Therapie der Gelbsucht (Ikterus)

Einleitung

Unter einer Gelbsucht versteht man eine unnatürliche Gelbfärbung der Haut bzw. der Bindehäute der Augen und der Schleimhäute, die durch eine Erhöhung des Stoffwechselproduktes Bilirubin ausgelöst wird. Steigt das Gesamtbilirubin im Körper auf Werte über 2 mg/dl wird eine Gelbfärbung ausgelöst.

Informationen zu Symptomen, Häufigkeit und Formen finden Sie unter unserem Thema: Gelbsucht


Therapie

Für die Therapie der Gelbsucht (Ikterus) gilt es zunächst die Grunderkrankung zu therapieren. Sollte es sich um einen Gallengangsstein, der den Abfluss der Gallensäuren verhindert, handeln, so muss die Passage durch Bergung des Steines gewährleistet werden.
Da es sich bei dem Bauchspeicheldrüsentumor um eine sehr ernste Erkrankung handelt, die bei der Diagnosestellung oft schon weit fortgeschritten ist, bleibt oft nur die Möglichkeit einen sogenannten Stent einzulegen. Das ist ein Röhrchen, das zwischen Bauchspeicheldrüse und Gallengang eingelegt wird und den Durchfluss der Säuren wieder gewährleisten soll.

Hepatitiden heilen entweder selbstständig aus oder werden mit einer antiviralen Therapie versucht zu behandeln. Bei dem Morbus Hämolyticus Neonatorum (Neugeborenikterus) wird eine  Lichtbestrahlung für einige Stunden bei den Neugeborenen angewandt. Bei den zahlreichen sogenannten Hyperbilirubinämien sind bis jetzt leider keine Therapien bekannt.

Prophylaxe

Eine Prophylaxe oder eine vor Gelbsucht (Ikterus) schützende Methode ist nicht bekannt. Natürlich gilt es zu  vermeiden, die auslösende Krankheit ausbrechen zu lassen.

Prognose

Auch die Prognose der Gelbsucht (Ikterus) ist abhängig von der Grunderkrankung. Die Gelbsucht (Ikterus) an sich ist nicht gefährlich, durch eventuellen Juckreiz  vielmehr unangenehm.
Erkrankungen, die eine Gelbsucht (Ikterus) auslösen, können dagegen allerdings das Leben bedrohen. Tumoröse Erkrankungen stellen dabei die bedrohlichste Ursache einer Gelbsucht (Ikterus) dar.
Wie oben erwähnt, wird die Diagnose erst sehr spät gestellt. Der Tumor ist meist schon so weit fortgeschritten, dass er bereits den Gallensäureabfluss behindert.

Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs liegt die 5 Jahres Überlebensrate bei 0% wenn der Tumor nicht zuvor operativ entfernt werden konnte, ansonsten bei 15 %. Beim Gallengangskarzinom beträgt die 5 Jahresüberlebensrate 40 %.
Weiteren Informationen auch unter unserem Thema: Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Leberentzündungen (Hepatitis) der Gruppe A und B heilen zumeist von selbst aus, die Erfolgsquote der Behandlung der Gruppe C liegt bei 95%, wenn die Therapie 24 Wochen durchgeführt wird.
Weiteren Informationen auch unter unserem Thema Hapatitis.

Zusammenfassung

Als Gelbsucht (Ikterus) bezeichnet man eine nicht schmerzhafte Gelbfärbung der Haut, der Leder-, bzw. Bindehaut der Augen und der Schleimhäute. Sie entsteht, wenn der Bilirubingehalt im Körper auf Werte über 2 mg/dl ansteigt.
Die Ursachen können in einer Störung eines der Leber vorgeschalteten Stoffwechselbereiche sein, z.B. erhöhte Zerstörung von Blutbestandteilen oder ein Hyperbilirubinämie-Syndrom (prähepatische Ursache einer Gelbsucht).
Eine zweite Möglichkeit ist die gestörte Verwertung des angefallenen Bilirubins in der Leber durch:

Ist der Gallensäureabfluss durch einen Gallensstein oder einer tumorösen Veränderung behindert, kommt es ebenfalls zu einer Bilirubinerhöhung. Man spricht in diesem Fall von einer posthepatischen Ursache.

Blutunverträglichkeitssyndrome bei der Geburt oder der unerklärliche Schwangerschaftsikterus stellen seltene Formen der Gelbsucht dar.
Bei der Gelbsucht handelt es sich nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr um ein Symptom. Meist reicht die Blickdiagnose aus und kann dann durch eine Blutuntersuchung bestätigt werden. Nach Feststellung muss zügig der Grund der  Gelbsucht herausgefunden werden.
Durch Blutuntersuchungen kann man prähepatische Ursachen der Gelbsucht herausfinden, durch Ultraschall die intrahepatischen und posthepatischen Ursachen.

Die Behandlung richtet sich nach der auslösenden Ursache. Prähepatische Ursachen (Ursachen vor der Leber), wie Erkrankungen des Blutsystems und Hyperbilirubinämien sind relativ schwierig zu behandeln.
Hepatitiden (Leberentzündungen) heilen entweder von selbst aus oder müssen mit einer antiviralen Therapie behandelt werden. Ebenfalls schwierig ist die Behandlung eines bösartigen Tumors, der eine Gelbsucht auslöst.  Die Diagnosen werden erst sehr spät gestellt und der Tumor z.B. des Gallengangs oder der Bauchspeicheldrüse ist schon weit fortgeschritten. Oft hilft hier nur die Einlage eines Röhrchens, das den Gallensäureabfluss wieder gewährleistet.

Ungeachtet der Tatsache, dass auch ungefährliche Erkrankungen eine Gelbsucht auslösen können, muss jede Gelbsucht  schnellstmöglich abgeklärt werden.


Weiterführende Erkrankungen der Leber

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.01.2011