Komplikationen bei einer Periduralanästhesie

Synonyme

  • Epiduralanästhesie
  • PDA
  • EDA
  • Regionalanästhesie

Englisch: Patient controlled epidural analgesia

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Nebenwirkungen, Risiken und Komplikationen einer Periduralanästhesie

Die Anlage einer Periduralanästhesie gilt als sehr sicheres Verfahren in der Medizin. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Katheter nicht an der richtigen Stelle zu liegen kommt und hieraus Schmerzen resultieren (sog. Versagerquote), liegt bei ungefähr 1%. Zu den Nebenwirkungen und Komplikationen zählen weiterhin:

  • Blutdruckabfall. Ein eher behutsames, langsames Aufstehen (zunächst Sitzen an der Bettkante) ist in den Tagen nach der Operation anzuraten
  • Infektion der Kathetereinstichstelle
  • Kopfschmerzen. Diese entstehen, wenn bei der Anlage der PDA die harte Gehirnhaut verletzt wurde und somit Gehirnwasser austreten konnte (sog. Postpunktioneller Kopfschmerz)

Folgende Komplikationen seien der Vollständigkeit halber erwähnt, kommen jedoch extrem selten vor:

  • Wie eingangs erläutert, entfaltet das Medikament seine Wirkung im Periduralraum. Spritzt der Anästhesist das Medikament versehentlich in den gleich dahinter liegenden Spinalraum, so kann dies zur Verlangsamung des Herzschlages, Blutdruckabfällen und Lähmung der Atmung führen. Diese Kompliktionen sind jedoch durch den erfahrenen Anästhesisten gut zu therapieren.
  • Direkte Schädigung des Rückenmarks beim Einführen der Punktionsnadel
  • Allergische Reaktionen auf eines der verwendeten Medikamente
  • Durchstechen einer größeren Vene im Periduralraum. Das hierbei aus der Vene austretende Blut kann auf das Rückenmark drücken und – wenn dieser Vorgang unbemerkt bleibt – zu dauerhafter Schädigung führen. Das Risiko dieser Komplikation lässt sich erheblich minimieren, indem zuvor das Blut auf eine intakte Gerinnung hin kontrolliert wird (=> Siehe nächster Absatz!)

Das Blut muß daraufhin untersucht werden, ob die Gerinnung intakt ist. Mit dem Anästhesisten ist in einem Vorgespräch zu klären, ab wann Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, nicht mehr eingenommen werden dürfen. Dies bezieht sich vor allem auf ASS, Heparin und Marcumar. Zur groben Orientierung können folgende Richtwerte zum Absetzen der Medikation dienen:

  • 4 Std. nach normalem (unfraktioniertem) Heparin
  • 12 Std. nach niedermolekularem Heparin
  • 1 Tag nach Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR): Ibuprofen, Diclofenac, u.a.
  • 3 Tage nach Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®) bei Einzeldosen von mehr als 100mg pro Tag
  • 10 Tage nach Einnahme von Clopidogrel (z.B. Plavix®)
  • Marcumar oder Warfarin müssen zeitgerecht zuvor auf Heparin umgestellt werden

Diese Angaben gelten natürlich nicht nur für eine vom Arzt verordnete Dauermedikation: Vorsicht ist auch bei der eigenverantwortlichen Einnahme von Schmerzmitteln in den Tagen vor der Operation geboten.


Weiterführende Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012