Harnblase

Synonyme

Medizinisch: Vesica urinaria

Blase, Harnblasenentzündung, Blasenentzündung, Zystitis

Englisch: bladder

Lesen Sie auch:

Anatomie

Abbildung Harnblase

Die Harnblase ist ein muskulöser Sack, der für die Speicherung und Entleerung des Harns verantwortlich ist. Die Harnblase (Vesica urinaria) befindet sich im Becken und wird im leeren Zustand als schlaffer Sack von den Baucheingeweiden zusammengedrückt.
Bei zunehmender Füllung kugelt sich die Harnblase allmählich aus. Sie ist am oberen Ende, auch Harnblasenscheitel (Apex vesicae), und hinten in unmittelbarer Umgebung der Bauchhöhle mit den Eingeweiden, von der sie nur durch das dünne Bauchfell (Peritoneum) getrennt ist.
Bei der Frau schließt sich an die Blase hinten im Becken die Gebärmutter (Uterus) und beim Mann der Enddarm (Rektum) an.
Man kann an der Harnblase die Spitze oder den Scheitel (Apex vesicae) von dem Harnblasenkörper (Corpus vesicae), dem Harnblasengrund (Fundus vesicae) und dem Harnblasenhals (Collum / Cervix vesicae) unterscheiden.
In den Harnblasenkörper enden die beiden Harnleiter (Ureter), die die Verbindung der Niere mit der Blase darstellen.
Der Harnblasenhals stellt den Übergang zur Harnröhre (Urethra) dar, die den Urin nach außen befördert und den Ausgang der Harnblase bildet.

Abbildung Prostat und Blase

Querschnitt durch die Blase und darunter liegende Prostata:

  1. Harnblase
  2. Harnröhre
  3. Prostata
  4. Samenhügel mit den beiden Öffnungen der Spritzkanälchen
  5. Ausführungsgänge der Prostata

Funktion

In der Harnblase wird der Harn gespeichert

Die Harnblase speichert den Harn, der ihr von der Niere produziert über den Harnleiter (Ureter) zugeleitet wird. Von jeder Seite mündet ein Harnleiter im unteren Bereich der Harnblase.
Da die Harnleiter schräg durch die Wand verlaufen, werden sie von den Muskeln der Wand zusammengedrückt, so dass ein Zurückfließen des Harns (Reflux) vermieden wird, wenn von oben aus der Niere nichts fließt.
Wenn die Harnblase einen gewissen Füllungsgrad erreicht hat, ziehen sich die Muskeln in der Harnblasenwand zusammen und der Inhalt wird über die Harnröhre nach außen befördert.
Damit während der Speicherung die Blase dicht ist, gibt es verschiedene Verschlussmechanismen. Zum einen den inneren Verschluss (Sphinkter), der sich direkt am Harnblasenausgang befindet und von gegenläufigen Muskelschlingen des Beckenbodens gebildet wird. Dieser Verschluss öffnet sich mit steigendem Druck in der Blase und kann nicht willkürlich beeinflusst werden. Zum anderen gibt es einen äußeren Verschluss im mittleren Teil der Harnröhre (Urethra), der willkürlich angespannt werden kann.
Ab einer Füllung von etwa 200 ml tritt Harndrang auf, der ab 400 ml sehr stark wird. Insgesamt kann die Blase 600 – 1000 ml fassen. Da die Größe der Blase mit der Füllung sehr stark variiert, liegt die Schleimhaut, die die Innenseite auskleidet (Tunica mucosae), im leeren Zustand in Falten. Bei zunehmender Füllung verstreichen diese. Außerdem können sich die kugeligen Zellen der Schleimhaut (Deckzellen) bei Füllung abflachen und noch weiteren Raum für Ausdehnung und damit den Urin schaffen. Die Deckzellen verhindern außerdem, dass der aggressive Harn die Harnblase beschädigt.

Die Entleerung der Blase geschieht durch einen Reflex, der vom Gehirn ausgelöst wird, welches Informationen über den Füllungszustand der Blase von Nervenfasern aus dem Rückenmark erhält.
Normalerweise unterdrückt man diesen Reflex, bis sich eine günstige Gelegenheit zum Entleeren ergibt, das heißt, dass die Entleerung willkürlich gesteuert werden kann.

Harnblasenschleimhaut unter dem Mikroskop

Ohne Füllung liegt die Schleimhaut in Falten, bei zunehmender Blasenfüllung wird die Oberfläche glatt.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 27.12.2011