Menstruationsstörungen

Synonyme

Menstruationsbeschwerden, Zyklusströrung, Blutungsanomalie, Menstruationsschmerzen

Englisch: menstruation disorder

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Definition

Unter den Menstruationsstörungen versteht man eine Störung im Menstruationszyklus.

Der Menstruationszyklus wiederholt sich ca. alle 28 Tage zwischen zwei Regelblutungen und beginnt mit der ersten Regelblutung und endet mit der nächsten Blutung. In dieser Phase ist die Frau Geschlechtsreif und diese Geschlechtsreife liegt in der Zeit zwischen der Menarche (erste Menstruation; Regelblutung; Periode) im Alter von 10. bis 16. Lebensalter und der Menopause (Phase nach der letzten Menstruation) ab dem 40. bis 55. Lebensalter.
Gründe für Menstruationsstörungen kann in der Blutungsdauer, -stärke und –häufigkeit liegen.


Ursachen

Ursache für Menstruationsstörungen kann hormonell oder genetisch sein. Ebenso können Defekte der Geschlechtsorgane (BSP.: Insuffizienz der Ovarien, Polypen / Myome [Gebärmuttergeschwulst]), Defekte der inneren Organe (Leber, Niere, Schilddrüse)oder Diabetes zu Menstruationsstörungen führen.

Während des Menstruationszyklus wird die Gebärmutterschleimhaut für das Einnisten eines befruchteten Eisvorbereitet und verändert. Diese Veränderung wird hormonell vom Hypothalamus gesteuert. Der Hypothalamus schüttet das Hormon Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus, dass die Produktion der Hormone luteinisierende Hormon (LH) und follikelstimulierende Hormon (FSH) in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) stimuliert. LH und FSH stimulieren daraufhin die Produktion der Sexualhormone Androgen und Östrogen in den Ovarien (Eierstöcke). Diese Sexualhormone ihrerseits regulieren wiederum die Menstruationsblutung bzw. die Menstruationszyklen. Kommt es bei dieser hormonellen Steuerung zu Störungen, wäre eine Menstruationsstörung die Folge.

Psychische Ursachen, wie Stress oder Probleme in der Partnerschaft/im Familienleben können ebenso zu hormonellen Störungen und somit zur Menstruationsstörungen führen. Neben Schilddrüsenkrankheiten, Adipositas (Übergewicht), Anorexia nervosa (Magersucht) und Verhüttungsmitteln, die zu Menstruationsstörungen führen können, können Polypen (Geschwulst) und Tumore im Bereich der Geschlechtsorgane ebenso Ursachen sein.

Ursachen der primären Amenorrhoe können hormonelle Störungen, Störungen der Ovarien-Funktion, Chromosomenstörungen oder Atresien (angeborenen Verschluss einer Körperöffnung) der Gebärmutter (Uterus) oder der Vagina sein.

Bei der sekundären Amenorrhoe können Schwangerschaft und Stillzeit eine physiologische Ursache sein. Pathologische Ursachen, die zu einer Menstruationsstörungen führen können, sind Ovarialtumore, psychische Probleme, Magersucht und hormonelle Störungen.

Weitere Symptome/ Ursache

Symptome der menstruationsstörungen

Das pmenstruelle Syndrom (PMS) ist das zyklusabhängige Symptom. Hierbei leiden die Frauen Tage bis Wochen vor der Menstruationsblutung zum Beispiel unter depressiver Verstimmung, Migräne, Spannungsgefühl in den Brüsten und Reizbarkeit. Diese Beschwerden nehmen mit dem Eintreten der Regelblutung wieder zurück bzw. lindern sich. Aber nicht alle Frauen leiden an PMS.

Weitere Beschwerden können noch schmerzhafte Menstruationsblutungen (Dysmenorrhoe), Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall (Diarrhoe) und Verstopfung (Obstipation).

Diagnose

Um Menstruationsstörungen diagnostizieren zu können, verwendet der Arzt als erste Untersuchungsmethode die Anamnese (Patientenbefragung).

