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Synonyme

- Muskelkrampf im Oberschenkel
Clonus, Spasmus
engl.: convulsion
Definition Krämpfe
Unter einem Krampf/ Krämpfe im Allgemeinen versteht man zeitlich begrenzte, unter Schmerzen sich rhythmisch zusammenziehende Muskelpartien (Muskulatur). Die Ursachen für die Entstehung von Krämpfe sind unterschiedlich.
Ursachen und Formen
Dem Aufbau eines jeden Muskels ist es zu verdanken, dass sich die einzelnen Muskelfasern verzahnt ineinander und gegeneinander verschieben und aneinander vorbeigleiten können. Kommt es zu einer Verdrehung bzw. Verhakung der einzelnen Muskelfasern spricht man von einem Krampf, der es für einen gewissen Zeitpunkt nicht möglich macht, dass die Muskelfasern, wie gewohnt, aneinander vorbeigleiten und so den normalen Bewegungsablauf garantieren können. Meistens geht ein Krampf mit einer Verhärtung der entsprechenden Muskelpartie einher. Man unterscheidet generell zwischen Muskelkrämpfen der quergestreiften Muskulatur, die meistens tastbare Muskelpartien an Armen und Beinen betreffen, von zerebralen, neurologischen Krämpfen sowie von organischen Krämpfen der glatten Muskulatur.
Krämpfe der quergestreiften Muskulatur
Ursache von Krämpfen der quergestreiften Muskulatur, also der Muskulatur, die direkt unter der Haut zu tasten ist, und die u.a. zur Fortbewegung beitragen, können zum einen rein mechanische Verhakungen und Verdrehungen der einzelnen Muskelfasern sein, zum anderen können auch Ungleichgewichte der für die Muskelkontraktion wichtigen Mineralien zu Krämpfen führen. Oft kommt es vor, dass man gerade während des Schlafens so ungünstig liegt, dass man vor allem in den Beinen ungünstige Dehnungen unbewusst durchführt, und dadurch eine Verhakung der entsprechenden Muskelfasern stattfindet und Krämpfe auslösen.
Meist unter starken Schmerzen wachen die Betroffenen dann auf und können an der betroffenen Stelle eine Verhärtung und Verdickung tasten, die sich nach einigen Augenblicken unter Schmerzlinderung wieder löst. Eine Muskelbewegung kann nur ablaufen, wenn im Körper ein ausgeglichenes Verhältnis der Mineralien Calcium, Magnesium und Kalium herrscht.
Magnesium sorgt dafür, dass Kalium in die Muskelzelle einströmt, das dafür sorgt, dass eine Muskelkontraktion beendet sowie auch dafür, dass vermindert Calcium, das die Muskelbewegung einleitet, in den Muskel gelangen kann. Magnesium ist also auf zwei unterschiedlichen Wegen am Beenden einer Muskelbewegung beteiligt. Herrscht im Körper ein Mangel an Magnesium, kommt es nicht zu einem ordnungsgemäßen Beenden der Muskelkontraktion, es resultiert eine Dauerkontraktion, die dann als schmerzhafter Krampf oder Krämpfe von den Betroffenen empfunden wird. Da Kalium ebenfalls am Beenden einer Muskelkontraktion beteiligt ist, führt ein Mangel dieses Minerals ebenfalls zu Krämpfen der Muskulatur.
Krämpfe der glatten Muskulatur
Neben den Muskeln, die für Körperbewegungen zuständig sind, besitzen die meisten Organe im Gegensatz dazu eine sog. glatte Muskulatur. Diese Muskelzellen unterscheiden sich in ihrem Aufbau von den quergestreiften Muskeln. Der größte Unterschied liegt darin, dass diese Muskeln nicht bewusst bewegt werden können. Könnte das Herz oder der Darm vom Willen gesteuert werden, hätte das unter Umständen katastrophale Folgen.
