Hautausschlag

Ursachen/ Formen

Hautausschläge (Exantheme) treten in charakteristischer Chronologie auf. Zunächst kommt es zu einem Beginn der Hautveränderung, dann zu einem Höhepunkt, dessen Zeitraum unterschiedlich lange sein kann und schließlich zur Abheilung. Ursache von einem Hautausschlag ist die sogenannte Intoleranzreaktionen der Hautzellen in Verbindung mit den Zellen der Gefäße. Ein Zusammenspiel beider Zelltypen löst schlussendlich ein Hautausschlag aus. Die Exanthemreaktion beginnt aber zumeist an den Hautzellen. Die zum entsprechenden Hautabschnitt dazugehörenden Gefäßabschnitte bestimmen dann die Art und die Schwere der ausgelösten Hautreaktion.
Prinzipiell unterscheidet man bei den Auslösern von Hautausschlägen:

  1. toxische Reaktionen
  2. allergische Reaktionen 
  3. infektiöse Reaktionen

1. Toxischer Hautausschlag:
Bei diesem Hautausschlag handelt es sich um Hautreaktionen, die meistens durch auf die Haut aufgetragene Hautcreme oder giftige Substanzen entstehen können. Der Stoff zieht mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in die obere Schicht der Haut ein. Hierbei kommt es in der Regel noch nicht zu einem Hautausschlag. Erst wenn der giftige Stoff über den Blutweg abtransportiert wird, entsteht die eigentliche Hautreaktion.

2. Allergischer Hautausschlag:
Bei dieser Form des Hautausschlags kommt es nach dem Auftragen einer bestimmten Substanz auf die Haut zu einer entsprechenden immunologischen Reaktion. Diese Reaktion wird über die Substanz Histamin vermittelt. Je mehr Histamin in die Blutbahn ausgeschüttet wird, desto stärker ist in der Regel die darauf folgende Hautreaktion. Auslöser können ebenfalls diverse Hautcremes und Kosmetika sein aber auch zahlreiche pflanzliche Stoffe und Blüten, die die Haut streifen und berühren. Eine Histamin vermittelte allergische Reaktion wird z.B. durch das Berühren der Brennesel ausgelöst. Hierbei kommt es nach Kontakt zunächst zu einem Brennen und nachdem Histamin in die Blutbahn ausgeschüttet wurde dann zu einem Anschwellen der Hautoberfläche. Auch Zwiebeln und ähnlich pflanzliche Produkte können unter Umständen ein Hautausschlag auslösen.

3. Infektiöse Ursachen eines Hautausschlags:
Zahlreiche Kinderkrankheiten lösen Hautausschläge aus. Das klassische Aussehen, der Ausbreitungsort und die zeitliche Begrenzung geben oft einen schnellen Hinweis auf die Art der Erkrankung. Typische Krankheiten, bei denen ein Hautausschlag auftritt sind:

  • Masern (im Prodromalstadium sogenannte Kolping Flecken und Exanthem in der Mundschleimhaut, im sich anschließenden Exanthemstadium  kommt es nach drei Tagen unter starkem Fieberanstieg dann zu einem Masernexanthem, das hinter den Ohren beginnt und sich dann anschließend flächenhaft über Hals, Gesicht, Schultern und Rumpf ausbreitet. Im Rekonvaleszenzstadium kann es unter dem Abklingen der Symptome zu einer Schuppung der Haut im Bereich des Exanthems kommen).
  • Scharlach (1-2 Tage nach Fieberbeginn bildet sich meistens an der Oberschenkelinnenseite ein flüchtiger Hautausschlag aus. Der Beginn ist schnell und tritt ohne Prodromalstadium auf. Des Weiteren kommt es zu einem Exanthem des weichen Gaumens und weißliche Belege der Zunge).
  • Röteln (nach entsprechendem Prodromalstadium kommt es zum Auftreten eines Hautausschlags zunächstt im Gesicht dann übergreifend auf den gesamten Körper);
  • Ringröteln (schmetterlingsförmiger Hautausschlag tritt im Gesicht auf mit sogenannter perioraler Blässe, d.h. die Mundpartie wird ausgespart).

Des Weiteren kann eine Einteilung des Hautausschlags nach ihrer Gestalt durchgeführt werden. So unterscheidet man zwischen

  • makulösen Hautausschlag (nicht erhaben, Hautveränderung im Hautniveau)
  • urtikariellen Hautausschlag (leicht erhaben, flächig, abgerundet, rötlich)
  • vesikulösen Hautausschlag (gefüllte Hautstrukturen, die sich bei Druck entleeren können)
  • pustulösen Hautausschlag (pickelähnliche Hautveränderungen)

Sehr häufig lösen Arzneimittel einen Hautausschlag auf der Haut aus. Meistens sind die dadurch ausgelösten Hautveränderungen großflächig, nicht erhaben und jucken stark. Sie können an jeder Körperstelle auftreten. Arme, Beine und Rumpf bzw. Rücken sind aber bevorzugt betroffen.
 Auslösende Arzneimittel können sein: Ampiciline, Sulfonamide, Peniciline, Cephalosporine, Salicylate, ACE-Hemmer, Carbamazepin, Phenytoin und Allopurinol

  • infektallergische Hautausschläge,
  • infekttoxische Hautausschläge (Scharlach),
  • virale Hautausschläge ( Masern, Varizellen, Röteln) und
  • bakterielle Hautausschläge unterschieden (luetische Exantheme).

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.05.2012