Inhalt:
Impfungen im Kindesalter
Synonyme im weitesten Sinne
Kinderimpfungen, Immunisierung
Englisch: immunisation, immunization, vaccination
Definition
Impfungen sind dazu da, den menschlichen Organismus vor Krankheiten zu schützen, indem man ihn darauf vorbereitet. Dies geschieht mit Hilfe von abgeschwächten Erregern oder schon fertigen Antikörpern, die gespritzt werden.
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Zusammenfassung
Impfungen im Kindesalter werden noch heute kontrovers diskutiert. Impfungen sind wichtig, haben jedoch neben den offensichtlichen Vorteilen auch unerwünschte Nebenwirkungen. Um ein Kind vor scheinbar harmlosen Krankheiten (z. Bsp. Windpocken) und offensichtlicher gefährlichen Krankheit (z. Bsp. Diphterie) zu schützen, stehen uns heutzutage eine Reihe von Schutzimpfungen zur Verfügung. Auch heute, obwohl einige Krankheiten in Deutschland bereits als „ausgerottet“ gelten, müssen die Schutzimpfungen sehr ernst genommen werden. Nur eine komplette Durchimpfung der Gesellschaft garantiert uns eine konsequente Auslöschung von Krankheiten. Verschiedene Krankheiten sind in Ermangelung dessen wieder auf dem Vormarsch.
Es gibt verschiedene Impfformen: die aktive und die passive Immunisierung. Dem Impfkalender, der von der STIKO ausgearbeitet wird, ist zu entnehmen wann Sie Ihr Kind am Besten gegen welche Erkrankung impfen lassen sollten. Die STIKO (ständige Impfkommission) beaufsichtigt die für einen sicheren Impfschutz und Impfung notwenigen Verfahren und Studien, um dann eine Impfempfehlung auszusprechen.
Welche Impfformen gibt es?
Bei den Impfungen muss zwischen einer so genannten passiven und aktiven Immunisierung unterschieden werden.
- Aktive Immunisierung
Bei der aktiven Immunisierung werden abgeschwächte Erreger injiziert, sodass der Körper als Antwort darauf sein Immunsystem Antikörper gegen diesen Erreger bilden lässt. Dies hat zum Nachteil, dass für die entgültige Immunisierung oft mehrere Dosen des Impfstoffes benötigt werden (Beispiel: Hepatitis A- und B- Impfung: 3 Impfungen im Abstand von 4 bzw. 12 Wochen). Da die Erreger in abgeschwächter Form vorkommen, besteht nahezu keine Gefahr die eigentliche Infektion zu bekommen. Falls es doch zu einer Infektion kommen sollte, liegt diese meist in abgeschwächtem Maße vor. Leider besteht die Möglichkeit bei Impfungen Impfschäden davonzutragen. Über dieses Risiko wird der Patient bzw. dessen Eltern aufgeklärt! - Passive Immunisierung
Bei der passiven Immunisierung ist das Prinzip ein anderes: Hier werden dem Patient die bereits gebildeten Antikörper (Immunglobuline) , also die Abwehrstoffe gegen eine Krankheit, injiziert. Kommt derjenige nun mit einem Erkrankten (beispielsweise an Windpocken) in Kontakt, so verfügt das Immunsystem des geimpften bereits über die Antikörper um die Erreger sofort „in die Flucht zu schlagen“. Bei dieser Art der Impfung hält das Resultat meist kürzer an, als die der aktiven Immunisierung. Der Vorteil jedoch liegt darin, dass sich diese Impfart sehr gut bei kurzfristigen Impfungen (beispielsweise vor Reisen) anwenden lässt. Dies betrifft nicht nur Kinder, sondern auch im Erwachsenenalter sollte man sich vor jeden Auslandsaufenthalt, der außerhalb Europas liegt, um die benötigten oder empfohlenen Impfungen kümmern.
Um den Kindern mehrere Impfungen zu ersparen, gibt es so genannte Kombinationsimpfstoffe, die gleichzeitig gegen mehrere Krankheiten schützen. (Beispiel: Sechsfachimpfung: Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis und Hib (Haemophilus influenza b)).
