Inhalt:
Häusliche Notfälle
- Sie sind hier: Häusliche Notfälle
- Ertrinken und Ersticken
- Vergiftung und Verätzung
- Häusliche Notfälle durch Küchengeräte
- Stromunfall
- Stürze
- Verbrühung und Verbrennung
Definition
Unter häuslichen Notfällen versteht man plötzlich eingetretene Situationen in häuslicher Umgebung, die ein sofortiges ärztliches Handeln von nöten machen, da Gefahr für die Gesundheit bzw. das Leben des Patienten besteht.
Allgemeines
Unter häuslichen Notfällen fasst man eine Vielzahl von Unfällen und gefährlichen Situationen zusammen, die in häuslicher Umgebung passieren und sofort ärztliches Handeln von nöten macht. Wichtig sind Verbrühungen und Verbrennungen zu nennen, die durch Feuerstellen, Öfen oder abgeschüttetes Kochwasser verursacht werden können. Aber auch Verletzungen durch scharfe oder spitze Kücheninstrumente können zu einem häuslichen Notfall führen. Bei Verbrennungen und Verbrühungen ist eine sofortige Kühlung dringend notwendig. Ist die Haut über dem Areal verschlossen, kann man mit fließendem Wasser kühlen. Handelt es sich um offene Verletzungen, muss ein steriler Verband angelegt und darauf ein Eispack gelegt werden. Blutende Verletzungen müssen zum Stillstand, unter Umständen mit einem Druckverabnd, gebracht werden. Auch Stürze kommen besonders bei älteren Menschen häufig zuhause vor. Gefürchtet hierbei ist der Oberschenkelhalsbruch, der nicht nur zu starken Blutungen, sondern auch zu komplizierten Behandlungsverläufen in der sich anschließenden Krankenhausbehandlung führen kann.
Wichtig ist die Sturzursache abzuklären. Kann der Patient sich an den Vorgang nicht mehr erinnern, ist von einer Bewusstlosigkeit verursacht durch einen Krampfanfall oder durch Durchblutungsstörungen auszugehen. Ein CT des Kopfes zum Ausschluss von Hirnblutungen und ein Ultraschall der Gefäße zum Ausschluss der Durchblutungsstörungen werden in diesem Fall angeordnet.
Auch Herzrythmusstörungen können zu Bewusstlosigkeiten mit verbundenen Stürzen führen. Aus diesem Grund sollte auch immer ein EKG geschrieben werden.
Stromunfälle gibt es auch des öfteren, die meisten gehen aber glimpflich und ohne gefährliche Herzrythmusstörungen oder Verbrennungen aus. Vergiftungen und Ertrinken finden meistens in Haushalten mit kleinen Kinder statt. Besonders unbeaufsichtigte Kinder oder Umgebungen mit ungesicherten Gartenteichen und zugänglichen Haushalts- oder Medikamentenschränken bürgen eine große Gefahr. Mit 4500 Ertrinkungsunfällen in Deutschland im Jahr handelt es sich um eine relativ häufige Unfallsursache.
Vergiftungen müssen sofort in der Klinik entweder durch Erbrechen, durch Auspumpen des Magens oder durch Hämodialyse behandelt werden. Auch nach Ertrinkungsunfällen und sofort eingeleiteten Ersthelfermaßnahmen muss das Kind in die Klinik zur Überwachung verbracht werden.
Ein weiterer häuslicher Notfall stellt das Verschlucken oder das Ersticken dar. Besonders hastig heruntergeschluckte große Bissen können die Speiseröhre (Bolustod) oder die Luftröhre verlegen und zum Teil zu akuten und lebensgefährlichen Situationen führen. Bei Versagen des Heimlich Handgriffs sollte mit einer Beatmung des Patienten begonnen werden, um den Bolus weiter in die Lunge hineinzubefördern. Die letzte Chance bietet die Herzdruckmassage.
Allgemein ist festzuhalten, dass bei häuslichen Notfällen Ruhe bewahrt und ruhig auf den Patienten eingeredet werden sollte. Den Notarzt, den es über die Rufnummer 112 zu verständigen gilt, sollten die Frage: Was ist passiert?, wo ist es passiert? wie viele Menschen sind beteiligt? ruhig, kurz und prägnant beantwortet werden. Wichtig ist die genaue Anschrift mitzuteilen ohne die kein Notarzt ausrücken kann. Häusliche Notfälle kommen täglich in Deutschland häufig vor. Die wenigsten machen aber einen Notarzteinsatz notwendig. Besonders Ertrinkungsunfälle haben leider eine relativ schlechte Überlebensrate, da die Patienten oft zu spät entdeckt werden.
Allgemeines Vorgehen bei häuslichen Notfällen
Bei zuhause stattfindenden Notfällen sollte immer nach dem gleichen Schema vorgegangen werden. Zwar sind die Handlungen von Erkrankung zu Erkrankung unterschiedlich, jedoch sollten gewisse Erstmaßnahmen bei jedem Notfall durchgeführt werden.
Ein Notarzt sollte unbedingt über die Rufnummer 112 verständig werden. Der angerufene wird immer die gleichen Fragen stellen, auf die man sich schon vor dem Anruf kurz vorbereiten kann. Man sollte sagen können was passiert ist, wo es passiert ist und wie viele beteiligt sind. Bei der Schilderung sollte man sich auf kurze prägnante Darstellungen beschränken, um nicht unnötig Zeit zu verlieren.
Wichtig ist auf jeden Fall die Anschrift nicht zu vergessen und den Wohnort. Sind die Angaben nicht vollständig und legt man sofort den Hörer auf, kann kein Krankenwagen ausrücken.
Während der gesamten Situation sollte man Ruhe bewahren und auch beruhigend auf den Verletzten einreden.
Regelmäßig sollte man die Vitalparameter beobachten. Dazu gehören der Puls und die Atmung. Ist eines von beiden oder beides nicht mehr vorhanden, muss mit der Herzkreislaufwiederbelebung begonnen werden. Ist Atmung vorhanden und Puls tastbar, aber der Patient bewusstlos, sollte er in die stabile Seitenlage verbracht werden, um zu verhindern, dass die Zunge die Atemwege verlegen kann. Auch wenn es sich um Verbrennungen, Verbrühungen oder Schnittverletzungen handelt, sollten die Vitalparameter überprüft werden. Vor Eintreffen des Notarztes sollte die Haustür entriegelt werden evtl. ein Zweithelfer beauftragt werden auf der Straße den Krankenwagen zu empfangen.
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