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Melanom

Synonyme im weiteren Sinne

Malignes Melanom, Hautkrebs, Dermatologie, Tumor

Englisch: melanoma

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Definition

Das maligne Melanom ist ein hochgradig bösartiger Tumor, der schnell Metastasen in anderen Organen bildet. Wie der Name schon sagt, geht er von den Melanozyten der Haut aus. Fast 50% aller Melanome entwickeln sich aus pigmentierten Muttermalen. Sie könne allerdings auch „spontan“ auf völlig unauffälliger Haut entstehen.

Zusammenfassung

Das maligne Melanom gehört zu den gefährlichsten Krebserkrankungen.

Melanome sind also bösartige, schnell metastasierende Tumoren, die von Melanozyten ausgehen. Melanozyten sind Zellen der Haut, welche das Pigment Melanin gespeichert haben. Melanin verursacht unter anderem die Bräunung der Haut.
Dieser Tumor streut sehr schnell und frühzeitig über den Lymphweg (Lymphe) und das Blut. Diese Tatsache macht ihn so gefährlich. Andere Hauttumoren, wie etwa das Basaliom streuen sehr selten, was sie im Vergleich relativ ungefährlich bleiben lässt.

Ja nach Typ des Melanoms unterscheidet sich auch das biologische Verhalten der Tumoren. Einige metastasieren häufiger, als andere.
Der Verlauf jedoch ist bei ellen Melanomen gleich. Sie entwickeln sich aus einem einzigen Zellklon, der die Veranlagung hat zu entarten, aus dem der Primärtumor entsteht.
Dieser wächst zunächst innerhalb der Epidermis (Oberhaut), das so genannte Melanoma in situ, und später, wenn er die Basalmembran der Haut durchbrochen hat, als invasives Melanom. Dieses Wachstum nennt man vertikales Wachstum. Je oberflächlicher das Melanom in die Haut eingewachsen ist, desto größer ist die Heilungschance.

Menschen mit sonnenempfindlciher Haut sind stärker gefährdet als andere. Rotblondes Haar und ein entsprechend heller Hautton bringen ein fast fünffach höheres Risiko mit sich als schwarzes Haar mit dunklerem Hautton.


Epidemiologie / Vorkommen

Das Melanom ist der Tumor mit der weltweit höchsten Steigerung des Auftretens.
In Deutschland steigt die sog. Inzidenz um 8% jedes Jahr. Inzidenzraten (Melanom / 100000 Einwohner / Jahr) sind in Schwarzafrika mit 0,1 am niedrigsten. In Australien liegt die Inzidenzrate mit 60 am höchsten.
In Deutschland liegt die Inzidenz bei etwa 12 / 100000 Einwohner / Jahr.
Aufgrund verbesserter Früherkennung konnte die Sterblichkeit auf 20% aller Fälle gesenkt werden. Meist werden die Melanome zwischen dem 30. und 70. Lebensjahr entdeckt.

Ursachen für eine Melanom

Es gibt verschiedene Risikofaktoren der Melanomentstehung. Ein malignes (bösartiges) Melanom kann sich aus einem seit Jahren bestehenden Leberfleck / Muttermal (Nävuszellnävus) entwickeln.
Ebenso kann es aus komplett unauffälliger Haut entstehen. Beispielsweise spielen genetische Faktoren eine Rolle.
Erhöhte Gefahr der Melanomentstehung zeigt sich bei FANN- Reparaturschäden (siehe unten), oder familiärer Häufung von Melanomen. Auch erworbene Faktoren, wie schwere Sonnenbrände, können die Entstehung fördern.

Schätzungsweise liegt etwa folgende Ursachenverteilung vor:

Formen und Symptome

Bei den Melanomen unterscheidet man vier klassische Wuchsformen und Sonderformen. Alle Melanome folgen in ihrer Unregelmäßigkeit der ABCD- Regel. Nach dieser Regel werden die Kontur (Asymmetrie), Begrenzung, Farbe (Colorierung), und Größe (Durchmesser, > 5mm) beurteilt. Als Symptome können Juckreiz und spontanes Bluten auftreten.

 

Die vier klassischen Wuchsformen werden im Folgenden beschrieben.