Ein Mineralienmangel spielt bei den Krämpfen von Organen eine eher untergeordnete Rolle. Ebenso die mechanische Komponente. Vielmehr sind es Entzündungen oder Giftstoffe (Noxen), die das entsprechende Organ beeinträchtigen und so zu krampfartigen Beschwerden führen. Organe, die am häufigsten von Krämpfen betroffen sind, sind Organe des Magen-Darm-Traktes, Lungen und Bronchien, Nieren und harnableitende Organe. Wohl jedem bekannt und damit auch die bekannteste Form, stellen Magenkrämpfe dar. Jeder, der sich schon einmal mit den falschen Lebensmitteln ernährt hat, die z.B. das Bakterium Staph. aureus (der häufigste Erreger einer harmlosen Gastroenteritis) enthielten, weiß welche schmerzhaften und krampfartigen Beschwerden daraus resultieren können.
Meistens lassen diese Kräpfe nach wenigen Minuten nach, um aber dann wieder an Intensität zuzunehmen. Der Toilettengang, mit meistens flüssigen Stühlen, führt ebenfalls zur Besserung. Im Falle von Magenkrämpfen lässt sich ganz gut verdeutlichen, dass es sich hierbei nicht um eine mechanische Ursache oder um ein Mineralungleichgewicht handelt, sondern vielmehr um eine Noxe, (in diesem Fall ein Bakterium) dass die Magenschleimhaut und die Darmschleimhaut reizt und so zu krampfartigen Beschwerden führt.
Ziel dieser Krämpfe ist es, den für den Körper als schädlich eingestuften Magen und Darminhalt so schnell wie möglich nach außen zu befördern. Die Bronchien der Lunge besitzen ebenfalls glatte Muskelzellen. Werden diese durch eingeatmete Stoffe, wie z.B. Stäube oder Pollen gereizt, kommt es zu einer Verkrampfung der Muskulatur und damit zur Einengung der luftleitenden Wege. Der Betroffene empfindet dann, je nach Ausprägung, Atemnot. Auch hier ist der Sinn, dass die für den Körper als schädlich eingestuften Stoffe, nicht weiter in den Körper gelangen können. Kommt es nicht mehr zur Einwirkung des „Giftstoffes“, bilden sich die Krämpfe sowohl an den Bronchien, als auch am Magen- Darm Trakt wieder zurück. Krämpfe können auch mechanisch bedingt sein. Meistens ebenfalls in Verbindung mit glatten Muskelzellen, führen feste Stoffe, z.B. ein Nieren- oder ein Gallenstein, der sich durch die Gallenwege oder dem harnableitenden System hindurchzwängt und hängenbleibt, reflektorisch zu einer Verengung der glatten Muskelschicht. Diese auch als Kolik bezeichnete Kontraktion der Muskelschicht, wird als eine der stärksten Schmerzen (neben dem Herzinfarkt) im menschlichen Körper wahrgenommen.
Neurologische Krämpfe
Eine ganz andere Ursache haben neurologische Krämpfe, die auch als epileptische Krämpfe (Epilepsie) bezeichnet werden. Neurologische Vorgänge werden vor allem durch Einstrom von Natrium und dem Ausstrom von Kalium beeinflusst. Glutamat und Gamma-Amino- Buttersäure stellen hierbei Nervenleitungsbeendende Faktoren dar. Im zentralen Nervensystem ist das ausgewogene Verhältnis der einzelnen Stoffe sehr viel wichtiger, als in den Zellen der quergestreiften Muskulatur, denn ein Missverhältnis der einzelnen Stoffe senkt die sogenannte Krampfschwelle. Kommt es zum Überschreiten dieser Schwelle, beginnen die Betroffenen zu krämpfen. Wie stark dies vonstatten geht, hängt von der Art des Krampfes ab (unterschiedliche Krampfformen sind tonische Krämpfe, klonische Krämpfe, tonisch-klonische Krämpfe, fokale Anfälle, generalisierte Anfälle, Absencen und einige mehr).
