Symptome einer Leistenhernie

Englisch: inguinal hernia

Weitere Informationen auch unter: Leistenhernie

Synonyme

  • Leistenbruch
  • Leistenschmerzen

Medizinisch: Hernia inguinalis

Symptome

Zu den Symptomen zählen ziehende Schmerzen, Schwellung, Druckgefühl. Die Schmerzen verstärken sich beim Husten. Auch können die Schmerzen in den Oberschenkel und das Genitale ausstrahlen.

Hernien können je nach Bestehensdauer und Ausmaß des Defekts unterschiedliche Größen annehmen. Von kleinsten Defekten bis hin zu grotesk großen Schwellungen bzw. Ansammlung von meist Darmschlingen unter der Haut können die Symptome reichen.

Diagnose

Leistenhernien stellen sich als Schwellungen oder Vorwölbung dar. Auch nicht-sichtbare Hernien können vorliegen. In diesem Fall liegen lediglich ziehende Schmerzen vor – ohne dass ein tastbares anatomisches Korrelat gefunden werden könnte.
Die klinische Untersuchung kann durch keine andere Diagnostik ersetzt werden. Die Hernie sollte abgetastet werden (Patient auch husten lassen), die Reponierbarkeit getestet werden. Reponierbar ist eine Leistenhernie, wenn er sich durch die Bruchpforte zurückdrücken lässt.

Desweiteren kann lediglich der Ultraschall als ergänzende Maßnahme hinzugezogen werden, um die Bruchpforte und den Hernieninhalt zu beurteilen.

Therapie

In aller Regel bedürfen Leistenhernien immer einer operativen Therapie. Alle Operationen haben gemeinsam, dass der Schnitt kurz oberhalb des Leistenkanals verläuft, die Hernie zurück in den Bauchraum reponiert wird und der Bruchsack entfernt wird. Beim Verschluss der Bruchpforten gibt es unterschiedliche Methoden. Beim Verfahren nach Shouldice wird kein Fremdmaterial verwendet, sondern lediglich die Muskelfaszie gedoppelt und somit verstärkt wieder vernäht.

Beim Verfahren nach Lichtenstein wird ein Kunststoffnetz als Verschlusshilfe verwendet.

Auch laparoskopische Verfahren kommen zum Einsatz.

Prophylaxe

Um Brüche zu vermeiden, sollte vor allem nach einer Leistenbruch- OP nicht schwer gehoben werden. Eine starke Bauchwandmuskulatur ist Voraussetzung, um den erworbenen Leistenbruch zu vermeiden.

Prognose

Je nach Operationsmethode treten Leistenbrüche in 2-10% der Fälle wiederholt auf. Die niedrigste Rezidivrate ist beim Verfahren nach Shouldice und bei laparoskopischen Techniken zu verzeichnen. Bei erneuten auftreten eines Leistenbruches, welcher auch zuvor schon operiert wurde, so gestaltet sich sich die Re-OP wesentlich schwieriger. Auch können Implantate notwendig werden, um die Bruchpforte zu verschließen.

Komplikationen

Bei der OP kann es – wie bei jedem operativen Eingriff – zu Komplikationen kommen.
Zu den häufigsten zählen:

  • Verletzung des Samenstrangs
  • Verletzung der Gefäße
  • die den Hoden mit Blut versorgen
  • Verletzung von Nerven
  • Infektion
  • chronischer Leistenschmerz und
  • das Wiederauftreten der Hernie.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012