Hornhautgeschwür

Englisch: corneal ulcer, helcoma

Synonyme

Hornhautulcus, cornealer Ulcus, Verletzung der Hornhaut am Auge

Definition

Unter einem Hornhautgeschwür versteht man eine oberflächliche Läsion, also Verletzung der Hornhaut. Die Verletzung bleibt auf die obersten Schichten beschränkt.

Ursachen

Als Auslöser kommt als einfachstes  Beispiel eine Verletzung durch einen Gegenstand in Frage. Häufig sind dies Objekte wie

  • Sektkorken
  • Kleiderbügel,
  • Metallsplitter oder
  • ähnliches.

Ein Hornhautgeschwür kann allerdings auch durch einen zu seltenen Lidschlag verursacht werden. Dieser seltene Lidschlag äußert sich im allgemein bekannten „ trockenen Auge“.
Hierbei sind verschiedene Ursachen denkbar:

  • Eine Lähmung des Gesichtsnerven
  • die Parkinson- Krankheit oder
  • einfach nur ein verminderter Lidschlagreflex.

Sobald die Hornhaut nicht mehr ausreichend mit Tränenflüssigkeit befeuchtet wird, trocknet sie aus.

Symptome

Die Beschwerden, die der Patient äußert sind neben dem ursächlichen trockenem Auge vor allem Schmerzen. Diese Schmerzen sind durchaus stark.

Therapie

Die Augen müssen immer ausreichend befeuchtet sein

Die Behandlung des Hornhautgeschwürs besteht in einer extremen Hornhautpflege. Regelmäßiges Einbringen von Tropfen und vor allem Salben steht hier im Vordergrund. Die Salben, welche meist den Wirkstoff Dexpanthenol enthalten, fördern die Regeneration der Hornhaut, sie helfen ihr also schneller zu verheilen.

Trotz der Schmerzen werden vom Arzt - in der Regel Facharzt für Augenheilkunde - keine betäubenden Augentropfen oder –salben verordnet, da diese den Lidschlag wiederum verringern. Spürt der Patient keinen Schmerz mehr besteht außerdem die Gefahr, dass die Augen gerieben werden. Eine Verschlimmerung der Ausgangssituation ist zu erwarten.

In schweren Fällen eines nicht verheilen wollenden Geschwürs bei dem die übliche Therapie versagt, kommen die noch umstrittenen autologen Serum - Augentropfen zum Einsatz. Vielen Patienten helfen diese ausgezeichnet. Es handelt sich hierbei um Augentropfen, die aus dem Blut des Patienten gewonnen werden. Viele Stoffe, die für die Heilung benötigt werden, werden aus dem Blut des betroffenen Patieten extrahiert und in den autologen Serumaugentropfen angereichert.
Mehr zu diesem interessanten Thema finden Sie unter: autologen Serum - Augentropfen.

Prophylaxe

Einem Hornhautgeschwür kann man vorbeugen indem man die Augen ausreichend befeuchtet hält. Leidet man an trockenen Augen, so sollte vermehrt geblinzelt werden.
Auch Tränenersatzmittel kommen hier zum Einsatz. Bleibt die Hornhaut immer befeuchtet, erhält das Geschwür keine Grundlage zu entstehen. Tränenersatzmittel gibt es in Form von Tropfen, aber auch hornhautpflegende Salben können verwendet werden. Diese dienen sowohl der Prophylaxe des Hornhautgeschwürs, als auch der Abheilung des bereits entstandenen Geschwürs.

Prognose

In der Regel wachsen Hornhautgeschwüre schnell wieder zu und bereiten damit auch keine Schmerzen mehr. Der Betroffene sollte – natürlich abhängig von der Größe des Geschwürs – innerhalb von etwa 24 Stunden wieder beschwerdefrei sein. War die Verletzung groß oder ging bis in tiefere Schichten der Hornhaut, so könne Narben bleiben. Liegen diese in der optischen Achse, können eventuell Seheinschränkungen entstehen.

Gelegentlich heilen diese Verletzungen langsamer oder weniger gut zu. In jedem Fall sollte bei einer Verletzung des Auges ein Augenarzt (Facharzt für Augenheilkunde) aufgesucht werden.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 28.01.2012