Da die in den Impfstoffen erhaltenen Erreger trotz ihrer abgeschwächten Form das Abwehrsystem des Körpers fordern, sollte das Kind nicht ernsthaft Krank sein. Kleinere Infekte, wie zum Beispiel Schnupfen, haben entgegen der landläufigen Meinung keinen Einfluss auf den Impferfolg.
Warum sollte ich mein Kind impfen lassen
Impfungen sind auch heutzutage noch sehr wichtig. Ihr Kind ist dadurch vor Krankheiten, die unangenehme und verheerende Folgen haben können, geschützt. Auch wenn sich eine Erkrankung wie beispielsweise die Windpocken harmlos anhören, können Kinder Komplikationen wie - im schlimmsten Fall – Lungen- oder Gehirnentzündung, die sogar tödlich enden können, leiden. Sicher sind diese Komplikationen selten, aber immer noch häufiger, als die von Eltern oft befürchteten Impfschäden. In Deutschland sind die Pflichtimpfungen abgeschafft. Die Eltern tragen also die Verantwortung dafür, ob ihre Kinder geimpft werden oder nicht. Viele Eltern können sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen, dass es Krankheiten wie Kinderlähmung noch gibt. Tatsächlich sind solche Erkrankungen in Europa fast ausgemerzt- Dank der hohen Durchimpfung der Bevölkerung. Hat man die Einstellung, dass man deswegen sein Kind eben nicht mehr impfen müsse, trägt man leider dazu bei, dass die Krankheiten wieder an Auftreten gewinnen. So ist zum Beispiel die Tuberkulose aus den östlichen Ländern wieder auf dem Vormarsch. Einmal bei uns angelangt, kann dies große Probleme bedeuten, da zum Beispiel in Deutschland Kinder nicht mehr gegen Tuberkulose geimpft werden, sich also mit dieser gefährlichen Krankheit anstecken können.
Viele Eltern machen sich Sorgen um ihre Kinder, wenn es um Impfungen geht. Viele befürchten, dass ihr Kind bleibende Schäden zurückbehalten kann. Hierzu ist zu sagen, dass es in Deutschland keinen von der STIKO offiziell zugelassenen Impfstoff gibt, bei dem bleibende Schäden sicher nachgewiesen werden konnten.
Was sind Impfschäden?
Ein Impfschaden ist ein schwerer manchmal auch bleibender Gesundheitsschaden, der über die normale Impfreaktion – Fieber, Müdigkeit, Schmerzen an und um die Einstichstelle –hinaus geht, infolge einer Impfung. Wichtig bei einem Impfschaden ist, ob die Impfung von der STIKO (ständige Impfkommission) empfohlen ist. Schwere Impfschäden sind glücklicherweise insgesamt selten, sollten jedoch umgehend dem Versorgungsamt gemeldet werden. Sie können auch erst Wochen, Monate oder Jahre nach der Impfung auftreten.
Es gibt für bestimmte Impfungen anerkannte Impfschäden. Im Folgenden ein paar Beispiele:
- Für alle Impfstoffe sind Reaktionen wie Fieberkrämpfe und allergische Reaktionen anerkannt.
- Tetanus- Diphterie: Guillain-Barré-Syndrom (Schädigung der peripheren Nerven)
- Mumps- Masern- Röteln: Verringerung der roten Blutkörperchen
- Keuchhusten: Hirnhautentzündung
- Grippe: Guillain- Barré- Syndrom
Bevor ein Impfstoff jedoch zugelassen wird, wird selbstverständlich seine Sicherheit anhand standardisierter Verfahren der europäischen und nationalen Zulassungsbehörden überprüft.
Von den Impfschäden klar abzugrenzen sind die Impfreaktionen. Diese treten häufig nach Impfungen auf, sind jedoch unbedenklich und gehen auch rasch (in der Regel innerhalb von 2 Tagen) wieder zurück. Schließlich soll die Impfung im Körper ja eine Reaktion hervorrufen. Diese Reaktion äußert sich dann in den so genannte Impfreaktionen, welche von Kind zu Kind unterschiedlich stark oder schwach ausgeprägt sein können. Hierzu zählen beispielsweise:
- Rötung der Einstichstelle
- Schmerzen an der Einstichstelle
- Fieber (selten)
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