Inhalt:
Ursachen von Magenkrämpfe
Synonyme im weiteren Sinne
Magenschmerzen, Bauchschmerzen
Englisch: stomach cramps
Lesen Sie auch:
Ursachen Magenkrämpfe

- Ursachen der Magenkrämpfe
Bei den zugrundeliegenden Ursachen für Magenkrämpfe kann man grundsätzlich die psychischen von den physischen unterscheiden.
Am häufigsten haben Magenkrämpfe keine organische, sondern psychische Gründe. Sehr viele Menschen entwickeln Magenkrämpfe in Angstsituationen, wenn sie vermehrtem Stress ausgesetzt sind oder sich in privaten Konflikten befinden. Das stellt ein großes Problem dar, zum einen weil diese Diagnose durch den Arzt häufig nur schwer zu stellen ist, da sich Betroffene dann auch unter Umständen nicht nur mit ihren körperlichen, sondern auch ihren persönlichen Schwierigkeiten dem Arzt anvertrauen müssen. Außerdem stellt sich auch eine Therapie in diesem Falle als nicht so leicht dar, da sie häufig eigentlich einer Umstellung des Alltaglebens bedürfte, was aber in den meisten Fällen kaum zu bewerkstelligen ist.
Dem gegenüber stehen die körperlichen Ursachen der Magenkrämpfe. Hierbei ist es zunächst einmal wichtig zu bedenken, dass vermeintliche Magenbeschwerden häufig eigentlich von anderen Organen kommen, da sie nur schwer von allgemeinen Bauchschmerzen zu unterscheiden sind und im Bauchbereich viele Organe nah beieinander liegen und Schmerzen zum Teil auch ausstrahlen können. Deswegen kommen als Ursachen für vermeintliche „Magenkrämpfe“ auch Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Trakts in Frage, wie zum Beispiel eine Leberschwäche, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Gallenkoliken oder auch Nierensteine. Zu den Ursachen, die tatsächlich den Magen-Darm-Bereich betreffen, gehören Magenverstimmung, Magen-Darm-Infektionen, Magengeschwüre, Magenkrebs, Blinddarmentzündungen, Darmverschlüsse, Magenschleimhautentzündungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Lebensmittelvergiftungen und das Reizdarmsyndrom. Die wichtigsten und häufigsten werden im Folgenden ein wenig näher beschrieben.
1. Bei der Blinddarmentzündung (Appendizitis) fangen die Schmerzen normalerweise in der Nabelgegend an und breiten sich dann in Richtung Unterbauch aus. Häufig werden sie von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und teilweise auch Fieber begleitet. Die krampfartigen, zum Teil auch stechenden Schmerzen, können bei dieser Entzündung manchmal so heftig sein, dass der Betroffene nicht mehr aufrecht stehen und gehen kann. Diese Situation stellt einen absoluten Notfall dar und es sollte unbedingt sofort ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird dann den Bauch abtasten und im Anschluss gegebenenfalls eine Blut- und / oder Ultraschalluntersuchung durchführen.
2. Magenkrämpfe treten sehr häufig im Zusammenhang mit einer Lebensmittelvergiftung auf, die aufgrund der zeitlichen Abläufe gut miteinander in Verbindung gebracht werden können und so eine Diagnosestellung leicht machen. Je nach Art der Vergiftung können sowohl Intensität und Dauer der Magenkrämpfe als auch Begleitsymptome sehr stark variieren. Recht oft kommt es parallel zu den Krämpfen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, bei schlimmen Vergiftungen kann es allerdings in seltenen Fällen sogar einmal bis zu einer Atemlähmung kommen.
3. Auch die Überproduktion von Darmgasen kann zu sehr schmerzhaften Magenkrämpfen führen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass die Betroffenen einen Druck in der Magengegend empfinden und Blähungen haben. Der Grund ist hier meistens in der Ernährung zu suchen: Ballaststoffreiche Nahrung, Zuckerersatzstoffe und Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen zum Beispiel zu den entsprechenden Symptomen. Aber auch angeborene oder erworbene Verdauungsstörungen kommen als Auslöser in Frage.
