Salbei

Synonyme im weiteren Sinne

Pflanzliche Synonyme: Der Salbei gehört zu der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), ebenso wie die Melisse. Sein lateinischer Name ist Salvia officialis. Außerdem findet man noch viele Bezeichnung der Heilpflanze Salbei wie- Edelsalbei, Gartensalbei, Königssalbei, Selve, Schuwen, Salbikraut, Saphei, Zaffee und Salwie.

Lateinischer Name: Salvia officialis

Englisch: sage

Die Pflanze

Die Heilpflanze Salbei aus der Familie der Lippenblütler ist ein kniehoher, circa 80 cm hoher, verzweigter Strauch mit grau-grünen, filzigen, elliptischen Blättern mit einem gekerbten Rand.
Im Frühsommer blüht der Salbei in hellblauen, blauvioletten, rosa und weißen Farben. Die unteren Teile des Salbeistrauchs sind meist verholst. Trockene und kalkhaltige Böden sind seine Heimat.
Im Gegensatz zum falschen Salbei (Zierstrauch) sind beim echten Salbei nur die jungen Blätter auf der Blattoberseite beharrt. Im Salbeiblätter werden frisch oder getrocknet als Gewürz oder als Medizin verwendet. Die Heilkraft der Pflanze steckt hauptsächlich in den Blättern und im Besonderen in den jungen Trieben. Die Salbeiernte sollte vor der Blüte abgeschlossen sein. Die wichtigsten pharmakologischen wirksamen Inhaltsstoffe sind:

  • Gerbstoffe
  • Triterpene
  • ätherische Öle.

Historie

Im alten Rom genoss die Heilpflanze Salbei schon großes Ansehen. Der lateinische Begriff "Salvare" bedeutet heilen (Salbei- Salvia). Im sechsten Jahrhundert gelangte die Pflanze mit Benediktinermönchen über die Alpen nach Mitteleuropa. Seitdem wurde der Salbei in Klostergärten kultiviert.
Karl der Große empfahl das Gewürz zum Anbau in den Gärten. Seit dem Mittelalter ist der Salbei ein beliebtes Küchengewürz und ein Heilkraut.
Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet wird der Salbei in ganz Europa und Nordamerika angepflanzt.




Zusammenfassung

Die Heilpflanze Salbei wurde in der Vergangenheit für viele Gesundheitsprobleme verwendet.
Die Blätter und die jungen Triebspitzen kommen als Gewürz und als Medizin in der Naturheilkunde zum Einsatz. Der Salbei gedeiht besonders gut auf kalkhaltigen, trockenen und warmen Hängen. Die Ernte und die Sammelzeit des Salbeis ist von Mai bis Juli.
Die große medizinische Wirkung des Salbeis beruht auf seinen Inhaltsstoffen. Diese wirken antiseptisch (keimtötend) und astringierend.
Der Salbei hat einen typischen Wirkstoff, dem man eine antibiotische Kraft nachsagt. Es ist ein Bitterstoff mit der Bezeichnung Salvin.

Zur medizinischen Anwendung kommt der Salbei bei:

  • Halsbeschwerden
  • Geschwüren im Mundbereich
  • Durchfall
  • Nervenleiden (z.B. Angsstörung)
  • Krämpfen der Muskulatur
  • Verminderung des Nachtschweißes (eventuell bei Wechseljahresbeschwerden).

Herstellung

Zur medizinischen Verwendung kommen die frischen und getrockneten Blätter des Salbeis. Die heilenden Inhaltsstoffe der Heilpflanze Salbei sind die ätherischen Öle mit den Hauptbestandteilen Thujon, Lineol und Campher, sowie Gerbstoffe und Triterpene. Die heilende Kraft der Salbeiblätter entfaltet seine Wirkung auch durch seinen eigenen typischen Wirkstoff Salvin, einem Bitterstoff. Die geschnittenen Salbeiblätter sollten kühl und trocken, vor Licht geschützt gelagert werden. Kunststoffbehälter sollten dazu nicht benutzt werden.

