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Inhalt:
Polyzystisches Ovarialsyndrom und Kinderwunsch
Hinweis
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Therapie bei Kinderwunsch
Die Therapie des Polycystischen Ovarialsyndroms richtet sich in erster Linie danach, ob die Patientin einen Kinderwunsch hat oder nicht.
Unbehandelt kann eine Schwangerschaft schwierig, bzw. unmöglich sein. Besteht kein Kinderwunsch, kann die Androgenproduktion in den Eierstöcken durch die Gabe von Ovulationshemmern („Pille“) oder Glukokortikoide (Cortison) gehemmt werden.
Häufig kommen in diesem Fall Ovulationshemmer mit dem Wirkstoff Cyproteronacetat zum Einsatz („Diane“). Dabei kommt es zu einer kompensatorischen Hemmung der Androgenrezeptoren und durch Kombination mit Ethinylöstradiol zur Senkung von LH und FSH.
Aldosteronantagonisten, wie Spironolacton, hemmen die Bildung von Androgenen und die Ausbildung der Androgenrezeptoren und führen so zu einer Reduktion der beschriebenen Symptome.
Besteht ein Kinderwunsch, stellt das Vorhandensein des Polycystischen Ovarialsyndroms ein schwerwiegendes Problem dar.
Bei ausgeprägten Symptomen, kann die Gabe von Clomifen, Gonadotropinen (HMG,FSH), Cortison oder vergleichbaren Glukokortikoiden oder eine zeitlich abhängige Gabe des Gonatotropin-Releasing Hormons (GnRH) in Betracht gezogen werden.
Die Gefahr besteht allerdings, dass es hierbei zur sogenannten Überstimmulation der Eierstöcke kommt, was u.a. Mehrlingsschwangerschaften zur Folge haben kann.
Prophylaxe
Da der Entstehungsmechanismus weitgehend ungeklärt ist, sind prophylaktische Maßnahmen bis jetzt unbekannt.
Prognose
Viele Störungen, die die Androgen- und Hormonproduktion betreffen, sind leider chronisch bzw. nicht heilbar.
Die Patienten müssen sich beim Polycystischen Ovarialsyndrom auf eine Langzeittherapie einstellen.
Nach einem Zeitraum von 9-12 Monaten sollte die Therapie entsprechend angepasst werden und eine Erhöhung oder eine Erweiterung der Medikamente erfolgen.
Kosmetische Behandlungen der Begleitsymptome (Rasur, Epilierung, Aknebehandlung) können ebenfalls sinnvoll sein. Bei Einnahme der „Pille“ kann sich ein Aknebefall ebenfalls reduzieren bzw. komplett einstellen.
Zusammenfassung
Unter einem Polycystischen Ovarialsyndrom (Stein-Leventhal-Syndrom), versteht man ein durch ein hormonelles Ungleichgewicht hervorgerufenes Krankheitsbild, das sich meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr bei den Patientinnen bemerkbar macht.
Obwohl die Ursache bis jetzt weitgehend ungeklärt ist, geht man davon aus, dass die Eierstöcke (Ovarien) durch eine hyaline Schicht unsensibler gegenüber dem Hormon FSH gemacht werden, während das zweite Hormon LH aber nach wie vor in normaler Menge ausgeschüttet wird. Durch LH wird die Bildung von männlichen Geschlechtshormonen angeregt, was zu Vermännlichungsmerkmalen, wie z.B. männliches Behaarungsmuster, Vermännlichung des Körperbaus, Klitorisvergrößerung und Brustverkleinerung aber auch Haarausfall führen kann.
Häufig werden die Frauen aber auch durch das Ausbleiben der Regel oder einer verlängerten Regelpause (zwischen 35 und 45 Tagen) auf die Erkrankung aufmerksam.
Unbehandelt kann ein Stein-Leventhal-Syndrom unter Umständen eine gewollte Schwangerschaft verhindern. Neben einer Blut- und Urinuntersuchung, in der die Hormone kontrolliert und nachgewiesen werden sollten, gibt die Ultraschalluntersuchung des Facharztes für Gynäkologie häufig das typisch zystische Bild der Polycystischen Ovarien wider.
Charakteristischerweise erscheinen die Ovarien perlschnurartig aufgereiht. Auch die Art und die zeitliche Abfolge der Beschwerden, die durch die ärztliche Befragung herausgefunden werden sollten, tragen mit zur Diagnosestellung des PCO bei. Der Arzt sollte auch eine tumoröse Ursache der Beschwerden sowie das sogenannte Hyperthecosis ovarii ausschließen, bevor er die Diagnose eines PCO stellt.
Die Behandlung richtet sich danach, ob die Frau einen Kinderwunsch hat oder nicht. Wenn nicht, kann versucht werden die Beschwerden mit Ovulationshemmern („Pille“) sowie die Gabe von Glukokortikoiden (Kortison) zu lindern. Im Falle eines Kinderwunsches kann versucht werden, mit Clomifen oder Gonatotropingabe im zeitlichen Intervall zu behandeln. Die Gefahr besteht allerdings in einer Überstimmulation der Ovarien, die Mehrlingsschwangerschaften zur Folge haben können.
Unbehandelt ist eine Schwangerschaft schwierig bis unmöglich. Die Patientinnen sollten sich auf eine längere Behandlung einstellen. Die Erfolgsraten sind mässig und fordern zum Teil eine lebenslange Therapie. Kosmetische Zusatzbehandlungen können zum Teil hilfreich sein und vor allem die psychischen Komponenten der Erkrankung lindern.
Neuste Studien haben ergeben, dass Patientinnen, die an einem Polycystischen Ovarialsyndrom erkrankt sind, ein erhöhtes Risiko aufweisen an einer Insulinresistenz (Diabetes mellitus) oder an kardiovaskulären Erkrankungen (Herzerkrankungen, Bluthochdruckerkrankung) zu erkranken.
Auch ein erhöhtes Risiko zu bösartigen Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut durch ständige und unregelmäßige hormonelle Stimulation wurde diskutiert.
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