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Synonyme
- Maligne Hyperpyrexie
- MH-Krise
Englisch: malignant hyperthermia
Diagnostik
Patienten in Narkose werden umfangreich instrumentell überwacht („monitoring“), Narkoseärzte sind in Bezug auf die maligne Hyperthermie sehr aufmerksam. Als ein frühes Zeichen einer malignen Hyperthermie gilt der steigende Kohlendioxidgehalt in der Ausatemluft, Zeichen einer Übersäuerung können in der Blutgasanalyse festgestellt werden. Im Falle des Verdachts auf das Entstehen einer Maligne-Hyperthermie-Krise ist sofortiges Handeln und Diagnostik unabdingbar.
Um im Vorfeld einer Operation das Vorliegen einer Veranlagung zur malignen Hyperthermie abzuklären, existiert derzeit als einzige spezifische Möglichkeit, im Labor eine entnommene Muskelprobe zu untersuchen. Da dazu allerdings eine kleine Operation (Muskelbiopsie) vonnöten ist, eignet sich dieses Verfahren nicht zur flächendeckenden Testung / Diagnostik.
Therapie
Von größter Bedeutung für die Therapie ist die sofortige Unterbindung der Zufuhr der auslösenden Substanz und ggf. der Wechsel auf ein anderes Narkoseverfahren.
Durch Gabe des Medikamentes Dantrolen kann der Krankheitsmechanismus unterbrochen werden. Eine bereits laufende Operation sollte so schnell wie möglich beendet werden. Die Sauerstoffzufuhr wird erhöht, im Bedarfsfall können die Übersäuerung des Körpers und Herzrhythmusstörungen medikamentös therapiert werden. Durch konsequentes, frühzeitiges therapeutisches Handeln kann die Sterblichkeit in der Maligne-Hyperthermie-Krise auf nahezu null reduziert werden.
Prognose
Die Maligne Hyperthermie ist ein ernstzunehmender, potentiell lebensbedrohlicher Narkosezwischenfall. Durch klinische Erfahrung im Umgang mit MH-Patienten, den Möglichkeiten, bei Verdacht auf die Veranlagung zur malignen Hyperthermie eine Auslöser-freie Narkose durchzuführen, entschlossenes therapeutisches Handeln und der Verbesserung von Monitoring und intensivmedizinischen Versorgungsmöglichkeiten ist es jedoch gelungen, die unbehandelt hohe Sterblichkeitsrate drastisch zu reduzieren.
Sollte sich bei Patienten im Rahmen vorangegangener Operationen der Verdacht auf das Vorliegen einer malignen Hyperthermie ergeben haben, ist dies gut zu dokumentieren und der Patient darüber aufzuklären, damit dieser seinerseits bei der Planung zukünftiger Operationen den Narkosearzt davon in Kenntnis setzen kann.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zur malignen Hyperthermie bekommen Sie unter: maligne Hyperthermie
weitere interessante Informationen aus dem Gebiet der Anästhesie:
Eine Übersicht aller veröffentlichten Themen aus dem Bereich der Anästhesie finden Sie unter Anästhesie A-Z
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