Therapie und Anwendungsgebiete

Die medizinische Anwendung des Salbeis empfiehlt sich besonders bei übermäßigen Schwitzen (Wechseljahre), bei Magen - Darm - Beschwerden sowie Appetitlosigkeit, Blähungen Durchfall und Darmentzündungen.
Außerdem verwendet man den Salbei in der Volksmedizin bei Entzündungen der Haut, als Spül- und Gurgelmittel, bei Zahnfleischbluten, Entzündung der Mundschleimhaut und des Rachens und bei Kehlkopfentzündungen (Laryngitis) an.
Die Heilpflanze Salbei findet aber auch bei Nervenleiden (Angststörung) und Krämpfen der Muskulatur Anwendung. Einige Studien belegen hier die positive Wirkung des Salbeis.
Die ätherischen Öle wirken antimikrobiel, das Triterpene Ursolsäure entzündungshemmend, und die Gerbstoffe ziehen die wunde Haut zusammen (= astringierend). In geringeren Mengen enthalten Salbeiblätter auch Bitterstoffe, die den Appetit und die Magen - Darm - Tätigkeit anregen.
Die Gerbstoffe sorgen für die Hemmung der Schweißproduktion: der Salbei wird zu den erfolgreichsten Schweißhemmern gezählt. So können Fußbäder mit Salbei bei Schweißfüßen helfen. Zur inneren Anwendung wird Salbeitinktur benutzt. Innerliche und äußerliche Anwendungen mit Salbei können kombiniert werden.
Der Salbei wirkt antibiotisch gegen mehrere Keime. Auch bei Nervenleiden (Angststörung) und Krämpfen der Muskulatur wird die Heilpflanze Salbei eingesetzt. Neben Baldrian und Johanniskraut wird der Salbei zur Beruhigung empfohlen.
Vor der Anwendung der Heilpflanze Salbei sollten Sie immer ihren Arzt befragen!!!

Weiterführende Informationen

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Darreichungsform

Für die Zubereitung eines Salbeitees benötigt man geschnittene Salbeiblätter. Das Wasser darf nicht zu heiß sein, da sonst die ätherischen Öle mit ihren Wirkstoffen verfliegen würden.
Fertigarzneimittel bekommt man als Dragees, Tropfen oder Gels in der Apotheke. Empfohlene Tagesdosis des Salbeis sind 4 g bis 6 g Salbeiblätter oder 0,1 bis 0,3 g ätherisches Öl.
Um einen Gesundheitstee gegen Magen - Darm - Beschwerden aus der Heilpflanze Salbei herzustellen benötigt man 1g bis 1,5 g Salbeiblätter (geschnittenen). Diese werden mit 150 ml heißem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Man trinkt den Tee eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten. Einen Salbeitee zum Gurgeln stellt man mit 2,5 g Salbeiblättern (2 Teelöffel) und 100 ml heißem Wasser, her.
Entzündete Schleimhautpartien können mit einem unverdünnten alkoholischen Salbeiauszug mehrmals täglich behandelt werden. Zur Vorbeugung gegen Rachenentzündungen sind auch Salbeibonbons in der Apotheke erhältlich. Außerdem werden Säfte und Cremes wie schon erwähnt aus der Heilpflanze Salbei bei einer übermäßigen Schweißbildung (Schweißfüße) in der Apotheke angeboten.

Bitte fragen Sie vor der Einnahme immer ihren Arzt!

Wirkung und Nebenwirkung

Das ätherische Öl des Salbeis enthält Thujon ein Nervengift, das die Eigenschaft besitzt, in hohen Konzentrationen zu starkem Herzklopfen, Krämpfen, Schwindel und Übelkeit zu führen.
Überdosierungen sollten vermieden werden (mehr als 15 g Salbeiblätter pro Tag).
Bei den Zubereitungen von Gurgellösungen oder Tees wird fast kein Thujon freigesetzt. Auch als Gewürz eingesetzt, ruft es keinen Schaden hervor.
Fertigarzneimittel aus alkoholischen Salbeiextrakten müssen wegen des Thujongehaltes eine bestimmte Obergrenze einhalten. Deshalb ist besonders bei der Anwendung des ätherischen Öls Vorsicht geboten.
Während der Schwangerschaft sollten Salbeiblätter nicht innerlich angewendet werden. Durch das Einnehmen des Salbeis in der Stillzeit kann die Milchbildung reduziert werden. Äußerliche angewendete Salbeilösungen sind in der Regel unbedenklich.

Phytopharmaka in Deutschland

Die Liste der umsatzstärksten Pflanzenpräparate führte mit Abstand die Ginkgo an:

  1. Ginkgo
  2. Johanniskraut
  3. Teufelskralle
  4. Rosskastanien
  5. Artischocke
  6. Mariendistel
  7. Brennnessel
  8. Umckaloabo
  9. Weißdorn
  10. Efeu

Eine Liste aller Heilkräuter / Heilpflanzen, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter: Medikamente A-Z.

Disclaimer / Haftungsausschluss

Bitte beachten Sie, dass wir in allen unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.
Alle Angaben stellen nur Auszüge dar, daher können wichtige Informationen nicht genannt sein.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Medikamente nie selbständig und ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.

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Autor: Dr. Nicolas M. Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012