  1. Superfiziell spreitendes malignes Melanom (SSM)
  2. Primär noduläres malignes Melanom (NMM)
  3. Lentigo- Maligna- Melanom (LMM)
  4. Akrolentiginöses malignes Melanom (ALM)

Superfiziell spreitendes malignes Melanom (SSM)

 (superfiziell = oberflächlich, maligne = bösartig)

Wie oben beschrieben folgen die Melanome in ihrer Anfangsphase einem horizontalen Wachstum (Wachstum in die Breite) innerhalb der Epidermis (Oberhaut). Diese Wuchsphase dauert etwa 5 bis 7 Jahre, also relativ lange, weswegen auch die Früherkennungsrate stetig steigt.
Es werden immer mehr Frühformen, das so genannte „Melanoma in situ“, mit relativ guter Prognose entdeckt. Das „Melanoma in situ“ stellt ein vermehrtes Wachstum von Melanozyten innerhalb der Epidermis dar.
Dieses Wachstum geht mit dem Entstehen von atypischen Zellen einher. Die Morphe (das Aussehen) des superfiziell spreitendes malignes Melanom (SSM) ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von hellbraun bis bräunlich- schwarz und ist zunächst ein flacher Herd, der im weiteren Verlauf Knötchen oder Knoten aufweist.
In den helleren Arealen des Tumors liegt eine Immunreaktion vor.

Die relative Häufigkeit dieses Krankheitsbildes beträgt 65%, wobei Gebiete der Haut, die oft der Sonne ausgesetzt sind (z. Bsp. Gesicht), besonders betroffen sind.
Das mittlere Erkrankungsalter beträgt etwa 50 Jahre.

Primär noduläres malignes Melanom (NMM)

(nodulär = knotig, maligne = bösartig)

Diese Melanomform scheint aggressiver zu sein, denn hier beginnt sofort die vertikale Wachstumsphase in die Tiefe. Das primär noduläres malignes Melanom (NMM) besteht aus einem schnell – innerhalb von Monaten - wachsenden Knoten, der meist dunkelbraun - schwarz, oft auch scheckig gemustert, ist.
Die Melanomzellen bilden diesen Knoten in der Dermis (Lederhaut). In der Epidermis (Oberhaut) sind kaum Tumoranteile zu finden.

Die relative Häufigkeit dieses Krankheitsbildes beträgt 15%. Auch hier, wie beim superfiziell spreitendes malignes Melanom (SSM), sind sonnenexponierte Areale der Haut besonders betroffen. Auch das mittlere Erkrankungsalter liegt mit 55 Jahren nahe an dem des superfiziell spreitendes malignes Melanom (SSM).

Lentigo- Maligna- Melanom (LMM)

Unter einer Lentigo maligna versteht man eine Vermehrung von atypischen Melanozyten innerhalb der Epidermis (Oberhaut). Diese Zellen haben eine Tendenz in ein Lentigo- Maligna- Melanom (LMM) überzugehen.
Eine Lentigo maligna kann jahrelang – sogar über Jahrzehnte - als Präkanzerose horizontal wachsen.
Der Übergang in die vertikale Wachstumsphase (Tiefenwachstum) und somit zum Lentigo - maligna - Melanom ist durch die Bildung von kleinen Knötchen gekennzeichnet. In diesem Gebiet dehnen sich die Tumorzellen vertikal in beide Richtungen aus.
Die Prognose ist wegen des langen horizontalen Wachstums relativ gut.

Die relative Häufigkeit dieses Krankheitsbildes beträgt 10%, wobei besonders das Gesicht und der Handrücken betroffen sind.
Das mittlere Erkrankungsalter liegt mit 68 Jahren deutlich höher, als bei  Superfiziell spreitendes malignes Melanom (SSM) und  Primär noduläres malignes Melanom (NMM).

Akrolentiginöses malignes Melanom (ALM)

(Akren = Hände, Füße, Nase Ohren; maligne = bösartig; Lentigines = Flecken, ähnlich Sommersprossen, aber größer und dunkler)

Bei diesem eher seltenen Melanom tritt zunächst das horizontale Wachstum in den Vordergrund, später umschrieben vertikales Wachstum mit Ausbildung schwärzlicher Knoten. Diese Erkrankung ähnelt vom Aussehen und Wachstum her dem Lentigo- Maligna- Melanom (LMM).
Bei dunkelhäutigen Völkern ist das Akrolentiginöses malignes Melanom (ALM) der häufigste Melanomtyp. Weil ihre Lokalisation nicht immer gut zugänglich ist, werden die ALM oft erst spät diagnostiziert und haben somit auch eine entsprechend ungünstige Prognose.

Die relative Häufigkeit dieses Krankheitsbildes beträgt 5%. Betroffen sind vor allem die Akren = Körperenden (Hand, Fuß, Nase, Ohr…) und die Nagelbetten.
Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren.

Therapie Melanom

Weitere Information zur Diagnose, Therapie und Prognose des Melanoms finden Sie unter: Therapie Melanom