Hüftkopfnekrose Risiken
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Risiken
Mögliche Folgen und Komplikationen:
Allgemeine Risiken und Komplikationen der Hüftkopfnekrose:
Wie bei allen operativen Eingriffen, können auch bei der Hüftkopfnekrose Komplikationen in Form von Hämatombildung, Wundheilungsstörung, Wundinfekt, tiefer Beinvenenthrombose, Embolie, Gefäßverletzungen und Nervenverletzungen auftreten. Allgemeine Risiken treten in der Regel häufiger auf als spezielle Komplikationen.
Spezielle Komplikationen:
Durch eine Gelenksumstellung kann es im besonderen zu Beinlängenunterschieden kommen. Aufgrund einer Verlagerung werden auch die Muskeln, besonders die Gesäßmuskeln, anders beansprucht. Man spricht dann von einer Glutealinsuffizienz (= Schwäche der Gesäßmuskulatur mit typischem Watschelgang). Die Umstellung kann eine Verbreiterung der Hüftsilhouette zur Folge haben. Nicht immer verheilt die Osteotomie ohne Komplikationen, so dass eine Verzögerung auftreten kann. Auch so genannte Pseudarthrosen (= Bildung falscher Gelenke), Implantatversagen, Korrekturverluste, Schmerzpersistenzen zählen zu den speziellen Komplikationen.
Endoprothetischer Hüftgelenkersatz:
In fortgeschritteneren Stadien werden operativ die zerstörten Gelenkanteile entfern Bei fortgeschrittener Zerstörung des Hüftgelenkes werden die zerstörten Gelenkanteile entfernt und durch künstliche ersetzt, wodurch die Funktion des Hüftgelenkes verbessert und eine Schmerzbefreiung bewirkt wird. Künstliche Hüftgelenke obliegen mit der Zeit dem Risiko der Lockerung, so dass man auf den endoprothetischen Hüftgelenksersatz erst dann in Erwägung ziehen sollte, wenn die Zerstörung des Hüftgelenkes schon weiter fortgeschritten ist und der Patient unter sehr starken Schmerzen leidet.
Weitere, detailierter Informationen finden Sie unter der Rubrik: künstliches Hüftgelenk
Nachbehandlung nach operativen Maßnahmen:
Nach dem Ergreifen operativer Maßnahmen werden Röntgenkontrollen Notwendig, um beispielsweise die Osteotomie (= Umstellung) beurteilen zu können oder den Einbau des endoprothetischen Hüftgelenkersatzes beurteilen zu können. Desweiteren bedarf es einer, speziellen Lagerung, sowie einer gezielten Thromboseprophylaxe, die prinzipiell bei jeder Operation bedacht werden muss.
Um die Muskeln zu stärken, bzw. um – im Falle einer Osteotomie – gezielt Muskelpartien aufzubauen, kann eine postoperative Physiotherapie als Nachbehandlungsmaßnahme der Hüftkopfnekrose hinzugezogen werden. In der Regel findet eine frühzeitige Mobilisierung statt, wobei sich der Belastungsaufbau nach den individuellen Begebenheiten richtet.
Damit speziell nach einer endoprothetischen Operation die Auskugelung des Hüftgelenkes möglichst verhindert wird, sollte der Patient über die Möglichkeit des erhöhten Sitzens hingewiesen werden (= Auskugelungsprophylaxe). Diesbezüglich sollten auch erlaubte und ungünstige Bewegungen und Belastungen besprochen werden.
Regelmäßig sollten postoperativ klinische und röntgenologische Kontrollen durchgeführt und Prophylaxe hinsichtlich der Verkalkung im Muskelbereich der Hüfte betrieben werden, beispielsweise medikamentös durch NSAR (= Indomethacin) oder durch Bestrahlung.
Stufenschema Therapeutisches Vorgehen
Orientierungskriterien
Nekrose-Stadium, Ausdehnung der Nekrose, Ätiologie der Hüftkopfnekrose (Ursache), Schmerzen, Alter des Patienten, Leidensdruck, Begleiterkrankungen
Bei den unten genannten Maßnahmen handelt es sich um Möglichkeiten der Behandlungen, sozusagen um Vorschläge. Stets muss der behandelnde Arzt aber individuelle Begebenheiten mit einbeziehen, um eine bestmögliche Behandlung erzielen zu können. Die oben genannten Kriterien sind dabei stets mit einzubeziehen.
Stadium 1 und 2:
In diesen Stadien der Hüftkopfnekrose besteht die Möglichkeit, den Nekroseherd anzubohren, um zunächst eine Einblutung und längerfristig das Ausbilden neuer Blutgefäße zu erreichen. Gesetztes Ziel ist somit die Neuversorgung nekrotischer Hüftgelenksbereiche mit Blut. Postoperativ muss mit einer etwa sechswöchigen Entlastung gerechnet werden, der eine etwa ebenso lange Teilbelastung nachfolgen sollte. Mit einer vollen Belastung kann etwa nach 10 bis 12 Wochen gerechnet werden, wobei auch hier individuelle Unterschiede eintreten können.
Stadium 2 und 3:
In diesen Stadien der Hüftkopfnekrose wird sich in der Regel für eine intertrochantere Umstellungsosteotomie entschieden. Gesetztes Ziel ist dabei, den Nekroseherd aus der Belastung heraus zu drehen. Entsprechende weitere Behandlungsmaßnahmen können darüber hinaus ergriffen werden. Die postoperative Entlastungsdauer liegt im Bereich von 4 bis 5 Monaten.
Stadium 4, sekundäre Koxarthrose
In der Regel hilft hier nur noch eine Totalendoprothese des Hüftgelenkes. In der Regel greift man dabei auf nicht zementierte Prothesen zurück. Da die Erkrankung in der Regel recht früh auftritt, stellt die Totalendoprothese eine der letzten Maßnahmen dar. Künstliche Gelenke können nicht unbegrenzt ausgetauscht werden. Deshalb muss zunächst über weitere Behandlungsverfahren nachgedacht werden. Weiter Informationen finden Sie hier: endoprothetischer Ersatz des Hüftgelenkes, künstliches Hüftgelenk
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