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Halsschmerzen
Synonyme
Erkältung, Heiserkeit, Halsbeschwerden, Rachenschmerzen
Definition
Unter Halsschmerzen werden schmerzhafte Beschwerden im hinteren Rachenbereich bezeichnet, die aus unterschiedlichen Ursachen der Halsschmerzen entstanden sind und seit höchstens 14 Tagen bestehen.
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Epidemiologie
Halsschmerzen gehören neben der Erkältung zu einen der häufigsten in der täglichen Hausarztpraxis vorgebrachten Beschwerden. In einer Befragung konnte festgestellt werden, dass 75% der Befragten über Halsschmerzen in den letzten 4 Wochen klagten. 33% der Befragten über 14 Jahren gab an, wenigstens einmal im vorangegangenen Jahr an Halsschmerzen gelitten zu haben. Kinder bis zum 15. Lebensjahr sind weitaus häufiger von Halsschmerzen betroffen als Erwachsene. So bestätigten 80% der Kinder bis 15 Jahren Halsschmerzen in den letzten Monaten gehabt zu haben, aber nur 20% der Erwachsenen. Trotz des hohen Aufkommens von Halsschmerzen in der Bevölkerung wird im Vergleich nur selten ein Arzt aufgesucht. Unter den durch Halsschmerzen verursachten Arztbesuchen zählen meistens Kinderarztbesuche, die die Eltern mit ihren erkrankten Kindern machen. Erwachsene selbst gehen wegen Halsschmerzen fast nie zum Arzt.
Diagnose
Neben der gängigen Patientenbefragung (Anamnese), in der der Arzt die Art der Beschwerden, den Beginn und die Begleitsymptome vom Patienten erfragt, zählt die Inspektion des Halses zu den wichtigsten Diagnosekriterien. Mit einer Taschenlampe wird der Arzt den Rachenraum des Patienten inspizieren und, um eine bessere Einsicht zu haben, mit einem Spatel die Zunge des Patienten herunterdrücken. Unter der Aufforderung „A“ zu sagen kann der Arzt erkennen, ob das Zäpfchen (uvula) zu einer bestimmten Seite gezogen wird oder aber gerade verbleibt. Ein Ziehen zu einer Seite könnte den Verdacht auf eine neurologische Beteiligung erhärten. Der Arzt kann bei der Untersuchung erkennen, ob der Rachen gerötet ist oder ob eitrige Beläge (sogenannte Stippchen) auf den Mandeln vorhanden sind. Des Weiteren wird der Arzt die um den Halsbereich herum betasten, um zu sehen, ob Schwellungen der Lymphknoten vorhanden sind. Ein Erreger mit häufigem komplizierten Verlauf ist das Bakterium Streptococcus pyogenes. Um diesen von den anderen Erregern unterscheiden zu können, sollte der Arzt folgende Fragen an den Patienten stellen:
Sind Fieber vorhanden (höher als 38 Grad), fehlt Husten, sind die vorderen Halslymphknoten geschwollen, gibt es Belege auf den Mandeln? Wenn alle Fragen positiv beantwortet werden können liegt die Wahrscheinlichkeit einer Streptokokken pyogenes Infektion (auch als GAS Pharyngitis bezeichnet) bei 50-60% . Bei leichten Symptomen und dem Fehlen von Risikofaktoren ist keine weitere Diagnose notwendig. Im anderen Fall sollte eine Blutuntersuchung herangezogen werden. So kann diese sowie ein Abstrich von der Mandelregion den Erreger unter Umständen anzüchtbar machen. Dieses Vorgehen weist aber einige Mängel auf.
Zum einen dauert der Befund 2-3 Tage, zum anderen schließt ein nicht Vorhandensein des Erregers in der Anzucht eine Pyogenesinfektion nicht hundertprozentig aus. Des Weiteren gibt es Schnelltests, die eine Streptokokkenbeteiligung diagnostizieren können. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es allerdings nicht. In der Blutuntersuchung werden vor allem das C-reaktive Protein und die Blutsenkungsgeschwindigkeit gemessen, die bei einer Infektion erhöht ist (BSG). Auch das CRP wird im Falle einer Infektion stark über dem Normwert liegen. Des Weiteren besteht noch die Möglichkeit, den durch Streptokokken produzierten Antistreptolysin Titer im Blut nachzuweisen.
