Inhalt:
Innenbandriss / -verletzungen des Kniegelenkes
Synonyme
Innenbandriss, Innenbandruptur, Verletzung des Ligamentum collaterale mediale
siehe auch: Aussenbandverletzung
Englisch: rupture / injury of collateral ligament
Definition Innenband
Das Ligamentum collaterale mediale (Innenband) verläuft vom Oberschenkelknochen (Femur) zum Schienbein (Tibia). Es läuft schräg, also ein wenig nach vorne unten. Das Band ist relativ breit und mit der Gelenkkapsel verwachsen und stabilisiert diese somit.
Außerdem ist es über einige Faserzüge fest mit dem medialen Meniskus verbunden. Das Innenband ist gespannt, wenn das Knie gestreckt und nach außen rotiert ist. Bei gestrecktem Knie dient es zusammen mit dem Außenband der Stabilisierung, bei der Beugung im Kniegelenk begrenzen die beiden Bänder die Außenrotation.
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Definition
Bei Innenbandverletzungen handelt es sich in der Regel um einen Riss desselben. Meist ist der Riss komplett – inkomplette Bandrisse gibt es kaum.
Zusammenfassung
Das Innenband des Kniegelenkes zählt zu den Seitenbändern und verläuft – wie der Name schon sagt – auf der Innenseite des Knies von oben nach unten entlang.
Es dient, wie auch das Außenband, der Stabilisierung des Kniegelenkes. Die Seitenbänder spielen mit allen anderen Bändern des Gelenkes und den umgebenden Muskeln zusammen. Reist das Innenband infolge eines Unfalls (Traumas) (meist beim Sport) so kommt es neben Schmerzen auch zur Instabilität des Gelenkes. Neben dem Test der Aufklappbarkeit, gibt vor allem die MRT- Untersuchung Aufschluss über die Art und Schwere der Verletzung.
Hiernach richtet sich auch die Therapie: wird lediglich konservativ mit Schiene (Tage oder Wochen) behandelt oder ist doch eine OP nötig (bei Beteiligung des Knochens). Die Prognose hängt ebenfalls von der Art und Schwere der Verletzung ab, ist in der Regel jedoch gut.
Eine solche Verletzung lässt sich vermeiden, wenn man bei den gefährdenden Sportarten Vorsicht walten lässt und vor allem ein starkes, gut trainiertes Muskelgerüst leistet einen großen Beitrag zur Stabilität des Kniegelenkes. Je mehr Stabilität so ein Kniegelenk erfährt, um so weniger leicht ist es zu traumatisieren.
Ursachen
Das Innenband reißt in der Regel nur in Folge eines Traumas. Dies kann ein Abknicken, ein Rotationstrauma oder eine Kniegelenksverrenkung sein, wie sie beispielsweise beim Skifahren oder beim Fußball vorkommen.
Symptome
Zu den Symptomen eines Innenbandrisses zählen:
- Schmerzhafte Bewegungseinschränkung
- Evtl. Instabilität des Kniegelenkes
- Druckschmerz am Band
- Evtl. Erguss, auch Bluterguss im Gelenk
- Instabilitätsgefühl
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Diagnose
Bei den Seitenbändern ist es zur Diagnosestellung vor allem wichtig die Aufklappbarkeit zu beurteilen. Diese muss sowohl bei gestrecktem, sowie bei 30° gebeugtem Knie beurteilt werden. Ist das Innenband verletzt, also gerissen, so kann das Kniegelenk von innen her „aufgeklappt“ werden. Der Untersucher drückt hierzu bei fixiertem Oberschenkel seitlich von innen gegen den Unterschenkel. Man spürt, dass sich der Gelenkspalt leicht öffnet.
Zur genaueren Diagnostik werden bei Außenbandrupturen im Kniegelenk MRT- Bilder angefertigt. Röntgen erlaubt lediglich eine Beurteilung der knöchernen Beteiligung, kann jedoch die Bandverletzung nicht direkt nachweisen. Theoretisch ist auch eine Kniespiegelung, die so genannte Arthroskopie, möglich, welche jedoch der MRT- Untersuchung gewichen ist. Außerdem kommt sie eher bei Kreuzbandrissen zum Einsatz, da hier dann auch eine arthroskopische OP möglich ist.
Therapie
Die Therapie des Innenbandrisses richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung. Ist das Band lediglich gezerrt oder überdehnt, genügt eine kurzfristige Ruhigstellung (einige Tage) des Gelenkes, gefolgt von Muskelaufbautraining.
Bei einer Ruptur des Innenbandes kommt es darauf an, ob diese Verletzung komplexe Begleiterscheinungen hat. Fehlen knöcherne Beteiligungen (ist also der Oberschenkel – sowie der Unterschenkelknochen in seiner Struktur unverletzt) und Instabilität des Kniegelenkes fehlt, so findet auch eine konservative Behandlung in Form einer Schiene für etwa 6 Wochen statt. Komplexe Bandrupturen mit knöcherner Beteiligung und /oder Instabilität des Kniegelenkes müssen operativ versorgt werden.
Das gerissene Band wird mittels einer Naht wieder refixiert. Bei Ausriss von Knochenanteilen, werden diese mit Schrauben fixiert.
Prophylaxe
Die gefährdenden Sportarten, wie Skifahren, Fußballspielen sollten mit Vorsicht ausgeführt werden. Wichtig für ein stabiles Kniegelenk sind auch trainierte, starke Muskeln. Diese verleihen dem Kniegelenk große Stabilität und minimieren so das Risiko der Bandruptur.
Prognose
In der Regel ist die Prognose für Seitenbandverletzungen (Innenbandriss / Außenbandriss) gut. Je nach Art der Verletzung (Überdehnung, (komplexer) Riss) dauert die Rehabilitation des Kniegelenkes jedoch seine Zeit. Je schlimmer die Ausgangssituation war, desto länger wird es dauern bis sich der Bandapparat mit all seinen Muskeln erholt hat.
Weiterführende Informationen
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