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Durchführung einer Periduralanästhesie
Synonyme
- Epiduralanästhesie
- PDA
- EDA
- Regionalanästhesie
Englisch: Patient controlled epidural analgesia
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Wie wird eine Periduralanästhesie durchgeführt?
Die Periduralanästhesie wird in der Regel zeitnah vor der Operation durchgeführt. Dies geschieht in unmittelbaren Zusammenhang mit weiteren Operationsvorbereitungen durch das Anästhesie-Team, wie z.B. das Anlegen des EKG und die Überwachung des Sauerstoffgehalts im Blut.
Zur erleichterten Punktion wird der Patient gebeten, in sitzender Position den Rücken möglichst weit zu krümmen; man spricht häufig von „Katzenbuckel“. Alternativ kann die Anlage der Periduralanästhesie auch in Seitenlage erfolgen. Die anschließende Verwendung des Sprüh-Desinfektionsmittels am Rücken wird häufig als kalt, jedoch nicht als unangenehm empfunden. Um die richtige Einstichstelle aufzufinden ertastet der Arzt anatomische Strukturen am Rücken, vor allem die Wirbelkörber der Wirbelsäule. Um das Einbringen der Punktionsnadel so schmerzfrei wie möglich zu gestalten, wird das entsprechende Hautareal mittels einer Lokalanästhesie betäubt. Der Arzt schiebt alsdann die Punktionsnadel bis zum sog. Periduralraum vor. Hierhin wird das Medikament, das sog. Lokalanästhetikum (Betäubungsmittel), welches die Schmerzfreiheit bewirkt, gespritzt. Zusätzlich wird im selben Schritt ein starkes Schmerzmittel (Opioid) gespritzt.
Nach dem Entfernen der Nadel wäre nun prinzipiell eine Schmerzfreiheit für kurze operative Eingriffe gewährleistet. Man spricht vom sog. „Single-Shot“. In der Regel empfiehlt es sich jedoch, das Ende eines dünnen Plastikschläuchens (-katheters) in den Periduralraum einzubringen. Über diesen Katheter können mittels einer Pumpe kontinuierlich Lokalanästhetika und Opioide zugeführt werden. Der Vorteil gegenüber dem Singelshot liegt darin, dass durch die kontinuierliche Gabe eine dauerhafte Schmerzfreiheit auch in den Tagen nach der Operation gewährleistet ist.
Die gesamte Anlage der Periduralanästhesie (PDA) dauert meist nicht länger als zehn Minuten. Sie wird in der Regel nicht als besonders schmerzhaft empfunden.
Der Wirkungseintritt der Schmerzausschaltung beginnt bereits nach einigen Minuten.
Hinweis: Periduralanästhesie
Das Schmerzempfinden und das Empfinden für Temperatur fallen stets zeitgleich aus. So bittet der Arzt den Patienten mehrmals darum anzugeben, ob er den Reiz einer kalten Sprühflasche noch wahrnimmt und kann so sicherstellen, dass das Schmerzempfinden ausgeschaltet ist, ohne einen Schmerzreiz setzen zu müssen. Das erste Anzeichen für den Wirkeintritt der Periduralanästheise ist das Warmwerden der Beine für den Patienten.
Nach weiterem Fortschreiten der Medikamentenwirkung kommt es zum Verlust des Berührungs- und Druckempfindens und dann schließlich zum Ausfall der Muskulatur – im Falle einer PDA zur Operation am Knie würde dies bedeuten, dass die Beine aktiv nicht mehr beweglich sind.
Während bei einer Vollnarkose der Patient von einer Maschine beatmet wird und nicht bei Bewusstsein ist, sind diese beiden Funktionen bei einer Periduralanästhesie nicht beeinträchtigt. Die Kombination von PDA und Vollnarkose ist jedoch gängige Praxis (sog. „kombinierte Anästhesie“) und wird nicht zuletzt vom Patienten selbst meist favorisiert, da er die Geschehnisse während der Operation nicht bewusst miterleben will. Der Vorteil der kombinierten Anästhesie liegt auch darin, dass das kreislaufbelastende Narkosemittel eingespart werden kann. Dies ist vor allem für Patienten mit schweren Vorerkrankungen im Bereich der Lunge oder des Herzens von Bedeutung (z.B. Koronare Herzerkrankung, Herzschwäche, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörung, COPD, Asthma).
Was geschieht nach der Anlage einer Periduralanästhesie?
In den Tagen nach der Operation wird die PDA-Anlage täglich durch Mitarbeiter der Anästhesie kontrolliert. Die mit einem Pflaster verdeckte Eintrittsstelle des Katheters wird auf Infektionszeichen hin beobachtet und eventuell die Pumpe neu mit Medikamenten befüllt.
Info: Einstellung des Periduralkatheters
Ziel der täglichen Kontrolle ist es in Rücksprache mit dem Patienten das Schmerzmittel so hoch zu dosieren, dass eine Schmerzfreiheit gegeben ist, jedoch so niedrig zu dosieren, das nicht die Muskelarbeit (also die aktive Beweglichkeit) eingeschränkt ist. Dies ist im Falle einer Operation im Bereich der Beine von besonderer Bedeutung, um eine Frühmobilisation gewährleisten zu können.
Dieser Zusammenhang erklärt, wann das Gefühl in die entsprechende Körperregion zurückkehrt: Angestrebt wird gleich nach der Operation ein Zustand, in dem der Patient Druckempfindungen beim Berühren der Körperregion wahrnimmt, Schmerzen jedoch nicht. Technisch und pharmakologisch ist dieser Zustand in der Regel innerhalb einer Stunde zu erreichen – es sollte jedoch nicht verschwiegen werden, dass es sich in der Praxis oft schwierig gestaltet, diesen schmalen Grad zwischen Berührungsempfinden und Schmerzfreiheit zu erreichen.
Der große Nutzen aller Regionalanästhesie-Verfahren (Periduralanästhesie, Spinalanästhesie) sind neben der optimalen Schmerztherapie, die Vorteile, die aus der Frühmobilisation resultieren: Kürzere Krankenhausaufenthaltsdauer, geringeres Risiko für die Entstehung von Blutgerinseln (Thrombose, Lungenembolie) und Liegen-Druck-Geschwüren (Dekubitus) und höherer Patientenkomfort.
Die Pumpen erlauben es dem Patienten ganz nach eigenem Bedarf, sich zur kontinuierlich laufenden Medikamentengabe (sog. Basalrate) zusätzlich Schmerzmittel über den Katheter zu applizieren (sog. Bolusgabe). Die Menge der Bolusgabe und die Zeit, die mindestens zwischen zwei Bolusgaben liegen muß, werden vom Arzt am Gerät zuvor eingestellt – so wird eine versehentliche Überdosierung durch den Patienten vermieden.
Diese Form der Schmerztherapie kann auch dann zur Anwendung kommen, wenn sie nicht im Zusammenhang mit einer Operation steht. Hierbei wird der Katheter ebenfalls über oben beschriebenes Verfahren gelegt, und kann bis zu mehreren Monaten belassen werden. Einsatzgebiete sind z.B. die Hemmung von Wehenschmerzen oder die Behandlung von Schmerzen bei Herzenge (Angina pectoris).
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