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Schilddrüse
Lesen Sie auch:
Synonyme
- Abbildung Schilddrüse
Medizinisch: Glandula thyroidea
Schilddrüsenlappen, kalter Knoten, warmer Knoten, heißer Knoten, Zyste, Schilddrüsentumor, Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis
Englisch: thyroid glands
Häufige Tippfehler: Schildrüse
Anatomie der Schilddrüse
Die beim Erwachsenen 20 bis 25g schwere Schilddrüse gehört zu den so genannten endokrinen Organen des Körpers. Ihre (endokrine) Hauptaufgabe besteht also in der Bildung von Hormonen, die ins Blut abgegeben (sezerniert) werden.
Sie ist aus zwei Lappen aufgebaut, die beidseits der Luftröhre (Trachea) und den darüber liegenden Knorpeln des Kehlkopfes (Larynx) liegen. Entsprechend werden diese Kehlkopfknorpel als Schildknorpel bezeichnet. Beim Mann zeigt sie als Vorwölbung am Hals, dem Adamsapfel. Das Verbindungsstück der beiden Lappen stellt der sog. Isthmus dar.
Anatomie Hals / Kehlkopf
- Rachen
- Schildknorpel des Kehlkopfs
- Schilddrüse
- Luftröhre (Trachea)
Zusätzlich gibt es noch die sogenannten Nebenschilddrüse. Die Nebenschilddrüsen stellen vier linsengroße, ca. 40 mg schwere Drüsen dar. Sie liegen hinten der Schilddrüse an. Manchmal ist auch eine zusätzliche Nebenschilddrüse zu finden.
Die Nebenschilddrüse produziert ein wichtiges Hormon (Parathormon), dass den Kalzium - Haushalt reguliert.
Anatomischer Aufbau Schilddrüse
- Schilddüsenlappen
- Verbindungsstück (Isthmus)
Funktion der Schilddrüse
Die Hauptaufgabe der Schilddrüse besteht in der Regulation des Energiestoffwechsels. Dazu produziert sie zwei Hormone, die den Grundumsatz, d.h. die unter Ruhebedingungen erzeugte Energie, regeln: Thyroxin (kurz: T4) und Trijodthyronin (kurz: T3).
Sie werden nicht nur hormonabhängig ins Blut abgegeben, sondern auch innerhalb des Organs in sog. Follikeln gespeichert. Bei den Follikeln handelt es sich um von flachen Oberflächenzellen (Epithelzellen) umschlossene Hohlräumen. Allerdings sind diese nicht mit biologisch aktivem Hormon gefüllt, sondern enthalten eine besser zu speichernde Vorstufe des Hormons, das Thyroglobulin. Selbiges wird auch als Kolloid bezeichnet, von den Schilddrüsenzellen gebildet und anschließend nach innen in den Hohlraum abgegeben. Aus diesen großen Proteinmolekülen (Thyroglobulin) wird dann je nach Bedarf die erforderliche Menge an Hormon mittels Enzymen herausgeschnitten und in die Blutbahn abgegeben.
Aufbau der Schilddrüse unter dem Mikroskop
- Epithelzellen (flach)
- Gefüllte Follikel (Schilddrüsen- follikel mit Thyroglobulin)
Wichtigster Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist Jod, das als negativ geladenes Ion, d.h. als Iodid, in die Epithelzellen der Schilddrüse aufgenommen und die Aminosäure Tyrosin gekoppelt wird.
Dabei werden für das Thyroxin 4 Jodatome benötigt (daher wird es auch Tetrajodthyronin oder T4 genannt; griech. Tetra = vier), hingegen für das Trijodthyronin, T3- Hormon, nur drei Jodatome.
T4 stellt das von der Schilddrüse zunächst überwiegend gebildete Hormon dar, das aber in den Zielgeweben in das zehnfach wirksamere T3 umgewandelt wird. Diese Aufgabe übernimmt ein Enzym namens Dejodase, das jeweils ein Jodatom vom Tyrosin entfernt. T3 selbst wird nur in geringen Mengen von der Schilddrüse selbst gebildet. Die Größe der die Schilddrüsenfollikel umgebenden Zellen sowie der Füllungszustand der Follikel spiegelt die Aktivität des gesamten Organs wieder. In der Kindheit wird viel Hormon benötigt, entsprechend sind die Follikel klein, Kolloid arm und von großen Epithelzellen ausgekleidet. Dafür ist das die Schilddrüse zu Wachstum und Hormonabgabe anregende Hormon (Thyroidea stimulierendes Hormon, kurz TSH) verantwortlich, das vom Hypothalamus (einem Teil des Gehirns) gebildet wird und die Schilddrüse über die Blutbahn erreicht.
Hingegen werden im Alter große Hormonmengen gespeichert und die Schilddrüsenfollikel enthalten viel Kolloid. (Es wird weniger Hormon gebraucht; bei älteren Menschen sinkt der Energiebedarf entsprechend ab.) Aufgrund des erhöhten Energiebedarfs wirken sowohl Kälte als auch Schwangerschaft aktivierend auf die Schilddrüse; Wärme zeigt eher einen inaktivierenden Effekt.
Eine weitere Funktion der Schilddrüse besteht in der Regulation des Calciumspiegels im Blut. Spezialisierte Zellen, die sich eingestreut zwischen den Follikelzellen befinden, bilden dafür das Hormon Calcitonin. Dieses kleine Hormon senkt den Calciumspiegel im Blut, indem es den Einbau von Calcium in die Knochen fördert. Es wirkt somit der Osteoporose entgegen. Außerdem hemmt es die Zellen, die natürlicherweise für den Abbau von Knochengewebe zuständig sind (und somit überschießende Verknöcherung im Körper vermeiden), da auch diese zu einem erhöhten Calciumspiegel im Blut beitragen können. Ein weiterer Mechanismus von Calcitonin besteht in der Förderung der Ausscheidung von Calcium über die Nieren.
Weiterführende Informationen
Weiterführende Informationen finden Sie auch unter:
- Nebenschilddrüse
- Struma
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schilddrüsenunterfunktion
- Erkrankungen der Schilddrüse
Weitere Informationen zur Thema Anatomie finden Sie unter: Anatomie A-Z.
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