebensjahr im Regelfall deutlich verbessert, da die fettige Haut hier durch die Hormonumstellung von selbst zurückgeht.

Wenn man zu fettiger Haut neigt, ist es außerdem hilfreich, bestimmte verstärkende Faktoren wie Alkoholkonsum, falsche Ernährung oder Stress, zu vermeiden.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.05.2012