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Pneumothorax
Definition Pneumothorax
Unter einem Lungenkollaps / Pneumothorax (pneu = Luft, Thorax = Brustkorb) versteht man ein Eindringen von Luft in den Lungenfellraum (Pleuraraum), welches zum Kollaps des Lungengewebes führt.
Ursachen hierfür kann ein Rippenbruch, aber das Platzen von aufgetriebenem Lungengewebe (Lungenemphysem) sein.
Einteilung / Formen
Das Lungenfell (Pleura) besteht aus zwei Blättern oder Schichten.
Der Pleuraraum oder –spalt liegt zwischen den beiden Blättern der Pleura. Der normalerweise im Pleuraspalt herrschende Unterdruck wird bei einem Pneumothorax aufgehoben und die Lunge zieht sich aufgrund ihrer Eigenelastizität zusammen.
Man kann sich das so vorstellen, das zwischen zwei Blatten Wasser gegeben wird. Die Glasplatten sind nun gut gegeneinander beweglich, lassen sich jedoch nicht voneinander trennen.
Wenn, abgesehen von dem Pneumothorax (Lungenkollaps), keine radiologoisch (am Röntgenbild) zu erkennende Grunderkrankung der Lunge vorliegt, spricht man von einem primären Pneumothorax.
Falls jedoch im Röntgenbild eine Vorerkrankung der Lunge zu erkennen ist, handelt es sich um einen sekundären Pneumothorax.
Eine Sonderform stellt der Spannungspneumothorax dar. Beim Spannungspneumothorax dringt Luft von außen in den Pleuraspalt ein (z. Bsp. durch Messerstich, Rippenbruch). Bei jedem Einatmen sammelt sich mehr Luft an, die das weiche und elastische Lungengewebe verdrängt und komprimiert. Durch den Ventilmechanismus kann beim Ausatmen die Luft nicht wieder entweichen. Das Herz wird zur gegenüberliegenden Seite verdrängt.
Die Einteilung kann auch in inneren und äußeren Pneumothorax vorgenommen werden.
Ein innerer Pneumothorax entsteht innerhalb der Lunge (z. Bsp. durch das Platzen von Lungenbläschen bei einem Lungenemphysem), wobei ein äußerer Pneumothorax z. Bsp. durch einen Messerstich oder einen Rippenbruch, der die Lunge durchbohrt, entsteht. Häufig ist der Pneumothorax von serösem (Seropneumothorax), eitrigem (Pyopneumothorax) oder blutigem (hömopnemothorax) Erguss begleitet.
In knapp 1-2 % der Fälle liegt ein beidseitiger (bilateraler) Pneumothorax vor.
Pneumothorax
- kollabierter Lungenflügel
- Luftröhre (Trachea)
- Luftröhrengabelung (Carina)
- linker Lungenflügel mit voller Entfaltung
Ursachen
Die Ursache eines primären Pneumothorax liegt meist in der Ruptur (Riss) von Lungenbläschen (Vorkommen besonders bei einem Lungenemphysem).
Lungenentzündungen (Pneumonie) und Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) können unter anderem einen sekundären Pneumothorax verursachen.
Ebenso kann dieses Krankheitsbild durch unsachgemäße Pleurapunktion (z.B. im Rahmen einer Liquordiagnostik) oder Akupunkturbehandlungen im Bereich der Lungenflügel hervorgerufen werden.
Der innere Pneumothorax / Lungenkollaps entsteht unter anderem durch das Platzen von Lungenbläschen (z. Bsp. durch den Mangel eines Proteins), der äußere Pneumothorax entsteht z. Bsp. durch einen Rippenbruch, wenn das Lungengewebe durchbohrt wird.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Rippenbruch
Symptome / Beschwerden
Zu den Symptomen zählen:
- Luftnot
- Brustschmerzen und
- schnelle Atmung (Tachypnoe).
Bei einem Spannungspneumothorax kommt es zur Kompression (Zusammendrücken) der Lungen und zur Verschiebung des mittleren Teil der Brusthöhle, in der sich das Herz befindet (Mediastinum / Mediastinalverschiebung), zur gegenüberliegenden gesunden Seite. Durch die Lungenkompression kommt es auch hier zu Atemnot (Dyspnoe). Ein weiteres Symptom des Spannungspneumothorax ist der Schock. Es sei an dieser Stelle bemerkt, dass es sich hierbei um einen Notfall handelt.
Diagnose
Bei der körperlichen Untersuchung stellt man über dem betroffenen Areal einen dunkleren (so genannten hypersonoren) Klopfschall und ein fehlendes oder gar abgeschwächtes Atemgeräusch fest.
Im Röntgenbild kann der Pneumothorax einen sehr eindrücklichen Befund darstellen.
Am Besten ist der Befund nach dem Ausatmen zu sehen (Exspirationsaufnahme). Der kollabierte Lungenflügel stellt sich durch eine Transparenzverminderung (geringere Schwärze) im Vergleich zur gesunden Seite dar.
Röntgenbild Pneumothorax
- linker Lungenflügel (unauffällig)
- Herz
- kollabierter rechter Lungenflügel
- Luft im zwischen dem Lungenfell
Der nun mit Luft gefüllte Pleuraspalt ist dunkel / schwarz. Eine Gefäßzeichnung (weiße Linien) ist nicht sichtbar. Bei einem Spannungspneumothorax lässt sich hier auch die Mediastinalverschiebung erkennen:
Der Herzschatten ist verschoben. Im CT (Computertomographie) zeigt sich ein ähnliches Bild: Die betroffene Seite ist dunkler (schwarz), als die gesunde, auf welcher das intakte Lungengewebe als weißliche Zeichnungen zu erkennen ist. Luft erscheint sowohl im Röntgen, als auch im CT (Computertomographie) als einheitlich schwarz.
Therapie
Einen kleinen Pneumothorax kann man zunächst beobachten und die spontane Rückbildung eventuell durch nasale Sauerstoffgabe beschleunigen.
Ein symptomatischer Pneumothorax, dass heißt ein Pneumothorax die der betroffenen Person gesundheitliche Probleme bereitet, kann mit einer Absaugung der Luft durch einen Schlauch behandelt werden. Diese Methode wird als sogenannte Thoraxdrainage mit Sog angelegt.
Sollte es zu keiner vollständigen Rückbildung oder zu wiederholten Erkrankungen kommen, kann ein Teil des Lungengewebes in Ausnahmefällen entfernt werden (Pleurektomie).
Prophylaxe
Eine eigentliche Prophylaxe für das Krankheitsbild des Pneumothorax gibt es nicht. Es kann nur versucht werden die zu Grunde liegenden Krankheiten der Lunge zu verhindern.
Prognose
Bei einem spontanen Pneumothorax, z.B. bei Lungenemphysem, der durch Thoraxdrainage therapiert wurde, beträgt die Rate der Wiedererkrankung (Rezidivrate) 20 - 50%
Nach medikamentöser oder chirurgischer Therapie beträgt die Rezidivrate 0 - 10%. Lebensbedrohlich wird allerdings der Spannungspneumothorax, welcher einen Notfall darstellt.
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Internistische Erkrankungen der Lunge
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- Anatomie Lunge
- Asthma
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- Brustbein
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- Pneumothorax
- Rippen
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