Therapie der Hüftkopfnekrose

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Wie wird die Hüftkopfnekrose therapiert

Umstellungsosteotomie Hüfte

Bei einer Hüftkopfnekrose kann man in der Regel ursächlich nicht therapieren. Bestenfalls kann man im Frühstadium die krankheitsbedingten Ausmaße begrenzen oder den Nekroseprozess verlangsamen, unter Umständen auch ganz aufhalten. Mögliche erreichbare Therapieziele sind dabei stets abhängig vom jeweiligen Erkrankungsstadium. Somit gelten als vermeintliche Ziele im Bereich der Behandlung der Hüftkopfnekrose:

Das Begrenzen der ischämischen Nekrose, die Verzögerung der Hüftkopfzerstörung, die Linderung von Schmerzen, eine Verbesserung der Beweglichkeit, der Gehleistungen und somit in erheblichem Maße auch der Lebensqualität.

Es gibt unterschiedliche Therapiemöglichkeiten

1. Konservative Therapie:

Die konservative Behandlung der Hüftkopfnekrose des Erwachsenen erschöpft sich in symptomatischen Maßnahmen und begrenzt sich in der Regel auf Fälle, die als nicht oparabel bezeichnet werden müssen, bzw. auf Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Hüftkopfnekrose.

Neben einer Beratung und somit auch einer Aufklärung hinsichtlich der Erkrankung, ihres Verlaufes und den Möglichkeiten, den Verlauf positiv zu beeinflussen, werden hier die nachfolgenden Therapiemöglichkeiten geplant.

Da insbesondere Kortisontherapien und Alkoholabusus als negativ beeinflussend gelten, sollte versucht werden, diese negativen Verstärker auszuschalten.

a) Medikamentöse Therapie:

Die medikamentöse Therapie der Hüftkopfnekrose ist symptomatisch und dient der Schmerzreduktion. Sie kann mit unterschiedlichen peripher wirkenden Analgetika oder Antiphlogistika durchgeführt werden. Versuchsweise können durchblutungsfördernde Mittel wie z.B. ASS gegeben werden.

b) Physikalische Therapie

Die physikalische Therapie ist symptomatisch und dient in besonderer Weise dem Erhalt von Muskel und Gelenkfunktionen. Hierzu können eingesetzt werden:

    • Physiotherapie
    • Mobilisierung, Muskelkräftigung, Muskeldehnung
    • Thermotherapie
    • Elektro-, Hydro- und Balneotherapie

c) Orthopädietechnische Maßnahmen:

    • Stock bzw. Unterarmgehstützen, so genannte Pufferabsätze
    • Entlastungsorthesen (orthopädische Stützhilfen um den Hüftkopf zu entlasten)

2. Operative Therapie:

Allgemeine Indikationskriterien

  • Ätiologie (Ursache) der Hüftkopfnekrose, Stadium der Erkrankung, Ausdehnung der Nekrose
  • Alter, Allgemeinzustand, Begleiterkrankungen
  • Compliance des Patienten (Motivation des Patienten)

Operative Therapien sind in besonderer Weise abhängig vom Krankheitsstadium, sozusagen von der Ausdehnung der Nekrose. Nachdem die verschieden Operationsverfahren vorgestellt wurden, soll darüber hinaus auf die Therapienöglichkeiten der unterschiedlichen Stadien eingegangen werden.

Häufige Operationsverfahren
Man unterscheidet zwischen den nachfolgend aufgelisteten Verfahren::

  • Gelenkerhaltende Operationen
    • Medulläre Dekompression, evtl. mit Spanplastik
    • Intertrochantäre Osteotomie (siehe auch Morbus. Perthes)
  • Gelenkersatz

1. Gelenkerhaltende Operationen

a) Medulläre Dekompression, Spanplastik:

Auf die medulläre Dekompression mit evtl. Spanplastik wird im Frühstadium der Hüftkopfnekrose zurückgegriffen, da in weiter fortgeschrittenen Stadien die Erfolgswahrscheinlichkeit dieser Operationsmethode sinkt. Diese Operationsform dient der Dekompression des Markraumes und darüber hinaus der mechanischen Abstützung des Nekroseherdes.

Im Rahmen der Operation kann darüber hinaus versucht werden mittels einer Anbohrung des Hüftkopfes die Ausbildung neuer Gefäße zu stimulieren. Da auch hier die Erfolgschancen vom individuellen Krankheitsbild abhängig sind, lässt sich eine Prognose hinsichtlich der Erfolgswahrscheinlichkeit nicht stellen.

Mögliche Folgen und Komplikationen:

Allgemeine Risiken und Komplikationen:
Wie bei allen operativen Eingriffen, können auch bei der operativen Therapie der Hüftkopfnekrose Komplikationen in Form von Hämatombildung,, Wundheilungsstörung, Wundinfekt, tiefer Beinvenenthrombose, Embolie, Gefäßverletzungen und Nervenverletzungen auftreten. Allgemeine Risiken treten in der Regel häufiger auf als spezielle Komplikationen.

Spezielle Komplikationen:
Unter speziellen Komplikationen fällt beispielsweise eine fehlende Revaskularisation (= fehlendes Einwachsen von Blutgefäßen im abgestorbenen Bereich) der Nekrose, ausbleibende Osteointegration des Knochenspanes (Ausbleiben des Einwachsen des Knochenspanes in das umgebende Knochengewebe), Gelenkperforationen.

b) Intertrochantere Osteotomie:

Mit Hilfe der intertrochanteren Osteotomie versucht man in weiter fortgeschritteneren Stadien der Hüftkopfnekrose durch eine Umstellung, eine so genannte räumliche Positionsänderung, des deformierten Hüftkopfes, die Gelenkkongruenz zu verbessern. Damit kann die geschädigte Hüftkopfzone aus der Belastung heraus verlagert werden. Durch die verbesserte Kongruenz bzw. die erreichte Entlastung des Nekroseherdes wird in aller Regel eine Linderung der Beschwerden erreicht. Auch hier sinkt allerdings die Erfolgsaussicht je weiter fortgeschritten die Nekrose ist.

--> Weitere zum Thema Operationsrisiken der Hüftkopfnekrose


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Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012