Hier kann der Arzt durch Befragung des Patienten feststellen, wie genau die Regelblutung bei der Patientin verlaufen ist. Es interessiert den Arzt, wann die erste Regelblutung stattfand, wie langeder Zyklus und die Blutung ca. dauerten. Außerdem fragt der Arzt, ob  bekannte Erberkrankungen bzw. Vorerkrankungen existieren. Anschließend folgt die körperliche Untersuchung. Gynäkologische Untersuchungen, Ultraschall (Sonographie) und Labor (Hormonbestimmung im Blut; Androgen/LH/Schilddrüsenhormone) zur Abklärung werden angewendet. In welchem Umfang diese Untersuchungen stattfinden bzw. in welche Richtung die Untersuchungen durchgeführt werden, hängt meist von den Symptomen ab, die eine Patientin angibt. Es wäre gut, wenn die Patientin eine Art Tagebuch für eine bestimmte Zeit führt, die die Zyklusdauer, Blutungsdauer, Blutungsstärke und evtl. Zwischenblutungen datiert, um genau herauszufinden, welcher Menstruationsstörungvorhanden ist. Können die Menstruationsstörungen nicht genau benannt werden, so kann operativ (Gebärmutterspiegelung Hysteroskopie, Ausschabung Curettage) diagnostiziert werden. 

Therapie

medikamentöse Therapie der Menstruationsstörungen

Welche Therapie der Menstruationsstörung angewendet wird, richtet sich nach den Symptomen, Ursachen und den Diagnosen ab. Je nach Ursache und Stärke der Menstruationsstörung, ist es möglich, dass der Zyklus sich wieder von alleine einpendelt.

Liegt die Ursache im Bereich der Hormonproduktion, so können durch Gabe dieser fehlenden Hormone therapiert werden. Ist ein Organschaden für das Fehlen von Hormonen die Ursache, so kann versucht werden, operativ diese Organschädigung zu therapieren und somit die Hormonproduktion wieder in Gang zu bringen. Ist Stress oder psychische Probleme die Ursache, kann Linderung des Stresses durch Entspannungsübungen, Urlaub oder Psychotherapie helfen.

Ist das Verhütungsmittel die Ursache der Menstruationsstörung, so muss evtl. ein anderes Präparat mit anderen Wirkstoffen genommen oder auf diese Art der Verhütung verzichtet werden.

Die Therapie der Amenorrhoe liegt im Wesentlichen bei der Hormongabe. Hier wird durch Medikamentengabe die Blutung hervorgerufen.

Bei der Oligomenorrhoe und Polymenorrhoe, wo der Zyklus zwar verkürzt bzw. verlängert, aber eine Menstruationsblutung vorhanden ist, wird hier meistens keine Therapie angewendet. Eine Hormontherapie wird induziert, falls bei der Patientin noch der Wunsch nach eigenen Kindern besteht.

Obwohl die Regelblutung bei der Hypomenorrhoe zu schwach ist, wird meist nicht therapiert, sofern kein Kinderwunsch besteht. Sonst muss man auch hier mit Hormonen therapiert werden.

Die anderen Menstruationsstörungen (Hypermenorrhoe, Metrorrhagie,  Menorrhagie) müssen therapiert werden. Die Therapie der Menstruationsstörung zielt meist auf die Behandlung der Ursachen. Ursachen,wie Myome (Gebärmuttergeschwulst) können zum Beispiel chirurgisch entfernt werden. Ebenso kann eine Ausschabung oder Hormontherapie eine weitere Therapieform sein. Bei sehr schweren Menstruationsstörungen muss evtl. auch an eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) gedacht werden.

Auch die Therapie der Dysmenorrhoe zielt auf die Ursachen. Angewendet werden hier Präparate, die gezielt die Schmerzen bzw. die schmerzauslösende Krämpfe behandelt.

Prphylaxe (Vorbeugung)

Da ein physiologischer Verlauf des Menstruationszyklus überwiegend von Hormonen abhängig ist und eine Störung des Hormonhaushalts zu  Menstruationsstörungen führen kann, sollten Faktoren, welches den Hormonhaushalt stört, vorgebeugt werden. Dazu zählen, Stress, ungesunde Ernährung, Rauchen, unzureichende körperliche Bewegung, unzureichendenund unregelmäßigen Schlaf.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.05.2012