Die Krampfschwelle kann meistens nicht, wie bei der quergestreiften Muskelzelle durch Zuführung irgendwelcher Mineralien nach oben gesetzt werden, da es sich nicht nur um ein beeinflussbares Ungleichgewicht, der auch als Neurotransmitter bezeichneten Stoffe, sondern um viele, zum Teil auch noch nicht identifizierte Faktoren handelt. Die Wahrscheinlichkeit einen Krampf zu bekommen steigt mit mangelndem Schlaf, erhöhtem Alkoholkonsum, Blutungen oder Gefäßverschlüsse im Gehirn u.v.m. Auch eine genetisch vererbte Komponente von Krampfanfällen ist bekannt. Im Gegensatz zu den nicht neurologischen Krampfanfällen der quergestreiften Muskulatur, bei der es an den jeweiligen Muskelzellen zu den Krämpfen direkt kommt, liegt die Ursache von neurologischen Krämpfen im Gehirn. Trotzdem kommt es zu einer Muskelkontraktion der meist quergestreiften Muskulatur. Kommt es beim neurologischen Krampf zu einem schnellen Wechsel aus Anspannen und Erschlaffen der entsprechenden Muskelzellen spricht man von einem tonisch-klonischem Anfall. Ist nur eine Körperregion betroffen, spricht man auch von einem fokalen Anfall, wenn der ganze Körper betroffen ist, spricht man von einem systematisierten Anfall. Neurologische Anfälle gehen meistens mit einer Bewusstlosigkeit einher, und die Betroffenen merken nichts davon. Die größte Gefahr von epileptischen Anfällen liegt in einem unkontrollierten Sturz, mit oft massiven und lebensgefährlichen Verletzungen. Ein neurologischer Krampf kann wenige Sekunden aber auch bis zu einer halben Stunde dauern. Bei letzterer Zeitdauer muss unbedingt der Krampf medikamentös unterbrochen werden, da Lebensgefahr besteht. Kurze Anfälle müssen zum Zeitpunkt des Krampfens nicht unbedingt behandelt werden.
Fieberkrämpfe
Vor allem bei kleinen Kindern kommt es manchmal zu plötzlich ansteigenden sehr hohen Körpertemperaturen, die in Verbindung mit neurologischen Krämpfen auftreten. Dieser Symptomkomplex wird auch als Fieberkrampf bezeichnet. Kinder, die solche Symptome aufzeigen, sollten unbedingt in einer Kinderklinik untersucht werden. Oft sogar mit Hubschrauber in die Kinderklinik verbracht weist meistens dann nur noch eine leicht erhöhte Körpertemperatur auf den kürzlich stattgefundenen Fieberkrampf hin. Die Ursachen eines Fieberkrampfes können Infektionen, genetische bedingt, altersspezifische Hirnveränderungen sowie eine Temperaturempfindlichkeit von GABA-Rezeptoren im Gehirn sein.
Dreimonatskrämpfe (Koliken)
10-20% aller Neugeborenen leiden unter diesem Krankheitsbild. Die krampfartigen Bauchschmerzen beginnen in den meisten Fällen im Alter der 2.-4- Lebenswoche und enden mit ungefähr drei Monaten. Die Schmerzen beginnen meistens am Nachmittag und ziehen sich bis in die späten Abendstunden. Die Schmerzen beginnen meistens direkt nach den Mahlzeiten. Die Ursache wird in dem noch unreifen Verdauungstrakt des Kindes gesehen, der bei Mahlzeitaufnahme besonders starke Bewegungen durchführt, die dann als Schmerzen wahrgenommen werden. Auch wird darüber diskutiert, ob die Beschwerden durch eine übermäßige Darmgasentwicklung entsteht.
Hormonbedingte Krämpfe
Der Prototyp eines hormonbedingten Krampfes sind zyklusbedingte Regelbeschwerden. Gerade jüngere Frauen, deren Körper sich erst noch auf eine ausgeglichene Hormonbilanz einstellen muss, reagieren bei einem Ungleichgewicht der weiblichen Hormone häufig mit krampfartigen Unterbauchschmerzen, die aber nach Ende der Periode meistens rückläufig ist.
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Weiterführende Informationen
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