Synonyme

Medizinisch: Glandula thyroidea

Schilddrüsenlappen, kalter Knoten, warmer Knoten, heißer Knoten, Zyste, Schilddrüsentumor, Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis

Englisch: thyroid glands

Häufige Tippfehler: Schildrüse

Struma

Eine Vergrößerung der Schilddrüse wird als Kropf (Struma) bezeichnet. Sie kann sowohl durch Unterfunktion als auch durch Überfunktion bedingt sein.

Besonders in jodarmen Gebieten, wie z.B. in den Alpen kam ein Kropf / Struma bei vielen Menschen vor. Durch den Jodmangel produziert die Schilddrüse vermehrte Vorstufen von Thyroxin und Trijodthyroxin. Da der entscheidende Baustoff Jod zur Vollendung des Hormons fehlt, häufen sich die Vorstufen in den Follikel an und die Schilddrüse wächst. In Ausnahmefällen kann ein Kropf (Struma) so groß werden, dass die Luftröhre abgedrückt wird. Durch gezieltes jodieren von Salz kommt es nur noch selten zur Kropfbildung. Die Bundesrepublik Deutschland ist eines der jodärmsten Länder der Erde. Besonders jodhaltig sind Meeresfisch und Meerestiere.

Ca. 20 % der Bevölkerung haben eine vergrößerte Schildrüse (Struma), ohne dass diese einen Krankheitswert besitzt. In 4 von 5 Fällen ist das weibliche Geschlecht betroffen.

Die empfohlene Jodzufuhr, bei einem Schilddrüsengesunden, sollte bei mindestens 150 µg bis zu 300 µg liegen.
Weitere Informationen finden Sie unter unserem Thema: Struma


Überfunktion der Schilddrüse

Häufige Ursachen einer Überfunktion sind gutartige Tumoren (Adenom) und Autoimmmunerkrankungen, für die körpereigene Eiweiße verantwortlich gemacht werden. (Die körpereigenen Eiweiße stellen Antikörper dar; hier handelt es sich um Antikörper gegen den TSH Rezeptor, s.o. Diese vor allem Frauen in mittlerem Lebensalter betreffende Erkrankung wird nach ihrem Erstbeschreiber, dem Arzt Karl Adolf von Basedow Morbus Basedow genannt.) Eine Unterfunktion kann durch Jodmangel oder durch Zerstörung der Schilddrüse im Rahmen von Entzündungen hervorgerufen werden (z. B. die Hashimoto - Thyreoiditis, benannt nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, 1881-1934).

Mit zunehmendem Alter kommt es zu Veränderungen der Schilddrüse. Häufige Veränderungen sind Zysten (flüssigkeitsgefüllte) Hohlräume und so genannte Knoten.

Schilddrüsenknoten und Schilddrüsenzysten kann man gut durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) entdecken. Die Sonographie ist eine strahlungsfrei Untersuchungsmethode, die verschiedene Gewebe unterscheiden lässt. Besonders große Zysten können punktiert werden. Das bedeutet, dass man unter Ultraschallkontrolle eine dünne Nadel in die Zyste einbringt und den flüssigen Inhalt der Zyste ansaugt.

Bei Knoten kann es sich in seltenen Fällen auch um bösartige Veränderungen handeln. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine gutartige Veränderung (Adenom).

Um den Aktivitätsgrad, also die Fähigkeit zur Bildung von Thyroxin und Trijodthyroxin, des Knotens beurteilen zu können, führt man eine Szintigraphie durch. Hierbei wird gering radioaktiv versetztes Jod in die Venen verabreicht und nach einer gewissen Zeit die Anreichung in der Schilddrüse überprüft.

Besonders stoffwechselaktive Bereiche werden als heiße Knoten bezeichnet, da hier besonders viel Jod verarbeitet wurde. Diese Bereiche sind in der Regel gutartige Veränderungen (Adenome). Wenn Sie jedoch zu viel Schilddrüsenhormon produzieren, müssen auch gutartige Veränderungen entfernt werden.

Bereiche mit etwas geringerer Aktivität, aber mehr als das umgebende Gewebe werden als warme Knoten bezeichnet.

Bereiche ohne oder minimaler Aktivität zeigen sich in der Szintigraphie überhaupt nicht und werden daher kalte Knoten genannt. In 3 – 10% der Fälle kann sich hinter einem kalten Knoten ein bösartiger Tumor verbergen und daher engmaschig kontrolliert oder chirurgisch entfernt werden.

Mehr Informationen erhalten Sie unter:

Heißer Knoten

Szintigraphie Schilddrüse einer weiblichen Patienten 46 Jahre mit autonomen Adenom.

  1. rechter Schilddrüsenlappen
  2. “heißer” Knoten = stark jodaufnehmder Bereich
  3. linker Schilddrüsenlappen (unauffällige Jodaufnahme)

Abbildung Schilddrüsenüberfunktion

Szintigraphie einer Patientin mit Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreodismus). Die Aufnahme des radioaktiv markierten Jods ist über die gesamte Schilddüse / beide Schilddrüsenlappen stark vermehrt.
Hieraus läßt sich ableiten das die Schilddrüsenfunktion übersteigert ist (Schilddrüsen- überfunktion).
Diesen Verdacht kann man durch die Bestimmung der sogenannten Schilddüsenwerte im Blut bestätigen.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012