Magenschmerzen

Synonyme

Magenschmerz, Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen, Gastritis

Englisch: stomachache

Einleitung Magenschmerzen

Magenschmerzen sind ein Symptom und können verschiedene Ursachen haben.
Man bezeichnet Schmerzen im linken bis mittleren Oberbauch als Magenschmerzen, sie müssen ihre Ursache aber nicht unbedingt im Magen haben. Meistens sind Magenschmerzen nur vorübergehend und harmlos sollten aber bei längerem oder häufigerem Auftreten kontrolliert werden. Auch können sich verschiedene Krankheiten durch Magenschmerzen äußern.
Schmerzen die ursächlich dem Magen zuzuordnen sind können sich auch auf andere Weise zum Beispiel als Schmerzen hinter dem Brustbein äußern, die dann als Herzschmerzen fehlgedeutet werden. Zur Ursachenaufklärung ist es wichtig die Häufigkeit der Magenschmerzen zu beobachten und einen evt. bestehenden zeitlichen Zusammenhang mit der Ernährung (postprandiale Schmerzen) festzustellen.
Lesen Sie hierzu auch Magenschmerzen nach dem Essen.


Diagnose

Diagnose der Magenschmerzen

Bei häufiger auftretenden Magenschmerzen mit langwierigem Verlauf empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen.

Zur Diagnose sind Angaben über die Häufigkeit der Magenschmerzen sowie das zeitliche Auftreten abhängig von der Nahrungsaufnahme wichtig.

Wichtige Hinweise kann eine Laboruntersuchung des Blutes bei Verdacht auf eine Magen- Darm- Blutung geben. Der Hämatokrit und der Hämoglobinwert sind dann erniedrigt. Es liegt eine normozytäre normochrome Blutarmut vor.

Auch die Untersuchung des Stuhls gibt Aufschluss über eine Blutung im Magen-Darm-Trakt (Hämokkult-Test)

Zur Diagnosefindung so wie auch zur Sicherung eines harmlosen Befundes findet in den meisten Fällen eine Magenspiegelung statt. Der Patient erhält ein Schlafmittel sodass er von der Untersuchung nichts spürt. Der Untersucher führt ein sogenanntes Endoskop (ein langer Schlauch mit einer Kamera) in die Speiseröhre des Patienten ein und kann so Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm begutachten. Häufig werden dabei kleine Gewebeproben entnommen die speziell untersucht werden.

Therapie Magenschmerzen

Wärme als therapeutische Maßnahme bei Magenschmerzen

Die häufigsten nämlich die harmlosen Magenschmerzen, die sporadisch auftreten und nach einiger Zeit wieder abklingen lassen sich gut durch Hausmittel wie Kamillentee und Wärme behandeln.

Auch infektiöse Erkrankungen (Rotaviren, Norovirus) werden hauptsächlich symptomatisch behandelt. Im Fokus sollte hier die Wasser- und Elektolytzufuhr stehen, da durch Erbrechen und Durchfall der Körper Wasser und Elektrolyte verliert. Die Besiedelung mit H. pylori allerdings sollte möglichst durch eine antibiotische Therapie in Kombination mit Protonenpumpeninhibitoren behandelt werden.

Bei Geschwüren des Magens und Zwöflfingerdarm sowie bei Gastritis werden  Protonenpumpeninhibitoren verschrieben. Bekannt sind Wirkstoffe wie Pantoprazol oder Omeprazol. Sie hemmen die Säurebildung des Magens und verbessern so den Schutz des Magens durch die Schleimschicht.

Eine wichtige Therapie ist die Karenz – also das Weglassen von schädigenden Faktoren wie Stress, Rauchen und Alkohol. Auch kann es sinnvoll sein, die aktuelle Medikation zu überdenken und vor allem bestimmte Schmerzmittel (NSAR) wenn möglich abzusetzen, wenn sie die Schutzschicht des Magens angreifen.

Zur Neutralisierung der Säure werden häufig auch Antazida verwendet.

Zur Linderung der Magenschmerzen eignet sich auch MCP und Buscopan, die die Motilität des Magen Darm Traktes begünstigen.

Prophylaxe

Häufige Ursache für Magenschmerzen sind die medikamentös verursachten Geschwüre. Zur Prophylaxe werden vor allem Schmerzmittel (Diclofenac u. a.) zusammen mit Protonenpumpeninhibitoren verordnet. Auch bei Patienten die sehr viele Medikamente einnehmen müssen ist es günstig sie mit einem Protonenpumpeninhibitor (Magenschutz) zu kombinieren.

Wichtig zur Prophylaxe von infektiösen Magen-Darm-Beschwerden ist das häufige Händewaschen so wie die häufige Händedesinfekion.

Um eine Lebensmittelvergiftung vorzubeugen ist es wichtig auf Hygiene in der Küche achten sowie Speisen zu kühlen um die Keimausbreitung zu verhindern.

Prognose

Bei der Prognose der Magenschmerzen kommt es natürlich ganz auf die Ursache der Magenschmerzen kann. Früh erkannte Geschwüre können gut behandelt werden. Günstig ist es auch eine Besiedelung mit Helicobacter pylori frühstmöglich zu bekämpfen, da dieser prognostisch ungünstig für die Entstehung eines Lymphoms oder Magenkarzinoms ist.

Zusammenfassung

Es gibt sehr viele verschiedene Ursachen für das Symptom „Magenschmerzen“. Obwohl es meistens harmlose Ursachen sind sollte man die Magenschmerzen beobachten und bei häufigerem Auftreten so wie Verdacht auf Blut im Stuhl oder begleitendem Erbrechen oder Durchfall den Arzt aufsuchen. Geschwüre können sehr gefährlich sein, da sie unbemerkt bluten können uns es so zum Kreislaufschock kommen kann. Auch bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten empfiehlt sich ein Gang zum Arzt, da die Ursache abgeklärt werden muss. Es kommen Allergien so wie Enzymdefekte in Betracht. Ein anderer wichtiger Aspekt den man nicht aus den Augen lassen sollte ist, dass die Magenschmerzen auch atypisch ausstrahlende Schmerzen zum Beispiel als Zeichen eines Herzinfarktes sein können. 

Weiterführende Informationen zu diesem Thema

Weitere Informationen zum Thema Bauchschmerzen:

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.05.2012