Therapie des Kniescheibenbruchs

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Wie wird der Kniescheibenbruch therapiert?

Der Kniescheibenbruch (Patellafraktur) kann konservativ und operativ Behandelt werden. Der Kniescheibenlängsbruch und unverschobene Brüche können konservativ behandelt werden, alle andern Bruchformen sollten operativ versorgt werden.

1. Konservative Therapie:

Bei der Therapie des Kniescheibenbruchs kommt es zur Verordnung mittels einer Knieorthese mit Einschränkung der Beweglichkeit. Die Beugung sollte innerhalb der ersten drei Wochen nicht mehr als 60° und bis zur sechsten Woche nicht mehr als 90° betragen.

Das Kniegelenk sollte innerhalb der ersten drei Wochen nur mit 20 kg belastet und bis zur 6. Woche auf Vollbelastung aufbelastet werden. Bis zum Erreichen der tatsächlichen Vollbelastung muß eine Thrombosprophylaxe, z.B. mit niedermolekularem Heparin durchgeführt werden.

Von diesem Nachbehandlungsschema muß in individuellen Fällen abgewichen werden.

2. Operative Therapie:

Kniescheibenbrüche mit verschobenen Frakturen und einer Stufenbildung von mehr als 2 mm und ein Auseinanderweichen der Bruchfragmente von mehr als 3 mm sollten operativ versorgt werden. Insbesondere Querfragmentfraturen und Mehrfragmentbrüche benötigen eine operative Therapie.

Die Entscheidung über die Art der operativen Versorgung muß dem individuellen Befund angepaßt werden.
Zur operativen Versorgung stehen sogenannte Zuggurtungsosteosynthesen, Cerclagen und Verschraubung der Fraktur zu Verfügung.

Zuggurtungen werden häufig bei Querfrakturen mit wenigen Fragmenten eingesetzt und ist somit der häufigste Versorgungstyp. Hierbei werden zwei Drähte im Längsverlauf der Kniescheibe durch beide Fragmente gebracht. Um diese zwei Drähte wird in Form einer 8 eine Drahtschlinge gelegt. Durch den Zug dieser Drahtschlingen werden die Bruchstücke wieder zusammengelegt und können verheilen.

Zusätzlich kann die Fraktur durch eine sogenannte Äquatorialcerclage, insbesondere bei Mehrfragmentbrüchen gesichert werden.

Beim  Kniescheibenbruch in Form einer Querfraktur mit wenigen Bruchstücken kann auch alternativ eine Verschraubung vorgenommen werden.

In aussichtlosen Fällen, in denen keine stufenarme Wiederherstellung gelingt, muß über das vollständige entfernen der Kniescheibe nachgedacht werden (Patellektomie), da ansonsten sich kurzfristig eine beschwerdeverursachende Arthrose entwickelt.

Nachbehandlung

Das Kniegelenk sollte innerhalb der ersten drei Wochen nach der Kniescheibenbruch - Operation nur maximal 60° und bis zur 6. Woche maximal 90° gebeugt werden.
Die Belastung des operierten Beins sollte am Anfang nicht mehr als 20 kg betragen und bis zum Ende der sechsten Woche auf Vollbelastung gesteigert werden.
Von diesem Nachbehandlungsschema muß im Einzelfall abgewichen werden.
Röntgenkontrollen sollen nach 2, 4 und 6 Wochen erfolgen.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 22.05.2012