Linse - Auge

Lesen Sie auch:

Synonyme

Lens oculi,

Englisch: lens

Einleitung

Die Linse ist ein Teil des Augenapparats, liegt hinter der Pupille und ist zusammen mit anderen Strukturen für die Brechung des einfallenden Lichtstrahls verantwortlich. Sie ist elastisch und kann über Muskulatur aktiv gewölbt werden. So kann die Brechkraft an die verschiedenen Erfordernisse angepasst werden. Im Alter nehmen die Eigenelastizität und die Transparenz ab.

Einteilung

  • Innerer Linsenkern
  • Linsenrinde
  • Linsenkapsel
  • Aufhänge- und Akkommodationsapparat

Anatomie

Abbildung Auge

Die Linse befindet sich hinter der Pupille im Auge. Die Linse ist in eine Linsenkapsel eingehüllt. Das Innere der Linse wird in eine Linsenrinde (außen) und einen Linsenkern (innen) eingeteilt.
Linsenrinde und Linsenkern enthalten die Linsenfasern. An der Innenseite der vorderen Linsenkapsel und am Linsenäquator liegen Zellen (Linsenepithelzellen), welche ein Leben lang Linsenfasern bilden. Die Fasern lagern sich von außen her schalenförmig an die bereits vorhandenen Fasern an, geben mit der Zeit immer mehr Wasser ab und werden so immer dünner. So entsteht der Linsenkern, der dichter und härter ist.

Die Linse unterliegt altersbedingten Veränderungen, wird also größer und härter. Es resultiert ein Verlust der Eigenelastizität, was bei jedem Menschen zu einem Gewissen Grad an Altersweitsichtigkeit führt. Im Laufe des Lebens kann sich so das Gewicht der Linse verfünffachen. Im Durchmesser beträgt die Linse etwa 8 - 10 mm, sie ist etwa 2 - 5 mm dick und transparent. Sie ist bikonvex und hinten etwas stärker gekrümmt als vorne. Der hintere Teil der Linse grenzt an den Glaskörper.


Zusammensetzung der Linse

Die Linse ist zu etwa 60% aus Eiweißen aufgebaut, die aus dichten, stabilen Kristallinen bestehen. Die restlichen 40% enthalten Wasser. Die Kristalline sorgen für Stabilität gegen Eiweißzerstörung (Denaturierung). Des weiteren hat die Linse einen hohen Anteil an Vitamin C (Ascorbinsäure) und bestimmten Enzymen, welche für eine gewisse „Stressresistenz“ (anti-oxidativ) sorgen. Der hohe Wassergehalt sorgt für die Transparenz und nimmt ebenso wie die Brechkraft bzw. Elastizität im Laufe des Lebens ab. So kommt es mit dem Alter auch zu einer Linsentrübung.

Ernährung der Linse:

Die Ernährung der Linse erfolgt durch das Kammerwasser. Die Kristalline sind negativ geladen, so dass vorwiegend positiv geladene Salze (Kationen) wichtig sind. Das Linsenepithel besitzt eine Pumpe, die Kalium in die Linse hinein transportiert und Natrium zurück ins Kammerwasser. Die Linse enthält keine Nerven und keine Blutgefäße.

Physiologie

Die Linse des Auge ist über Fasern (Zonulafasern) im sog. Ziliarkörper des Auges aufgehängt. Im Ziliarkörper liegt der Ziliarmuskel. Es handelt sich dabei um einen ringförmigen Muskel, der sich bei Anspannung zusammen zieht.
Spannt sich der Muskel an, werden die Zonulafasern entspannt und die Linse wird Dank ihrer Eigenelastizität rundlicher. Entspannt sich der Ziliarmuskel, werden die Zonulafasern gestrafft und die Linse wird flacher. So kann die Brechkraft der Linse angepasst und die Gegenstände in Nähe und Ferne scharf gesehen werden. Man nennt diesen Vorgang Akkommodation. Beim Sehen in der Nähe (z.B. beim Lesen) wird der Muskel aktiv angespannt, um die Brechkraft zu erhöhen. Dies erklärt, warum das Nahsehen durch die Aktivität des Muskels nach einer Weile immer anstrengender wird. Beim Sehen in der Ferne ist der Muskel maximal entspannt.

Auch andere Teile des Auges haben eine gewisse Brechkraft, die aber unveränderlich ist. So haben Hornhaut, Kammerwasser und Glaskörper eine starre Brechkraft. Lediglich über Abkugelung und Abflachung der Linse kann die Brechkraft des Auges variiert und angepasst werden. Die Brechkraft der Hornhaut beträgt ca. 43 dpt. Die Brechkraft der Linse beträgt 19 dpt und. Akkommodationsbreite, also der Bereich, der variiert werden kann, beträgt 10 – 15 dpt und hängt vom Alter ab.
 Kinder und junge Erwachsene zeigen in der Regel eine volle Akkommodationsbreite. Sie nimmt mit dem Alter ab (Altersweitsichtigkeit).

Weitere Informationen

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Autor:      |     Letzte Änderung: 06.05.2012