4. Der Begriff Reizdarmsyndrom umfasst eine Gruppe funktioneller Darmerkrankungen, die alle eigentlich ungefährlich sind. Das bedeutet, dass keine organischen Störungen für die Beschwerden, die zum Teil sehr heftig sind und neben Magenkrämpfen vor allem veränderte Stuhlgewohnheiten, Durchfall oder Verstopfung beinhalten, gefunden werden können. Aufgrund der mangelnden organischen Manifestation dieser Krankheiten fallen sowohl Diagnostik als auch Therapie schwer.
5. Magen-Darm-Infektionen können sowohl durch Bakterien als auch durch Viren ausgelöst werden. Als verantwortlicher Virus ist vor allem der Noro-Virus zu nennen, der durch Schmier- oder Tröpfcheninfektionen übertragen wird. Unter den Bakterien spielen unter anderem die Salmonellen und Cholera-Bakterien die wichtigsten Rollen. Die krampfartigen Magenschmerzen treten infektionsbedingt meist plötzlich auf und gehen in der Regel einher mit allgemeiner Abgeschlagenheit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Fieber. Je nach Erreger unterscheidet sich jedoch das Ausmaß der Magenkrämpfe und der anderen Symptome.
6. Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) entsteht durch die zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin (Acetylsalicylsäure), durch Rauchen, Alkohol, Stress oder vor allem auch die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, wobei bei allen verschiedenen Typen der saure Magensaft einen wesentlichen Anteil zur Entstehung beiträgt. Es gibt auch eine Form der Magenschleimhautentzündung, die autoimmun bedingt ist, das bedeutet, dass sich das Abwehrsystem (Immunsystem) des Körpers fälschlicherweise gegen körpereigene Bestandteile richtet und eine Abwehrreaktion einleitet, um die vermeintlichen Eindringlinge zu bekämpfen. Wenn die Magenschleimhautentzündung unbehandelt bleibt, geht sie nicht selten in ein Magengeschwür über. Ein Hinweis auf eine Erkrankung ist das Auftreten von wiederkehrenden, heftige Magenkrämpfe, die gemeinsam mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Sodbrennen auftreten.
7. Magenkrebs führt nicht immer, aber durchaus immer wieder ebenfalls zu Magenkrämpfen. Daneben kommt es häufiger auch zu Appetitlosigkeit und Erbrechen und in Folge von Blutungen im Magenbereich gelegentlich auch zu einem dunklen, teerartigen Stuhl. Als Risikofaktoren für den Magenkrebs zählt man das Bakterium Helicobacter pylori, vermehrten Alkoholkonsum, Zigarettenrauch, ungesunde Ernährungsgewohnheiten und Magenschleimhautentzündungen. Die Prognose dieser Krebsart ist eher ungünstig, weswegen länger andauernde Magenbeschwerden immer unbedingt auf den Verdacht von Krebs abgeklärt werden sollten. Um einen Magenkrebs auszuschließen, führt der Arzt eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durch, bei der er eventuell zusätzlich eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen kann, um das Gewebe in der Pathologie auf Entartungen, die auf Krebs hinweisen, untersuchen lassen zu können.
--> Weiter zum Thema Therapie der Magenkrämpfe
weitere Informationen zu diesem Thema
Weitere interessante Informationen aus dem Gebiet der Magenschmerzen
Eine Überischt aller bereits veröffentlichten Themen aus dem Bereich der inneren Medizin finden Sie unter Innere Medizin A-Z
![]() |
Selbsttest Immunsystem
Wie gut ist Ihr Immunsystem? Hier gehts direkt zum Selbsttest Immunsystem |
![]() |
Quiz Innere Medizin
Testen Sie Ihre Kenntnis rund um das Thema der Inneren Medizin. Hier gehts direkt zum Quiz Innere Medizin |
Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!
Ihre Meinung ist uns wichtig!