Der Nachweis macht eine Streptokokkeninfektion wahrscheinlich. Bei der Patientenvorstellung sollte der Arzt auch zahlreiche schwere und komplizierte Verläufe versuchen abzuwenden. So ist beim Patienten eine diagnostizierte Luftnot ein absoluter Notfall, da es sich vermutlich um eine Mitbeteiligung des Kehldeckels mit Schwellung der Atemwege handelt. In diesem Fall ist eine sofortige Krankenhauseinweisung notwendig. Ausserdem ist darauf zu achten, ob der Patient Schluckbeschwerden hat oder ob er Schwierigkeiten hat den Mund zu öffnen.
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Prophylaxe
Da es sich bei Halsschmerzen generell um ein Symptom unterschiedlicher Ursache handelt und zunächst nicht genau gesagt werden kann, was die Halsschmerzen auslöst, sind neben allgemeingültigen Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems (ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport) keine weiteren prophylaktischen Maßnahmen bekannt.
Prognose
In den allermeisten Fällen verschwinden die Beschwerden nach einer kurzen Zeit von wenigen Tagen. In einigen wenigen Fällen kommt es zu komplizierten Verläufen, die eine intensive antibiotische Behandlung notwendig machen. Durch Strepotokokken weiterverbreitete Infektionen im ganzen Körper mit Beeinträchtigung des Herzens müssen in einigen Fällen jedoch befürchtet werden.
Zusammenfassung
Halsschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden beim Menschen. Kinder bis 15 Jahre sind wesentlich häufiger von Schmerzen im Hals betroffen als Erwachsene. Halsschmerzen stellen ein Symptom und keine Krankheit dar, d.h viele unterschiedliche Erkrankungen können Halsschmerzen verursachen. Die Beschwerden äußern sich zunächst in einem rauen und kratzigen Hals. Innerhalb weniger Stunden kann es zu zum Teil starken Schmerzen mit Schluckbeschwerden kommen. Fieber und Schwächegefühl begleiten die Halsschmerzen zeitweise. Zwischen 3-5 Tagen dauern Halsschmerzen in der Regel an.
Ursache können Entzündungen des Rachens und der Mandeln (siehe: Mandelentzündung) sein, die von Viren oder Bakterien verursacht werden. Eine besondere Bedeutung kommt der Infektion durch beta-hämolysierende Streptokokken zu. Eine Untergruppe, die sogenannten Streptokokken pyogenes oder GAS genannt, können einen gefährlichen Peritonsillarabszess verursachen. Des Weiteren können diese bei Nichtbehandlung auch in den Herzmuskel einwandern und eine gefährlichen Herzmuskelentzündung hervorrufen. Der Arzt wird neben der Inspektion des Halses mit Taschenlampe und Spatel auch das Betasten der Lymphknoten und eine Patientenbefragung durchführen. Gibt der Patient Fieber, das Fehlen von Husten, Belege auf den Mandeln sowie geschwollene Lymphknoten an, so ist eine Streptokokkeninfektion in 50-60% der Fälle wahrscheinlich.
Zur Bestätigung kann eine Blutuntersuchung und ein Abstrich ggf. mit einem Streptokokkenschnelltest durchgeführt werden. Stellt sich die Verdachtsdiagnose als richtig heraus, sollte eine antibiotische Therapie begonnen werden. Nur bei sich ständig wiederholenden Entzündungen des Rachenmandelbereiches sollte über eine Entfernung der Mandeln nachgedacht werden. Man ist somit mit dieser Art von Behandlung wesentlich zurückhaltender geworden als vor einigen Jahrzehnten.
In den meisten Fällen ist eine Behandlung der Halsschmerzen lediglich symptomatisch notwendig. So sollten die Patienten sich schonen, viel trinken, die Außenluft befeuchten sowie Halswickel anlegen und mit Salzwasser gurgeln und Salbei- oder Kamillentee trinken. Um entzündliche Faktoren zu behandeln kann Paracetamol oder Ibuprofen 2-3 Mal am Tag über einen Zeitraum von 3 Tagen eingenommen werden. In den allermeisten Fällen klingen Halsschmerzen nach 2-3 Tagen komplikationslos ab. In einigen wenigen Fällen kommt es zu komplizierten Verläufen mit Peritonsillarabszessen oder Krankheitserregerverschleppung mit Herzmuskelentzündungen.
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