Inhalt:
Therapie fettiger Haut
Synonyme im weiterem Sinne
fette Haut, Seborrhoea
Medizinisch: Seborrhö
Englisch: oily skin
Lesen Sie auch:
Therapie

- Was tun bei fettiger Haut?
Was tun bei fettige Haut?
Die Therapie der fettigen Haut besteht vor allem in einer angemessen Reinigung und Pflege. Es ist, entgegen häufiger Annahmen, ein fataler Fehler, die Haut auszutrocknen. Man sollte die Haut niemals vollständig entfetten (was zum Beispiel leicht durch zu häufiges Waschen passieren kann), damit ihr schützender Wasser-Lipid-Mantel (Säureschutzmantel) nicht zerstört wird.
Außerdem neigt völlig entfettete Haut eher noch dazu, auf diesen Verlust mit einer Überproduktion von Talg zu reagieren, um damit die verlorenen Fette wieder aufzufüllen. Besser ist es, zu versuchen, die Talgproduktion durch bestimmte ausgewählte Pflegeprodukte gezielt zu kontrollieren, die Hautstruktur zu verfeinern und Hautunreinheiten, soweit möglich, entgegenzuwirken.
Hierbei ist es besonders wichtig, die Haut im Allgemeinen rein zu halten. Man sollte darauf bedacht sein, die Haut primär von überschüssigem Fett auf der Hautoberfläche, aber auch von Pflegemittelresten oder Schweiß zu reinigen. Als Grundreinigungsmittel sollte hierbei stets Wasser dienen, das allerdings nicht zu heiß sein sollte, sondern am besten lauwarm, da zu warmes Wasser die Produktion von Talg anregt.
Zum Wasser kann man dann verschiedene Seifen oder Syndets (steht für synthetische Detergentien, also waschaktive Substanzen) verwenden. Am besten geeignet sind nicht rückfettende Reinigungsmittel, die dem pH-Wert der Hautoberfläche angeglichen sind und zugleich überflüssiges Fett entfernen. Man benutzt also am besten ein leicht saures Reinigungsmittel (mit einem niedrigen pH-Wert von etwa 5,5) und unterstützt damit den natürlichen Säureschutzmantel der Haut. Anschließend sollte man stets mit kaltem Wasser nachspülen.
Solch eine Reinigung sollte mindestens einmal, bei bestehendem Bedarf auch zweimal pro Tag erfolgen. Zusätzlich kann noch etwa einmal wöchentlich eine intensivere Reinigung mit einem Peeling erfolgen, das die Poren öffnet und der Bildung von Mitessern entgegenwirkt. Gesichtsdampfbäder, besonders, wenn sie mit Kamille angereichert sind, wirken sich ebenfalls positiv auf das Hautbild aus.
Bei einer ausgeprägten Form von fettiger Haut und Akne kann es sinnvoll sein, Antibiotika oder den Wirkstoff Benzoylperoxid einzusetzen, der das Zellwachstum in den Talgdrüsen hemmt, die Verhornungsstörung behandelt und außerdem noch gegen Bakterien wirkt. Zudem besteht bei Frauen mit schwerer Akne noch die Möglichkeit zur Östrogentherapie. Manchmal kann auch eine UV-Bestrahlung hilfreich sein.
Sollte die fettige Haut vor allem durch Stress bedingt sein, verbessert sie sich häufig allein schon durch gezielte Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Wenn die fettige Haut durch eine andere Krankheit hervorgerufen wurde, ist es natürlich wichtig, sich als erstes der gezielten Behandlung der Grunderkrankung zu widmen.
Zur Pflege sollten ausschließlich spezielle fettarme Feuchtigkeitscremes oder Lotionen verwendet werden.
Puder und Make-Up (hiermit jedoch allerdings auf einen sparsamen Umgang achten, da sonst Poren noch zusätzlich verstopft werden können) beheben zwar nicht die Ursache der fettigen Haut, bewirken aber, dass sie weniger glänzt und ölig wirkt.
Es sollte außerdem auf jeden Fall vermieden werden, Mitesser auszudrücken, auch wenn Betroffene sich häufig dazu verleitet fühlen. Hierbei besteht nämlich die Gefahr, einen Teil der angereicherten Bakterien noch tiefer in die Haut hinein zu drücken, wodurch im schlimmsten Falle ausgedehnte Abszesse (Eiteransammlungen) entstehen können.
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